Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Superrechner für die Polar- und Meeresforschung

31.05.2007
Pressemitteilung von Alfred-Wegener-Institut und NEC High Performance Computing Europe GmbH: Alfred-Wegener-Institut erhält NEC SX-8R Hochleistungs-Vektorrechner

Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung hat einen neuen Hochleistungsrechner mit Mitteln aus dem Großgeräteprogramm der Helmholtz-Gemeinschaft beschafft. Der NEC SX-8R Vektorrechner wird für aufwändige Simulationen in der Klimaforschung und den Meereswissenschaften eingesetzt. Damit gewinnt die Polarforschung ein wichtiges Instrument für die Klimaforschung.

"Wir brauchen diese Hochleistungsrechner, um die enormen Datenmengen aus der Klimaforschung zu verarbeiten und zu verstehen, wie die Klimamaschine der Erde funktioniert. Insbesondere können wir so auch Zukunfts-Szenarien errechnen, die uns helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen", erklärt Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Nach einer europaweiten Ausschreibung, bei der neben der Eignung des Rechners für Simulationsrechnungen mit gekoppelten Erdsystemmodellen auch die Energieeffizienz maßgeblich war, wurde Anfang 2007 das neue Rechnersystem der Firma NEC installiert und abgenommen. Seitdem testen die Modellierer im Fachbereich Klimawissenschaften des Alfred-Wegener-Instituts den Rechner und nutzen ihn inzwischen voll. Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen arbeiten hier eng zusammen, um die Klimamodelle und den derzeitigen Klimawandel weiter zu erforschen und damit das Klimasystem der Erde besser zu verstehen. Dabei bringen die Feldforscher wichtige Beobachtungen über ihre gesammelten Daten ein, welche die Modellqualität entscheidend verbessern.

"Mit dem neuen Supercomputer können wir erheblich verfeinerte Klima- und Erdsystem - Modellrechnungen durchführen. Insbesondere auf Grund des hohen Hauptspeicherausbaus des Systems ist eine höhere räumliche Auflösung der Modelle möglich. Auch die Integration von bio- und geochemischen Teilmodellen und verbesserten Meereis-, Landeis- und Ozean-Modellkomponenten spielt eine wichtige Rolle. Diese umfassenderen und genaueren Modellrechnungen sind eine notwendige Voraussetzung für ein besseres Verständnis des Klimawandels", sagt Prof. Dr. Wolfgang Hiller, Leiter des Rechenzentrums am Alfred-Wegener-Institut.

Der NEC SX-8R Vektorrechner in Bremerhaven besteht aus zwölf SX-8R Knoten, die mit je acht Prozessoren bestückt sind. Der SX-8R-Prozessor ist mit 2,2 GHz getaktet, kann über 35 Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde ausführen und erreicht mit 70,4 Gigabyte pro Sekunde die höchste Datenübertragungsgeschwindigkeit zwischen CPU und Arbeitsspeicher von allen heute verfügbaren Standardprozessoren. So erreicht der neue NEC SX-8R Superrechner mit seinen 12 Knoten eine Gesamtleistung von über 3,3 Teraflops. Die gesamte Hauptspeicherkapazität beträgt 1,5 Terabyte, die aggregierte Datentransferrate zwischen CPUs und Speichereinheit beläuft sich auf 6,7 Terabyte pro Sekunde. Die Kombination aus hoher Rechenleistung und Speicherbandbreite ist besonders leistungsfördernd bei Computersimulationen physikalischer Phänomene. Vektorrechner von NEC bilden die Basis für viele Superrechner weltweit. Ein prominentes Beispiel ist der Earth Simulator im japanischen Yokohama, der über zwei Jahre die Rangliste der 500 schnellsten Supercomputer der Welt angeführt hat.

"Der neue SX-8R Rechner am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven ist bereits der fünfte SX-8 Supercomputer in Europa, der speziell für die Klimaforschung eingesetzt wird", sagt Makoto Tsukakoshi, Geschäftsführer der NEC High Performance Computing Europe GmbH. "Damit sind wir für den Bereich der Klimaforschung der führende Hersteller in Europa. Und das freut uns sehr, denn es zeigt, dass unsere Rechner besonders effizient sind. Nirgendwo sind die Anforderungen ähnlich hoch wie in der Klimaforschung."

Ihr Ansprechpartner bei NEC High Performance Computing Europe GmbH ist Dr. Thomas Schoenemeyer (Tel. 08061 937918, E-Mail: tschoenemeyer@hpce.nec.com). Ihre Ansprechpartner am Alfred-Wegener-Institut sind Prof. Dr. Wolfgang Hiller (Tel. 0471 4831-1506, E-Mail: Wolfgang.Hiller@awi.de) und in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Dr. Angelika Dummermuth (Tel. 0471 4831-1742, E-Mail: medien@awi.de). Druckbare Bilder finden Sie auf den Webseiten unter:

NEC High Performance Computing Europe (HPCE), GmbH:

NEC High Performance Computing Europe (HPCE) gehört zur NEC Corporation, einem weltweiten Lösungsanbieter für Informations- und Telekommunikationstechnik. NEC entwickelt in einer Vielzahl von Branchen maßgeschneiderte Lösungen in den Bereichen Computersysteme, Netzwerke und elektronische Bauelemente durch die Integration von IT- und Netzwerktechnologien sowie die Bereitstellung von Halbleiter-Basistechnologien durch die NEC Electronics Corporation. NEC vertreibt seit 1987 Hochleistungscomputersysteme in Europa. Die Supercomputer werden hauptsächlich für technisch-wissenschaftliche Berechnungen in Industrie und Forschung eingesetzt.

Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung:

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der fünfzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Margarete Pauls | idw
Weitere Informationen:
http://www.hpce.nec.com/62.0.html
http://www.awi.de/de/aktuelles_und_presse/pressemitteilungen/

Weitere Berichte zu: Computing Klimaforschung NEC Performance Rechner SX-8R Supercomputer Superrechner

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Die selbstlernende Roboterhand
30.05.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Telefonieren mit glasklarem Klang
30.05.2017 | Fraunhofer Institute for Integrated Circuits IIS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

Wissenschaftler haben eine neue Methode entwickelt, um die Eigenschaften von Graphen ohne das Anlegen störender elektrischer Kontakte zu charakterisieren. Damit lassen sich gleichzeitig der Widerstand und die Quantenkapazität von Graphen sowie von anderen zweidimensionalen Materialien untersuchen. Dies berichten Forscher vom Swiss Nanoscience Institute und Departement Physik der Universität Basel im Wissenschaftsjournal «Physical Review Applied».

Graphen besteht aus einer einzigen Lage von Kohlenstoffatomen. Es ist transparent, härter als Diamant, stärker als Stahl, dabei aber flexibel und ein deutlich...

Im Focus: New Method of Characterizing Graphene

Scientists have developed a new method of characterizing graphene’s properties without applying disruptive electrical contacts, allowing them to investigate both the resistance and quantum capacitance of graphene and other two-dimensional materials. Researchers from the Swiss Nanoscience Institute and the University of Basel’s Department of Physics reported their findings in the journal Physical Review Applied.

Graphene consists of a single layer of carbon atoms. It is transparent, harder than diamond and stronger than steel, yet flexible, and a significantly better...

Im Focus: Detaillierter Blick auf molekularen Gifttransporter

Transportproteine in unseren Körperzellen schützen uns vor gewissen Vergiftungen. Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben nun die hochaufgelöste dreidimensionale Struktur eines bedeutenden menschlichen Transportproteins aufgeklärt. Langfristig könnte dies helfen, neue Medikamente zu entwickeln.

Fast alle Lebewesen haben im Lauf der Evolution Mechanismen entwickelt, um Giftstoffe, die ins Innere ihrer Zellen gelangt sind, wieder loszuwerden: In der...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftsforum Chemie 2017

30.05.2017 | Veranstaltungen

Erfolgsfaktor Digitalisierung

30.05.2017 | Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

30.05.2017 | Physik Astronomie

Riesenfresszellen steuern die Entwicklung von Nerven und Blutgefäßen im Gehirn

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Nano-U-Boot mit Selbstzerstörungs-Mechanismus

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie