Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit virtuellen Schiffen auf Erfolgskurs

05.07.2007
Als bundesweit führende Forschungsinstitute bei der Entwicklung innovativer Anwendungen von Virtual Reality (VR) im Schiffbau bündeln das ZGDV Rostock und die Technische Universität Hamburg-Harburg ihre Forschungskompetenzen. Im Verbundprojekt "USE-VR" steuern sie mit Industriepartnern den nachhaltigen Wettbewerbserfolg deutscher Werften an und erweitern die Einsatzmöglichkeiten von VR im Schiffbau. Im Juni trafen sich Forscher der maritimen Branche und Vertreter der Industrie zum Projektauftakt in Hamburg.

Über zu wenig Arbeit brauchen sich deutsche Werften derzeit nicht beklagen. Aufgrund der guten internationalen Auftragslage fuhr die maritime Industrie hierzulande im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von mehr als vier Prozent ein. Damit konnten sich deutsche Schiffbauer zwar gegenüber ihren europäischen Wettbewerbern durchsetzen, doch das Preisdumping der asiatischen Konkurrenz setzt sie weiterhin zunehmend unter Druck. Ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Parkett können sie langfristig nur über die Entwicklung technischer Innovationen ausbauen.

Ein Beispiel für den Innovationsvorsprung bei der Entwicklung neuer Schiffstypen ist die Anwendung von Virtual-Reality-Technologien. Die Arbeit mit virtuellen Schiffsmodellen kann die gesamte Planungs- und Konstruktionsphase entscheidend verkürzen und hilft so, die Entwicklungskosten insgesamt zu reduzieren. Die Modelle und Anwendungen konnten bisher jedoch nur von IT-Experten individuell und maßgeschneidert angefertigt werden. Entsprechend hoch war der Programmier- und vor allem Investitionsaufwand, wodurch potenzielle Spareffekte wieder aufgehoben wurden. "Für die Zukunft gilt es daher die Effizienz beim Einsatz von VR-Technologien zu optimieren. Hier setzen wir mit dem Verbundprojekt "USE-VR" an", sagt Dr. Uwe von Lukas, Leiter des Zentrums für Graphische Datenverarbeitung e.V. in Rostock. "Unser Vorhaben ist die Entwicklung eines marktfähigen VR-Softwarebaukastens und begleitender Dienstleistungen, mit denen unterschiedliche Kunden der maritimen Industrie auch ohne IT-Fachwissen selbständig und effizient arbeiten können". Schiffbauingenieure sollen damit in Eigenregie virtuelle Modelle ihrer Entwürfe erstellen, in denen sie beispielsweise noch vor der eigentlichen Fertigung jeden Winkel des Innenraums anschauen und ihn entsprechend ausgestalten und die Produktion optimieren können.

Neben dem ZGDV Rostock und der TU Hamburg-Harburg sind zudem das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung und die OTLO VR Systeme GmbH in das Forschungsprojekt eingebunden. Für die Mitarbeit im Industriekreis sind namhafte Werften wie Aker Yards Deutschland, Meyer Werft Papenburg, Volkswerft Stralsund und die ThyssenKrupp Marine Systems mit an Bord. Sie steuern Anforderungen und praxisrelevante Erfahrungen bei, die dann in die Forschungsarbeit des ZGDV Rostock und der TU Hamburg-Harburg einfließen werden. Ziel ist es, in den kommenden zwei Jahren die überregionale Kooperation der Projektpartner auszubauen und sie später auch auf europäische Ebene zu übertragen. "USE-VR" wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert.

Kontakt:
Dr. Uwe von Lukas
Zentrum für Graphische Datenverarbeitung e.V. (ZGDV)
Joachim-Jungius-Str. 11
18059 Rostock
Telefon: 0381 4024-150
E-Mail: uwe.von.lukas@rostock.zgdv.de
Kurzprofil ZGDV:
Das ZGDV, Zentrum für Graphische Datenverarbeitung e.V., wurde 1984 als europäische Plattform zur Förderung der Forschung, Entwicklung und Schulung auf dem Gebiet der graphischen Datenverarbeitung und ihrer Anwendungen gegründet. In Kooperation mit der Technischen Universität Darmstadt, der Universität Rostock, seinen Mitgliedern und Spin-offs, sowie dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung fördert das ZGDV die graphische Datenverarbeitung in Forschung und Weiterbildung unter besonderer Berücksichtigung der Anwendungsbezogenheit. Als Brücke zwischen wissenschaftlicher Forschung und unternehmerischer Praxis trägt das ZGDV in besonderem Maße dem Technologietransfer zwischen Hochschulen und Industrie Rechnung. Der Wissens- und Erfahrungstransfer zwischen Industrie, Wirtschaft und Forschung erfolgt in erster Linie in Seminaren und Workshops sowie industriellen Forschungsprojekten. Das ZGDV ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Darmstadt. Seit Jahre 1990 ist das ZGDV Rostock ein zweites Standbein. Das Centro de Computação Gráfica in Portugal wurde 1993 ins Leben gerufen. Die ZGDV-Mitglieder sind Unternehmen, Einrichtungen und Organisationen mit einem besonderen Interesse an der graphischen Datenverarbeitung und ihren Anwendungen.

Das ZGDV ist Gründungsmitglied im INI-GraphicsNet, dem "International Network of Institutions for advanced educat-ion, training and R&D in Computer Graphics technology, systems and applications". Das INI-GraphicsNet mit seinen Standorten Darmstadt (Hauptsitz), Rostock, Guimarães und Coimbra (Portugal), Providence und Omaha (USA), San Sebastian (Spanien), Seoul (Süd-Korea), Singapur und Trento (Italien) ist eines der weltweit größten und leistungsfähigsten Forschungsnetzwerke im Bereich der graphischen Datenver-arbeitung. Die insgesamt mehr als 350 Mitarbeiter und rund 550 studentischen Hilfskräfte des Netzwerks erarbeiteten im Jahr 2006 ein Budget von über 38 Millionen Euro.

Bernad Lukacin | idw
Weitere Informationen:
http://www.zgdv.de

Weitere Berichte zu: Graphische Datenverarbeitung USE-VR Werft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0
07.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Wenn das Handy heimlich zuhört: Abwehr ungewollten Audiotrackings durch akustische Cookies
07.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops