Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Röntgenblick durch Kleidungsstücke - Bewegungsanalyse bekleideter Personen aus Videodaten

08.03.2007
Mit Motion Capture bezeichnet man die Aufnahme menschlicher Bewegungen und deren Analyse. Dr. Bodo Rosenhahn, Computergraphiker am Max-Planck-Institut für Informatik, forscht über die markerfreie Bewegungsanalyse bekleideter Personen aus Videodaten.

Auf der CeBIT 2007 in Hannover wird Dr. Rosenhahn am 16. März um 12.00 Uhr sein Projekt im Future Talk (Halle 9, Stand A 60) präsentieren und anschließend am BMBF-Forschungsstand (Halle 9, B 35) vorstellen.

Mit Motion Capture bezeichnet man die Aufnahme menschlicher Bewegungen und deren Analyse. Anwendungsbeispiele findet man in der Medizin, um orthopädische Krankheiten zu diagnostizieren oder den Heilungsverlauf zu dokumentieren, in der Sportwissenschaft, um die Leistung von professionellen Sportlern zu verbessern oder in der Filmindustrie um Avatare zu animieren. Zurzeit werden dabei meistens sogenannte markerbasierte Verfahren verwendet, d.h. an eine Person werden (reflektierende) Marker angebracht, die in speziellen Aufnahmevorrichtungen (z.B. unter Stroboskoplicht) in Kameras verfolgt werden.

Für viele Anwendungen z.B. im Außenbereich, im Schwimmbad oder bei hochdynamischen Szenen sind solche Marken ungeeignet, zumal sich (gerade ältere) Patienten mit künstlichen Marken unwohl fühlen und bei Aufzeichnungen kein natürliches Bewegungsmuster zeigen. Die markerfreie Verfolgung von Personen in Bildsequenzen ist ein aktuelles und attraktives Forschungsgebiet welches am Max-Planck Institut für Informatik in einer Reihe von offenen Problemstellungen erforscht wird. In diesem Projekt werden zunächst Personen in einem Laser-Scanner rekonstruiert. In das rekonstruierte Modell wird ein virtuelles Skelett mit Gelenken eingebaut, so dass dieses animiert werden kann. Eine Person wird dann von verschiedenen synchronisierten Kameras beobachtet. Um das Modell an die Bilddaten anzupassen wird zunächst das Bild segmentiert.

Segmentierung des Bildes durch Evolution einer Levelsetfunktion.

Hierzu werden sogenannte Levelsetfunktionen eingesetzt, die mit einem 3D-Shape Prior versehen werden. Anschließend wird die Oberfläche an die Bild-Konturen mittels eines Registrierungsverfahren angepasst. In einer Reihe von Experimenten konnte gezeigt werden, das unser markerfreies Motion Capture System die gleiche Fehlertoleranz aufweist wie markerbasierte Verfahren. Zusätzlich haben wir die Möglichkeit auch Personen im Außenbereich zu verfolgen.

Bewegungsanalyse bekleideter Personen

Das bisherige Verfahren erfordert, dass die Person enge Ganzkörperanzüge trägt um die Körperkonturen möglichst gut an Bilddaten anzupassen. Dies ist ungünstig, da bei der Analyse von Sportbewegungen (z.B. Fußballspieler) Trikots getragen werden, oder sich ältere Personen in Ganzkörperanzügen genauso unwohl fühlen wie mit angebrachten Markern. Aus diesem Grunde wird in einem der Forschungsprojekte eine Kleidungssimulation in den Optimierungsprozess integriert, um durch die Erscheinung der Kleidung und die sichtbaren Teile des Körpers auf die verdeckten Bereiche zurückschließen zu können.

Dabei werden sowohl geometrische Kleidungssimulationen eingesetzt, als auch physikalische (über Mass-spring-Modelle). In dem Optimierungsverfahren ist es dadurch möglich auf die Konfiguration der Gelenke zurück zu schließen um quasi durch die Kleidung zu sehen.

Dr. Christel Weins | idw
Weitere Informationen:
http://www.mpi-inf.mpg.de/~rosenhahn/
http://www.mpi-inf.mpg.de/mpc/

Weitere Berichte zu: Bewegungsanalyse Capture Motion Videodaten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht »Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz
12.01.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Klick-Tagebuch: App-Projekt der HdM erlaubt neuen Ansatz in Entwicklungsforschung
11.01.2017 | Hochschule der Medien Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau