Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikrosensor für intelligente Körperimplantate

04.04.2007
Bewegungssensor löst bei Sturz eines Menschen Airbag aus

Wissenschaftler des Instituts für Mikro- und Informationstechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V. haben einen gyroskopischen Chip entwickelt, der Sensoren für alle drei Raumrichtungen integriert hat. Durch die kompakte Bauweise und die gelungene Verkleinerung der Sensoren versprechen sich die Forscher die Erschließung neuer Anwendungsgebiete. So sollen sich die Chips beispielsweise in intelligenten Körperimplantaten einsetzen lassen, heißt es in einer entsprechenden Aussendung.

Um die räumliche Drehungen festzustellen, kommen seit Jahrzehnten Drehratensensoren - so genannte Gyroskope - zum Einsatz. Man findet sie als unterstützendes System in der Navigation von Flugzeugen, Raketen und Schiffen. Allerdings findet man sie derzeit auch verstärkt in Handys oder in Autos, wo sie das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) unterstützen. Zur weiteren Erschließung dieser Märkte wollen die Forscher preiswerte, mikromechanische Fertigungsverfahren finden. Von großem Interesse für die Industrie sind vor allem Messeinheiten zur Detektierung von Drehraten und Beschleunigungen in allen drei Raumrichtungen. Bisher müssen die drei Sensoren entsprechend ihren sensitiven Achsen angeordnet werden. Die Genauigkeit der Winkellagen zueinander hat dabei direkten Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Messeinheit.

Mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" (AiF) haben die Wissenschaftler einen multiaxialen Sensorcluster auf Silizium-Basis entwickelt. Seine Sensoren sind für alle drei Raumrichtungen nebeneinander auf einer Ebene in nur einem Chip integriert. Mit diesem neuen Drehratensensor ist es gelungen, bei gleich bleibend hoher Genauigkeit das Bauvolumen deutlich auf bis zu 0,1 Kubikzentimeter zu verkleinern, heißt es. Langfristig lassen sich damit auch die Fertigungskosten um 90 Prozent verringern, da die Techniker sowohl die Aufbau- als auch die Verbindungstechnik erheblich vereinfachten.

... mehr zu:
»Airbag »Messeinheit »Mikrosensor »Sensor

Auf Basis dieser Forschung sollen die Sensoren künftig als ambulante Messsysteme oder intelligente Implantate am oder im Körper getragen werden. Sie erfassen laufend die Bewegungen des Körpers und können darauf reagieren. Droht beispielsweise ein Fall eines Menschen, so erkennen dies die Sensoren. Sie veranlassen daraufhin, dass ein in der Kleidung integrierter Airbag ausgelöst wird, so die Vision der Forscher. Des Weiteren wäre das Erfassen und Steuern von Extremitäten durch elektrische Stimulation denkbar. Dies könnte bei Schlaganfallpatienten hilfreich sein.

Andreas List | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.hsg-imit.de
http://www.aif.de

Weitere Berichte zu: Airbag Messeinheit Mikrosensor Sensor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Pepper, der neue Kollege im Altenheim
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Komfortable Software für die Genomanalyse
16.08.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten