Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erfolgreicher "Lauschangriff" im Netz

06.03.2007
Chemnitzer Forscher machen erstmals Kommunikations- und Koordinationsprozesse in Netzwerken kleiner und mittlerer Unternehmen sichtbar

Die Zusammenarbeit kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Netzwerken ist die unternehmerische Organisationsform des 21. Jahrhunderts. Dies unterstreichen bereits Untersuchungen des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und die letzte DELPHI-Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die steigende Anzahl gleichberechtigter Netzwerkpartner führt jedoch zu einer enormen Zunahme des Kommunikationsaufwandes.

Dies betrifft alle Kommunikationswege - egal ob Telefon, Internet, Geschäftsbriefe oder Besprechungen. "Eine der Hauptursachen für das Scheitern von Unternehmensnetzwerken ist heute die mangelhafte Kommunikation", sagt Prof. Dr. Egon Müller, Inhaber der Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb der TU Chemnitz. "Um das Übel an der Wurzel zu packen, müsste man Kommunikations- und Koordinationsprozesse analysieren und modellieren können. Dies war jedoch mit den herkömmlichen Modellierungsmethoden und -werkzeugen nicht möglich. Die zu betrachtenden Prozesse sind schwach strukturiert und lassen sich nur schwer formalisieren", erläutert der Professor.

Und genau hier setzten bereits vor drei Jahren seine Mitarbeiter Heiko Baum, Michael Krause und Jens Schütze. Sie entwickelten eine Methode zur Modellierung von Kommunikations- und Koordinationsprozessen in KMU-Netzwerken (Me2Ko). Die Wissenschaftler der TU Chemnitz haben es erstmals geschafft, derartige Prozesse grafisch darzustellen. Gemeinsam mit ihrem Industriepartner SIGMA Chemnitz GmbH analysierten sie am Beispiel konkreter Unternehmensnetzwerke die Kommunikationsbeziehungen zwischen verschiedenen Akteuren.

"Wie Detektive haben wir ganz genau hingeschaut und hingehört und konnten den Netzwerkmanagern aufzeigen, wo sich Schwachstellen auf der Kommunikationsebene befinden", berichtet Heiko Baum. Das Bundesforschungsministerium fand die Idee der Chemnitzer so pfiffig, dass es nicht nur die Projektförderung übernahm, sondern die Forscher einlud, ihre Ergebnisse vom 15. bis 21. März 2007 auf dem BMBF- Gemeinschaftsstand (Halle 9, Stand A40) der CeBIT in Hannover zu präsentieren.

"Mit der von uns entwickelten Modellierungsmethode wollen wir Netzwerke von kleinen und mittelständischen Unternehmen dabei unterstützen, Lösungen für eine bessere Zusammenarbeit zu erarbeiten", erklärt Schütze. "Außerdem ist es problemlos möglich, unsere Methode für die Analyse von sozialen Strukturen oder der Teamkultur im Bereich des Personalmanagements anzuwenden." Hierzu wurde ein Softwareprototyp entwickelt, in dem die entwickelte Methode implementiert ist. "Der Clou dieser Software besteht darin, dass sie Veränderungen und Erweiterungen der Elemente, welche die Kommunikationsbeziehungen darstellen, zulässt. Dieses Meta-Modellierungswerkzeug erlaubt nicht nur die grafische Umsetzung der Me2Ko-Methode. Sie ist zudem so flexibel, dass damit prinzipiell jede grafische Modellierungssprache abgebildet werden kann", versichert Baum.

Weitere Informationen erteilt Jens Schütze, Telefon (03 71) 5 31 - 35 092, E-Mail jens.schuetze@mb.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Berichte zu: Kommunikation Kommunikationsbeziehung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0
07.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Wenn das Handy heimlich zuhört: Abwehr ungewollten Audiotrackings durch akustische Cookies
07.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops