Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Meter aus der Steckdose

04.09.2007
Ein neues Konzept zum Vergleich optischer Uhren per Glasfaser ist in der PTB entwickelt und an einer Glasfaserstrecke erprobt worden.

Eine optische Frequenz, die aus einem optischen Frequenzstandard abgeleitet wurde, konnte mit einer Unsicherheit von etwa 1 · 10–17 über eine Glasfaserstrecke von insgesamt 211 km Länge übertragen werden.

Die besten Atomuhren und optischen Frequenzstandards mit angestrebten relativen Messunsicherheiten kleiner als 10–16 stehen in verschiedenen Laboratorien, und häufig in unterschiedlichen Ländern. Eine Möglichkeit, um Frequenznormale mit der besten Genauigkeit untereinander zu vergleichen und höchstpräzise Frequenzen an Industrie und Forschungseinrichtungen weiterzugeben, ist die Übertragung hochstabiler optischer Frequenzen über Glasfasern, wie sie für die optische Telekommunikation verwendet werden. Sie sind unterirdisch verlegt gut geschützt und weisen eine geringe Dämpfung von etwa 0,25 dB pro Kilometer für Strahlung im nahen Infrarot auf.

Bei dem in der PTB entwickelten Verfahren kann die Frequenz eines optischen Normals mit einem Femtosekunden-Frequenzkammgenerator phasenkohärent in den nahen Infrarotbereich umgesetzt werden. Eine so synthetisierte optische Frequenz wurde nun im Rahmen einer internationalen Kooperation in eine Glasfaserstrecke von 86 km Länge eingespeist, die zwei Forschungsinstitute in Paris miteinander verbindet. Durch zusätzliche Faserspulen wurde die Strecke bis auf 211 km verlängert.

Wegen mechanischer, akustischer und thermischer Einflüsse auf die optische Faser schwankt die optische Weglänge, was sich am Ende der Übertragungsstrecke durch Frequenzfluktuationen bemerkbar macht. Diese Schwankungen wurden aber interferometrisch erfasst und durch eine Regelung um etwa drei Größenordnungen unterdrückt. So konnte für die glasfasergestützte Frequenzübertragung eine Unsicherheit von etwa 1 · 10–17 erreicht werden.

Mit der Umsetzung und Übertragung einer optischen Trägerfrequenz steht der PTB ein weltweit einzigartiges Verfahren zum Vergleich von Frequenznormalen auch über weite Strecken zur Verfügung. Es eröffnet gleichzeitig die Möglichkeit, Referenzfrequenzen an Forschungslaboratorien zu verteilen und für grundlegende Fragestellungen der Physik nutzbar zu machen.

Weitergehende Informationen von G. Grosche,
Tel. (05 31) 592-43 18, E-Mail: gesine.grosche@ptb.de

G. Grosche | idw
Weitere Informationen:
http://www.ptb.de

Weitere Berichte zu: Frequenz Glasfaser Steckdose Unsicherheit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Industrie 4.0: Fremde Eindringlinge im Unternehmensnetz erkennen
16.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Die Thermodynamik des Rechnens
11.04.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics