Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das virtuelle Lernsystem virtX kann die Strahlenbelastung bei Operationen reduzieren

06.03.2007
Institut für Medizinische Informatik der TU Braunschweig stellt auf der CeBIT in Hannover ein virtuelles Lernsystem für Röntgenbildverstärker aus.

Mobile Röntgenbildverstärkersysteme sind aus modernen Operationssälen kaum noch wegzudenken. Gerade in der Unfallchirurgie ist der mobile Bildverstärker unentbehrlich. Das OP-Personal hat während der Operation die Aufgabe, das Gerät korrekt über dem Operationsgebiet einzustellen. Besonders kompliziert sind die Einstellungen beispielsweise bei Operationen am Becken, Fersenbein oder der Wirbelsäule.

Deshalb wird die Einstellung, insbesondere bei der Feinjustierung, oft unter Röntgenstrahlung vorgenommen, die den Patienten, das OP-Personal und den Operateur belastet. Die Strahlenbelastung muss aus Gesundheitsschutzgründen so gering wie möglich gehalten werden, aber die Strahlungsbelastung ist stark von der Ausbildung und der Erfahrung des Bedieners des Röntgenbildverstärkers abhängig.

Bisher bestand die Ausbildung aus einer Einweisung am Gerät und aus dem Studium der Bedienungsanleitung. Das Institut für Medizinische Informatik der Technischen Universität hat jetzt das Lern- und Lehrsystem virtX entwickelt, das die Bedienung des Bildverstärkers auch virtuell durch Simulation der realen Operationsumgebung ermöglicht.

Das virtX-System

Mit dem virtuellen Lernsystem virtX werden die Einstellungen am Röntgenbildverstärker für verschiedene Operationsszenarien am realitätsnahen virtuellen Modell trainiert. Dabei erfolgt eine Rückkopplung über simulierte Röntgenbilder, die aus realen Computer-Tomographie-Datensätzen errechnet werden. Die Simulation kann mit einem realen Bildverstärker gekoppelt werden, so dass das OP-Personal mit einem realen Bildverstärker üben kann, ohne tatsächlich Röntgenstrahlung ausgesetzt zu sein.

Das virtX-Trainingssystem

In das virtuelle, interaktive Operationsszenario ist ein aufgabenorientiertes Trainingssystem eingebettet. Für die Durchführung der Aufgaben, die sich an typischen OP-Abläufen orientieren, hat der Bedienende bestimmte Einstellungen am Bildverstärker vorzunehmen. Dazu werden ihm Hinweise aus Texten und Bildern bereitgestellt. Wird eine Aufgabe bearbeitet, wird die benötigte Zeit sowie die simulierte Strahlenbelastung gemessen. Nach Beenden der Aufgabe erfolgt eine Rückmeldung basierend auf der Genauigkeit der Einstellung, der benötigten Zeit sowie der virtuellen Strahlenbelastung.

Das Projekt virtX wird aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Niedersachsen gefördert.

Das Institut für Medizinische Informatik der TU Braunschweig stellt in Kooperation mit der Klinik für Unfallchirurgie und der Plastischen und Wiederherstellungschirurgie der Universitätsmedizin Göttingen sowie der u_m_i Informatik GmbH, Braunschweig, im future parc (Halle 9, Stand C21) vom 15. bis 21. März auf dem Gemeinschaftsstand Niedersächsischer Hochschulen der CeBIT in Hannover aus.

Kontakt
Prof. Dr. Reinhold Haux
E-Mail: r.haux@mi.tu-bs.de
0531/391-9500
Dr.-Ing. Oliver Johannes Bott
E-Mail: o.bott@mi.tu-bs.de
0531/391-9505

Ulrike Rolf | idw
Weitere Informationen:
http://www.mi.tu-bs.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten