Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Passwort-Software von Sony-Ericsson-Handys unsicher

25.09.2007
Fraunhofer-Institut SIT findet Sicherheitslücke im Passwort-Verwaltungsprogramm von Mobiltelefonen

Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie in Darmstadt haben eine Sicherheitslücke in der Passwort-Software Code-Memo gefunden. Die Software ist standardmäßig auf den meisten Sony-Ericsson-Handys installiert und ermöglicht es dem Nutzer, persönliche Geheimnisse wie Passwörter oder PINs verschlüsselt auf dem Mobiltelefon zu speichern.

Die Wissenschaftler haben im Rahmen einer BlackBox-Analyse eine Schwachstelle gefunden, durch die Angreifer trotz Verschlüsselung mit einfachen Mitteln an alle mit Code-Memo gespeicherten Geheimnisse gelangen können. "Dazu sind keine speziellen Hackertools nötig, wir haben den Angriff mit einer handelsüblichen Webcam und kostenloser Standardsoftware durchgeführt", sagt Fraunhofer-Mitarbeiter Ruben Wolf, der die Sicherheitslücke Mitte September auf der Expertenkonferenz Mobility in Singapur vorstellte. Vorher hatte das Fraunhofer-Institut den Hersteller bereits über die Schwachstelle informiert.

Passwörter und PINs sind nach wie vor das am weitesten verbreitete Mittel, um den Zugang zu Internetdiensten, Unternehmensanwendungen und Bankkonten zu schützen. Viele Menschen haben jedoch zu viele dieser Geheimnisse, um sie sich zu merken, und nutzen deshalb spezielle Passwortprogramme wie Code-Memo. "Wie wir im Rahmen unserer Tests aber immer wieder feststellen, schützt Code-Memo die Nutzergeheimnisse deutlich cleverer als manch anderes Programm", sagt Wolf. Code-Memo zählt zu den Programmen, die versuchen, es Angreifern schwer zu machen, indem sie auch bei Eingabe eines falschen Masterpassworts keine Fehlermeldung zeigen, sondern mit Hilfe des falschen Masterpassworts falsche Geheimnisse generieren. "Bei dieser eigentlich sinnvollen Irreführung macht das Programm allerdings einen schweren Fehler", sagt Wolf, "denn es verwendet bei der vermeintlich irreführenden Entschlüsselung Sonderzeichen, die sich per Mobiltelefon gar nicht eingeben lassen - etwa das Paragraphen- oder das Prozentzeichen."

Sobald das durch einen Entschlüsselungsversuch erhaltene Passwort ein Sonderzeichen aufweist, das der Nutzer gar nicht eingegeben haben kann, weiß der Angreifer deshalb sofort, dass das eingegebene Masterpasswort falsch sein muss. Um an die Geheimnisse zu gelangen, muss er also nur alle möglichen Masterpassworte eingeben und kontrollieren, ob verbotene Sonderzeichen in den Passwörtern erscheinen - dank Computer lässt sich dieser Prozess jedoch automatisieren und das richtige Masterpasswort dank der sehr überschaubaren Masterpasswortmenge von 10 000 verschiedenen Masterpasswortkombinationen in kurzer Zeit herausfinden. Genauere Informationen zur Sicherheitslücke finden sich im Internet unter http://141.12.72.35/%7erwolf/publications/security-codememo.pdf .

Oliver Küch | idw
Weitere Informationen:
http://www.sit.fraunhofer.de
http://141.12.72.35/%7erwolf/publications/security-codememo.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Das Gehirn mit „Legosteinen“ modellieren
16.06.2017 | Universität Luxemburg - Université du Luxembourg

nachricht Dehnungsmessung – schnell und vielseitig wie nie
14.06.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie