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Fraunhofer IESE beteiligt sich an europäischer Open-Source-Qualitätsoffensive

28.03.2007
Das Fraunhofer IESE unterstützt als einer von insgesamt acht Konsortialpartnern das europäische Projekt QualOSS - Quality of Open Source Software. Gegenstand ist ein Qualitätsprüfungssystem für Open-Source-Software. Es umfasst eine umfassend empirisch validierte Methodik sowie geeignete Werkzeuge zur automatisierten Qualitätsprüfung. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von knapp 3 Mio. Euro und läuft zunächst bis zum 31. März 2009.

Das innerhalb des 6. EU-Forschungsrahmenprogramms (Fördernummer: 033547, IST-2005-2.5.5) geförderte Projekt QualOSS - Quality of Open Source Software hat die Entwicklung einer Art "Gütesiegel" für Open-Source-Software zum Ziel. Anhand der Bewertung mittels QualOSS sollen Anwender von Softwaresystemen auf einfache Art ermitteln können, zu welchem Grad eine bestimmte Open-Source-Lösung ausgewählten Anforderungen genügt. Dabei ist insbesondere an nicht-funktionale Qualitätsanforderungen wie zum Beispiel Robustheit und Zukunftsfähigkeit gedacht.

So analysiert QualOSS auch Faktoren wie die Aktivität der Entwicklergemeinde einer Open-Source-Lösung, da dies direkte Konsequenzen auf die langfristige Nutzbarkeit der entstehenden Software hat. Die erste Phase des Projekts wurde bereits abgeschlossen; wichtige Entscheidungskriterien der Industrie und geeignete Bewertungswerkzeuge liegen damit vor.

QualOSS vernetzt insgesamt acht europäische Forschungs- und Industriepartner aus Belgien, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Spanien. Das Fraunhofer IESE als unabhängiger Experte für professionelles Software-Qualitätsmanagement und Software-Testen bringt seine ausgewiesene Kompetenz in Bezug auf die messbasierte Bewertung von Software und Systemen in das Projekt ein. "Die strategische Bedeutung von Open-Source-Software wächst in vielen Unternehmen und Verwaltungen. Basierend auf Erkenntnissen, die wir im Rahmen unserer Mitarbeit in QualOSS gewinnen, können wir Unternehmen noch gezielter bei der Auswahl von Open-Source-Software unterstützen", so Dr. Jürgen Münch, Hauptabteilungsleiter für den Bereich Qualitätsmanagement am Fraunhofer IESE.

Der Einsatz von Open-Source-Software wird immer häufiger als Alternative zu proprietärer Software gesehen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Zum einen liegt Open-Source-Software in einer änderbaren Form vor und kann an die Bedürfnisse der Anwenderorganisation angepasst werden. Zum anderen bietet Open-Source-Software zu vergleichsweise moderaten Anschaffungskosten reichlich Funktionalität, die andernfalls selbst entwickelt oder aus proprietären Quellen teurer zugekauft werden müsste. Allerdings sind mit dem Einsatz von Open-Source-Software spezifische Risiken verbunden. Dies betrifft insbesondere Überlegungen hinsichtlich der Einsatzreife und der Zukunftsfähigkeit, aber auch rechtliche Aspekte wie Gewährleistungs- oder Lizenzfragen. Daher sollten derlei Kriterien in Bezug auf konkrete Unternehmensziele bewertet werden, um Open-Source-Software so gewinnbringend und so risikoarm wie möglich einzusetzen.

Das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE

Das Fraunhofer IESE in Kaiserslautern forscht mit rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf den Gebieten Software-Entwicklung, Software-Qualitätsmanagement und Software-Kompetenzmanagement. Zusammen mit seinem Schwesterinstitut in den USA bietet das Fraunhofer IESE Prozesse, Methoden und Techniken an, um softwarebasierte Systeme nach ingenieurwissenschaftlichen Prinzipien zu entwickeln. Dabei verfolgt es einen empirischen Ansatz: Durch erprobte innovative Lösungen können Produkte, die auf Software basieren, messbar effizienter zur Marktreife geführt werden.

Die Auftraggeber des Fraunhofer IESE kommen aus Bereichen, in denen die Produkte wesentlich durch Software bestimmt werden: Automobil- und Transportsysteme, Telekommunikation, Telematik und Service-Provider, Medizinsysteme sowie Informationssysteme und Anwendungen im öffentlichen Sektor. Das Institut unterstützt Firmen jeder Größe - vom international tätigen Großkonzern bis hin zu mittleren und kleinen Unternehmen. Zugleich spielt die öffentliche Hand als Projektpartner eine wichtige Rolle.

Das Fraunhofer IESE steht unter der Leitung von Prof. Dieter Rombach und Prof. Peter Liggesmeyer. Es gehört zu den 56 Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft, die als größte Organisation für angewandte Forschung in Europa zur nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit beiträgt. 1996 gegründet, feierte das Fraunhofer IESE im letzten Jahr sein zehnjähriges Jubiläum.

Dr. Frank Seelisch | idw
Weitere Informationen:
http://www.iese.fraunhofer.de/presse

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