Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Damit Seilbahnen noch sicherer werden

06.09.2007
In der Gemeinde Cavalese fliegt ein amerikanisches Flugzeug gegen das Tragseil der Seilbahn des Cermis und zerreist es. In der Folge stürzt die Kabine ab, alle 20 Passagiere sterben.

Dieser Fall gehört zu den seltenen Vorkommnissen, bei denen ein Seilbahnunglück durch ein gerissenes Seil ausgelöst wird. Und auch hier lag die eigentliche Unglücksursache nicht am Seil.

Das Vertrauen in die Standfestigkeit dieser Drahtseile ist groß - zu Recht, wie die Statistik zeigt. Denn heutige Seilbahnen unterliegen strengen Auflagen, was die Prüfung der Technik inklusive der Drahtseile betrifft. Je nach Typ der Anlage wird eine monatliche Sichtprüfung des Seils auf äußerliche Schäden gefordert, außerdem eine regelmäßige Magnetinduktionsprüfung, mit der ins Innere des Seils geschaut werden kann.

Sichtprüfungen der Seile werden bisher durch den Menschen vor Ort auf der Gondel oder im Lift durchgeführt. Bei Seilen mit einer Länge von 5 km erfordert die Prüfung eine enorme Konzentrationsfähigkeit und erweist sich gerade bei widrigen Witterungsbedingungen als äußerst schwierig. An der Universität Stuttgart wurde deshalb ein System entwickelt, das mittels vier Kameras das Seil komplett aufzeichnet. Die Sichtprüfung wird anschließend im Büro am PC durchgeführt.

... mehr zu:
»Drahtseile »Seilbahn »Sichtprüfung

Dieses System wird nun in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Digitale Bildverarbeitung der Universität Jena erweitert, um den Prüfer noch mehr zu entlasten. Dazu fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ein Jena-Stuttgarter Projekt vorerst für zwei Jahre, womit je eine Doktorandenstelle an der Universität Jena und der Universität Stuttgart finanziert wird. "Ziel des Projekts ist es, Seilabschnitte automatisch zu kennzeichnen, die von der Norm abweichen, so dass der Prüfer konzentriert nur diese Bereiche analysieren muss", erklärt Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Joachim Denzler von der Universität Jena.

Die Schwierigkeit und wissenschaftliche Herausforderung liegen in den enorm schwierigen Daten. Unterschiede zwischen Fehlern wie Drahtbrüchen oder Blitzeinschlägen und normalen Veränderungen durch Schmutz, Öl oder Korrosion, die selbst für den Menschen nur schwer auszumachen sind, müssen vom System erkannt werden. "Wir wollen keine automatische Abnahme eines Seils durch den Computer, sondern eine Unterstützung des Prüfers, der seine Konzentration auf fragliche Abschnitte des Seils legen kann", betont der Jenaer Bildverarbeitungs-Experte Denzler. Ein weiteres Ziel des Forschungsvorhabens besteht darin, die Sicht- mit der Magnetinduktionsprüfung zu kombinieren und dadurch eine weitere Steigerung der Qualität und Sicherheit zu erreichen.

Kontakt:
Prof. Dr. Joachim Denzler
Institut für Informatik der Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 2
07743 Jena
Tel.: 03641 / 946420
E-Mail: denzler[at]informatik.uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Berichte zu: Drahtseile Seilbahn Sichtprüfung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb
27.06.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

nachricht Überschwemmungen genau in den Blick nehmen
27.06.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive