Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Festplatte ohne mechanische Drehung

15.05.2007
Forscher verschieben Trennwände zwischen zwei Bits

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Guido Meier von der Universität Hamburg hat einen experimentellen Durchbruch in der Festplattentechnik gemeldet. Die Wissenschaftler verwendeten einen nur den Bruchteil einer Sekunde dauernden Impuls von spinpolarisiertem Stom, um Trennwände zwischen zwei Bits mit einer Geschwindigkeit von 110 Metern pro Sekunde zu verschieben, berichtet NewScientist. Mithilfe dieses Konzeptes hoffen die Forscher künftig Festplatten herstellen zu können, die beim Lesen und Schreiben nicht mehr rotieren müssen. Somit sollen sowohl Kapazität als auch Geschwindigkeit sowie die Ausfallsicherheit von künftigen Harddisks deutlich erhöht werden.

Um Informationen auf der Harddisk verarbeiten zu können, müssen die magnetischen Bereiche durch schnelle Rotationen der Platte beim Lese- und Schreibkopf vorbeibewegt werden. Die Daten sind in Bits codiert, die auf der Oberfläche der Platte in Form von mikroskopisch kleinen, gleich magnetisierten Bereichen (Domains) dargestellt sind. Je nach Richtung der Magnetisierung entspricht das Bit einer Null oder einer Eins. Gerade die Bewegungen stellen für die Festplatten jedoch ein Problem dar, da die mechanischen Teile einen Verschleiß verursachen.

"Bei einer Festplatte ist die Arbeitsgeschwindigkeit ein wichtiger Faktor", so Meier. "Die Idee ist es nun, sich der mechanischen Teile zu entledigen, um den natürlichen Verschleiß zu verringern und die Geräte robuster zu machen." Dabei bedienten sich die Wissenschaftler eines bereits im Jahre 2004 von IBM-Forschern entwickelten Konzepts mit dem Namen Race-Track. Dabei werden die Trennwände der magnetischen Bereiche selbst mithilfe von spinpolarisiertem Strom über die Platte bewegt. Die Richtung des Stromimpulses gibt auch die Drehung vor. Die Domains werden dadurch weiterbewegt und wandern somit unter einem fixen Lese- und Schreibsensor vorbei.

... mehr zu:
»Bit »Drehung »Festplatte »Platte »Trennwände

Den Forschern gelang es nun in einem Experiment, die Trennwände auf der Oberfläche einer Nickel-Eisen-Legierung tatsächlich zu verschieben. Mit einer Geschwindigkeit von 110 Metern pro Sekunde rasten die Trennwände über die Platte - jedoch nur über eine kurze Distanz. Aufgrund von Unregelmäßigkeiten in der kristallinen Oberfläche blieben die Wände im besten Fall nach einem Mikrometer bereits hängen. Das Konzept an sich ist vielversprechend. "Die Frage ist, ob wir nun ein Medium herstellen können, das keine Fehlerstellen aufweist oder einen Weg finden, sie zu kontrollieren", meint Peter Fischer, Forscher am Lawrence Berkeley National Laboratory in Kalifornien.

Andreas List | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.uni-hamburg.de

Weitere Berichte zu: Bit Drehung Festplatte Platte Trennwände

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze
25.05.2018 | Universität Ulm

nachricht Diagnose per Computer: Gefährliche Krankheitserreger mithilfe maschinellen Lernens erkennen
23.05.2018 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics