Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schutz vor Spam-Anrufen - Informatiker der Universität Potsdam suchen nach Abwehrmaßnahmen

14.05.2007
Telefonieren über das Internet (Voice over IP- abgekürzt VoIP) erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Das ständig wachsende Angebot unterschiedlicher Anbieter wird von einer steigenden Anzahl Kunden angenommen.

Aufgrund der geringeren Kosten benutzen sie VoIP zusätzlich zu ihrem klassischen Telefonanschluss oder steigen ganz auf die Internet-Telefonie um. Doch mit der wachsenden Durchdringung des Marktes entsteht auch ein großes Problem. Je mehr Benutzer am neuen Telefonnetz teilnehmen, desto attraktiver wird es für Werbetreibende, unverlangte, unerwünschte Anrufe abzusetzen. Spam, das größte Problem der E-Mail-Kommunikation, wird auch die Internet-Telefonie erreichen. Insbesondere die Tatsache, dass Anrufe im Gegensatz zu E-Mails nicht gefiltert werden können, hat zur Folge, dass zu jeder Zeit unerwünschte Anrufe zugestellt werden.

In Untersuchungen, die am Institut für Informatik der Universität Potsdam im Rahmen von Diplomarbeiten durchgeführt werden, wurde festgestellt, dass zurzeit viel zu wenige und zudem unwirksame Maßnahmen ergriffen werden, um effektiv gegen Spam-Anrufe vorgehen zu können. An den Professuren für Betriebssysteme und Verteilte Systeme sowie Netzwerktechnologien und multimediale Teledienste wurden bekannte und neue Abwehrmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit zur Bekämpfung von Spam-Anrufen analysiert und eine darauf aufbauende VoIP-Architektur, das heißt eine Sammlung von Softwarekomponenten, mit sinnvollen Abwehrmaßnahmen entworfen. Die Erkenntnisse dieser Arbeit lassen sich leicht auf bestehende VoIP-Architekturen übertragen.

Mithilfe einer zusätzlichen Erweiterung sind die für den Verbindungsaufbau benötigten Telefonie-Anbieter in der Lage, eine Spam-Anruf-Prognose für anstehende Gespräche abzugeben, ohne dass es zu einer merklichen Verzögerung im Gesprächsaufbau kommt. Eine zweite Erweiterung ermöglicht es den Angerufenen zudem, Kosten für eingehende Gespräche anzufordern. Diese dienen der Abwehr unerwünschter Telefonate, da so zusätzliche Kosten für den Anrufer entstehen. Aktuell wird untersucht, wie sich anhand der angeforderten Kostenbeträge und der darauf folgenden Reaktionen der Anrufer ein Bild über die Seriosität des Anliegens gewinnen lässt. Dieses kann im Anschluss für zukünftige Gespräche für die Spam-Anruf-Erkennung weitergenutzt werden. Weitere Aspekte der aktuellen Forschung betreffen die Nachweisbarkeit der Telefonate, die Funktion der Internetdienstanbieter als zwischengelagerte Inkassodienstleister sowie die Identitätsüberprüfung der Kunden, etwa durch den Einsatz von SmartCards.

Große Anbieter können mit den Ergebnissen dieser Forschung die eigenen VoIP-Angebote verbessern, um ihre Kunden vor der drohenden Spam-Lawine zu schützen. Um diese Funktionalität anzubieten, müssen Anbieter und Kunden lediglich ein Update der Software ihrer VoIP-Geräte (Telefone, Server) vornehmen; der Umtausch von Hardware ist nicht notwendig. Darüber hinaus sind die Erkenntnisse der Arbeit auch für alle kleineren Unternehmen interessant, die sich in naher Zukunft mit VoIP beschäftigen oder bereits die eigenen Telefonanlagen umstellen lassen.

Hinweis an die Redaktionen:
Als Ansprechpartner stehen Ihnen vom Institut für Informatik der Universität Potsdam Prof. Dr. Bettina Schnor telefonisch unter 0331/977-3120, E-Mail schnor@cs.uni-potsdam.de und Stefan Liske unter 0331/977-3124, E-Mail liske@cs.uni-potsdam.de zur Verfügung.
Diese Medieninformation ist auch unter
http://www.uni-potsdam.de/pressmitt/2007/pm093_07.htm im Internet abrufbar.

Andrea Benthien | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-potsdam.de/pressmitt/2007/pm093_07.htm

Weitere Berichte zu: Abwehrmaßnahme Anruf Spam-Anruf VoIP VoIP-Architektur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Sicheres Bezahlen ohne Datenspur
17.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz