Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie sich männliche Gesichter in Frauengesichter verwandeln

06.03.2007
Computergraphiker des Max-Planck-Instituts für Informatik (MPII) in Saarbrücken zeigen auf der CeBIT 2007, wie man männliche Gesichter in Frauengesichter verwandeln kann. Außerdem können die Wissenschaftler in Bildern vorhersagen, wie sich eine Gewichtszunahme im Gesicht auswirkt und wie ein Kindergesicht fünf Jahre älter aussieht.

Sie erzeugen dafür aus einem einfachen Foto ein dreidimensionales Modell, das mit einer 3-D-Datenbank von mehreren hundert Gesichtern automatisch abgeglichen wird. Mit den Ergebnissen dieser Grundlagenforschung am Max-Planck-Institut können viel realistischere Charaktere für Computeranimationen und Videos entwickelt werden. Auf der CeBIT 2007 (15. bis 21. März) in Hannover werden die Computergraphiker ihre Projekte am Forschungsstand des Saarlandes, am BMBF-Stand und im Future Talk präsentieren. Journalisten (und ausgewählte Messebesucher) können am Saarland-Stand (Halle 9, Stand B 65) ihre Gesichter in wenigen Minuten verwandeln lassen.

Um ein männliches Gesicht so zu verändern, dass es wie eine Zwillingsschwester aussieht, haben die Informatiker am Max-Planck-Institut rund 200 Gesichter als dreidimensionale Modelle in einer Datenbank erfasst. Dr. Volker Blanz, ehemaliger Mitarbeiter des MPI sowie Gruppenleiter im Max PlanckCenter for Visual Computing and Communication und heute Professor für Computergraphik an der Universität Siegen, hat außerdem Rechenverfahren (Algorithmen) entwickelt, mit denen bestimmt werden kann, welche Züge ein Gesicht weiblich machen. Dafür werden Punkte im dreidimensionalen Modell erfasst und über verschiedene Achsen im Raum verschoben. Das erzeugte Bild wird dann mit den Gesichtern der Datenbank vermischt, um auf möglichst realistische Weise ein dem Mann sehr ähnliches Frauengesicht zu erstellen. Auf dieselbe Weise können auch dünne Menschen dargestellt werden, wie sie nach einer Gewichtszunahme aussehen würden. Außerdem kann Volker Blanz durch seine Verfahren Gefühlsregungen in Gesichtern erzeugen und dadurch zum Beispiel die Mona Lisa zum Lachen bringen.

Für die Alterung von Kindergesichtern hat Kristina Scherbaum, Mitarbeiterin am MPI, über 500 dreidimensionale Modelle von Babys, Kindern und Erwachsenen erfasst. Sie hat dann untersucht, wie sich die Gesichtszüge beim Älterwerden verändern. Da die Merkmale von Kindergesichtern weniger ausgeprägt sind als beim Erwachsenen und sich zum Beispiel die Nasenformen bei Babys nur gering unterscheiden, ist die Vorhersage wesentlich schwieriger als bei älteren Menschen. Auch wurden äußere Einflüsse wie etwa eine Gewichtszunahme nicht berücksichtigt. Dennoch ist die Vorhersage von Kindergesichtern ausreichend genau, dass damit zum Beispiel Fahndungsfotos für über mehrere Jahre entführte Kinder erstellt werden können.

In Computerspielen und animierten Filmen können die Forschungsergebnisse der Computergraphiker am MPII dafür verwendet werden, um virtuelle Figuren auf realistische Weise altern zu lassen und ihre im Spiel gezeigten Gefühlsregungen auf natürliche Weise im Gesicht abzubilden. Auch können virtuelle Charaktere dadurch überzeugender geschlechtsspezifisch dargestellt werden, da nun bekannt ist, welche Gesichtszüge eher männlich oder eher weiblich wirken. Als Vorlage genügen dafür einfache Fotos, die durch die neuen Verfahren als dreidimensionales Modell aufbereitet werden und dann in der räumlichen Darstellung beliebig zu neuen Gesichtern verändert werden können.

Die Forschungsergebnisse des MPII werden auf der CeBIT 2007 am Forschungsstand des Saarlandes (Halle 9, Stand B 65) gezeigt. Außerdem sind sie am Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) (Halle 9, Stand B 40) im Rahmen des BMBF-Verbundprojektes "Virtual Human" zu sehen. Dieses Projekt will die in Deutschland führenden Forschungsgruppen auf dem Gebiet der Computergraphik und der Künstlichen Intelligenz vernetzen, um gemeinsam virtuelle Charaktere zu entwickeln. Diese virtuellen Gesprächspartner sollen zum Beispiel in einem E-Learning-Programm möglichst natürlich reagieren, Gefühlsregungen zeigen und mit dem menschlichen Benutzer sinnvolle Dialoge führen können.

Auf der CeBIT 2007 wird Kristina Scherbaum, Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Informatik, am Sonntag, 18. März um 13.20 Uhr und am Montag, 19. März um 13.10 Uhr im Future Talk (Halle 9, Stand A 60) einen Vortrag halten zum Thema: "Lernbasierte 3D-Wachstumsprognosen von Kindergesichtern: Wie man das Altern von Kindergesichtern vorhersagen kann".

Pressefotos:
Auf der Webseite http://www.mpi-inf.mpg.de/~weins/CeBIT2007/Gesichter finden Sie Fotos der veränderten Gesichter zum kostenlosen Download.

Fragen beantwortet Ihnen:

Dr. Christel Weins
Max-Planck-Institut für Informatik
Tel.: 0681/9325-404
Tel. 0511/89597132 (CeBIT-Messestand)
Email: weins@mpi-inf.mpg.de

Dr. Christel Weins | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.mpi-inf.mpg.de/~blanz/
http://www.mpi-inf.mpg.de/~scherbaum/
http://www.mpi-inf.mpg.de/~weins/CeBIT2007/Gesichter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft
27.04.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie