Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mobilfunksysteme: Wie effizient wird der Hauptspeicherplatz genutzt?

05.03.2007
Wie effizient verwenden Rechnersysteme, die weltweit für die Mobilfunk-Nutzung von mehreren hundert Millionen Kunden eingesetzt werden, den Hauptspeicher, das schnelle Kurzzeitgedächtnis von Computern?

Zur Beantwortung dieser Frage haben fünf Bachelor-Absolventen des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) zusammen mit der Siemens Networks GmbH & Co. KG ein entsprechendes Analyseprogramm entwickelt. Sie stellten es auf dem Bachelorpodium des HPI vor, zu dem rund 200 Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft nach Potsdam gekommen waren.

"Zwar weiß man, welche Abläufe große Serveranlagen während eines Handyanrufs abzuarbeiten haben, aber welche Daten dabei im Einzelnen anfallen, ist wegen der hohen Komplexität nur schwierig und unter großem Aufwand nachzuvollziehen", berichtete Robert Schuppenies, Sprecher der Bachelorprojektgruppe. Nach seinen Angaben benötigt eine entsprechende Anlage bis etwa hundertmal mehr Hauptspeicherkapazität als ein handelsüblicher PC zur Verfügung hat, um die Verbindungs- und Benutzerdaten vorrätig zu halten.

"Mit unserem Analyseprogramm können wir diese Datenmengen grafisch darstellen und so für Menschen verständlich aufbereiten", erläuterte Schuppenies. Es sei künftig möglich, verschiedene Untersuchungsergebnisse zu vergleichen, etwa solche von normalen Telefonaten und dem mobilem Internet-Zugang. Entwickler im Telekommunikations-Sektor bekämen dadurch ein Werkzeug in die Hand, das ihnen dabei helfe, das Laufzeitverhalten ihrer komplexen Systeme zu analysieren und deren Speichernutzung zu optimieren.

"Ein wichtiger Aspekt der Softwareentwicklung ist die Komplexität von Anwendungen während des Betriebs, also das Laufzeitverhalten", betonte HPI-Professor Andreas Polze. Als Leiter des Fachgebiets "Betriebssysteme und Middleware" hatte er das Bachelorprojekt betreut. Bei größeren Projekten summieren sich nach Polzes Worten leicht viele kleine Programmierungs-schwächen zu einer großen auf, was die Leistung mindere. Der Grund liege nicht selten im ineffizienten Umgang mit Systemressourcen wie Hauptspeicher- und Festplatten-Kapazität. Um derartige Schwächen rechtzeitig zu entdecken und zu beheben, investierten Firmen mit entsprechendem Qualitätsanspruch nicht unerhebliche Mittel und seien bestrebt, Werkzeuge zu verwenden, die eine effiziente Analyse ermöglichen.

"Hauptspeicher sind erheblich schneller als Festplatten, aber auch wesentlich kleiner und sehr viel teurer. Deshalb versucht man gerade bei Anwendungen, die viel Hauptspeicher benötigen, diesen so effizient wie möglich auszunutzen. Hier ist unser Analysewerkzeug von großer Bedeutung", unterstrich HPI-Bachelor Schuppenies.

Bachelorpodium - Ausweis der praxisnahen Ausbildung am HPI

Das Bachelorpodium des Hasso-Plattner-Instituts gibt es schon seit dem Jahr 2005. Seitdem präsentieren die Bachelorstudenten des HPI einmal im Jahr öffentlich die Ergebnisse ihrer Praxis-Projekte, die sie in Teams von vier bis acht Studenten am Ende ihres Bachelorstudiums absolviert haben. Sie zeigen, wie sie zwei Semester lang - von ihren Professoren angeleitet - größere praktische Aufgaben der Informationstechnologie eigenverantwortlich angepackt und welche innovativen Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft sie dabei entwickelt haben. Projektgeber sind renommierte Unternehmen und Institutionen aus ganz Deutschland. Eine Übersicht über die laufenden Projekte gibt die HPI-Internetseite http://www.hpi.uni-potsdam.de/lehre/studienprojekte/bachelorprojekte.html.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang IT Systems Engineering an - eine praxisnahe und ingenieurwissenschaftlich orientierte Alternative zum herkömmlichen Informatik-Studium, die von derzeit 360 Studenten genutzt wird. Insgesamt 50 Professoren und Dozenten sind am HPI tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung - auch für erste Adressen der Wirtschaft. Vor allem geht es um Grundlagen und Anwendungen für große, hoch komplexe und vernetzte IT-Systeme.

Hans-Joachim Allgaier | idw
Weitere Informationen:
http://www.hpi-web.de
http://www.hpi.uni-potsdam.de/lehre/studienprojekte/bachelorprojekte.html

Weitere Berichte zu: Analyseprogramm Hauptspeicher Komplexität

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht »Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz
12.01.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Klick-Tagebuch: App-Projekt der HdM erlaubt neuen Ansatz in Entwicklungsforschung
11.01.2017 | Hochschule der Medien Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau