Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schönheit aus dem Computer: 300 Frisuren zum Anprobieren

28.06.2007
Saarbrücker Informatiker präsentieren Frisurensimulation auf internationaler Konferenz für Bildverarbeitung - Neue vollautomatische Beratungssoftware für Friseursalons

Der Saarbrücker Informatiker Oliver Demetz hat ein Frisurenberatungsprogramm entwickelt, das viele verschiedene Frisuren automatisch jedem Kundengesicht anpassen kann. Im Gegensatz zur bisherigen Software kann der Friseur jetzt die Entwürfe ohne komplizierte Bedienungsschritte mit einem Kundenfoto kombinieren.

Das mathematische Verfahren zur Gesichtserkennung, das hinter dem Programm steckt, konnte Oliver Demetz vor kurzem auf einer bedeutenden internationalen Bildverarbeitungskonferenz auf Ischia (Italien) vorstellen. Die Software ist im Rahmen seiner Bachelorarbeit am Saarbrücker Lehrstuhl für mathematische Bildverarbeitung von Prof. Dr. Joachim Weickert entstanden. Mit seiner Arbeit unterstützt Oliver Demetz die Firma Style Concept seines Vaters bei der Entwicklung von Software zur Frisurenberatung.

Wer zum Friseur geht, würde gerne gleich bei der Beratung wissen, ob der neue Haarschnitt nachher auch gut aussieht. Friseure können dafür schon seit längerem auf Computerprogramme zurückgreifen, die vorgegebene Frisuren am Bildschirm auf ein Kundenfoto anpassen. Das Problem war bisher allerdings, dass diese Programme nur umständlich und zeitaufwändig zu bedienen waren. Auf dem digitalen Kundenfoto mussten erst verschiedene Punkte wie Augen, Ohren, Kinn und Stirn markiert werden. Wer hier ohne technisches Fingerspitzengefühl vorging, erhielt unrealistische Beratungsergebnisse, die zum einen unecht und aufgesetzt wirkten und bei denen auch die Proportionen nicht stimmten.

Die Wissenschaftler der Universität des Saarlandes suchten daher nach neuen Verfahren, mit denen die Frisuren automatisch den verschiedenen Gesichtsformen angepasst werden. Für die automatische Gesichtserkennung verwendeten der Informatik-Student Oliver Demetz und das Bildverarbeitungs-Team von Prof. Joachim Weickert so genannte Variationsansätze zur Lösung von Korrespondenzproblemen: Diese mathematisch anspruchsvollen Verfahren suchen nach Übereinstimmungen zwischen dem Kundengesicht und einem immer gleichen Modellgesicht. Die Frisuren, die alle passend zu einem Modellgesicht vorliegen, werden mit Hilfe der gefundenen Übereinstimmungen dem Kundengesicht optimal angepasst. Bei dieser Angleichung müssen für ein einziges Gesicht zigtausende Gleichungen mit ebenso vielen Unbekannten gelöst werden.

Da bei allen Frisuren einzelne Haarsträhnen an Stirn und Ohren in das Gesicht hineinragen und Schatten werfen, ist es wichtig, dass diese bei einer Frisurensimulation nicht - wie in älteren Programmen üblich - einfach weggelassen werden. Hierzu wurde eine Datenbank mit 300 Frisuren der aktuellen Mode zusammengestellt, bei denen die Schatten der einzelnen Strähnen berücksichtigt wurden. Diese Schatten vermitteln einen sehr realistischen Eindruck der Wunschfrisur. Darüber hinaus können die Frisuren auch je nach Wunsch gefärbt werden.

Den wissenschaftlichen Beitrag zur Frisurensimulation unter dem Titel "Beauty with Variational Methods: An Optic Flow Approach to Hairstyle Simulation" konnte Oliver Demetz gemeinsam mit Prof. Dr. Joachim Weickert, Dr. Andres Bruhn und Dr. Martin Welk auf der International Conference on Scale Space and Variational Methods in Computer Vision (SSVM 2007) Anfang Juni auf Ischia (Italien) präsentieren. Nach seinem Bachelorabschluss will Oliver Demetz seine Kenntnisse in Bildverarbeitung und Computergrafik im Rahmen des neuen Masterstudiengangs Visual Computing erweitern, der in Deutschland erstmalig von der Universität des Saarlandes angeboten wird.

Fragen beantworten Ihnen:
Friederike Meyer zu Tittingdorf (Pressekontakt)
Kompetenzzentrum Informatik der Universität des Saarlandes
Tel. 0681/302-58099
Email: presse@cs.uni-sb.de
Prof. Dr. Joachim Weickert
Lehrstuhl fuer Mathematische Bildverarbeitung der Universität des Saarlandes
Tel. 0681/302-57340
Email: weickert@mia.uni-saarland.de
Internet: http://www.mia.uni-saarland.de
Presse- und Informationszentrum der Universitaet des Saarlandes
Referat 7, Gebäude A2 3,
Postfach 151150, 66041 Saarbrücken
Fon: 0681/302-4138
Fax: 0681/302-2609
E-Mail: presseteam@univw.uni-saarland.de
http://www.uni-saarland.de/de/medien
Aktuelle Informationen rund um die Universitaet
finden Sie auch in unserem Uni-Magazin campus
http://www.uni-saarland.de/de/profil/veroeffentlichungen/campus
Weitere Informationen:
http://www.mia.uni-saarland.de - Lehrstuhl für mathematische Bidlverarbeitung
http://www.wunschfrisur.de - Frisurenberatungsprogramm
http://www.master-visual-computing.de - Neues Masterstudium Visual Computing
http://www.informatik-saarland.de/06.Presse/03.Pressefotos/ - Pressefotos Informatik

Saar - Uni - Presseteam | idw
Weitere Informationen:
http://www.mia.uni-saarland.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht TU Ilmenau entwickelt Chiptechnologie von morgen
20.04.2017 | Technische Universität Ilmenau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen