Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schöne virtuelle Welt - Der Kartograf Björn Clausen will den Markt für Navigationssysteme erobern

15.02.2007
"Die Menschen nehmen die Welt dreidimensional wahr, doch wenn ihre Umgebung bildlich dargestellt wird, sind sie noch immer mit nur zwei Dimensionen zufrieden", sagt Björn Clausen und schüttelt den Kopf.

Dabei sprengen immer leistungsfähigere Computer, zunehmend komplexe Software und mittlerweile rasante Internet-Verbindungen alle bisherigen Möglichkeiten, die Welt auch dreidimensional abzubilden. Und zwar dermaßen perfekt, dass man sich in einer virtuellen Umgebung leichter Ortskenntnisse aneignen kann als in dem abgebildeten Original.

Der 40-jährige Kartograf, der an der Freien Universität Berlin sein Diplom ablegte und promovierte, weiß, wovon er spricht. Er beobachtet den Markt für dreidimensionale Stadtmodelle und Wegeleitsysteme in öffentlichen Gebäuden seit Jahren. "Es gibt Produkte, die geben zwar vor, drei Dimensionen abzubilden.

Doch sie zeigen höchstens Schrägperspektiven und vermitteln nur vage Raumeindrücke." Glaubt man Clausen, dann haben die Anbieter von Wegeleitsystemen die neuen Möglichkeiten für dreidimensionale Technik und Software schlicht verschlafen.

"Der Markt steht vor einem Boom", meint Clausen und sieht sich gut aufgestellt. Er hat ein Geschäftsmodell entwickelt, das im Rahmen des Gründerprogramms Exist-Seed ein Jahr lang Mittel aus dem Bundeshaushalt und dem Europäischen Sozialfonds erhält. Vermarkten will er die Weiterentwicklung einer Navigationsoberfläche, die er während seiner Promotion entwickelte. Das über Browser gestützte System brachte ihm ein "Magna cum laude" ein, und es lässt herkömmliche Leitsysteme alt aussehen: Clausen stellt Bewegungen durch virtuelle Räume gleich auf fünf Arten synchron dar. So nimmt der Nutzer seine Umgebung nicht nur aus dem üblichen Blickwinkel eines Spaziergängers - der Ego-Perspektive - wahr; die Umgebung wird zugleich unter anderem aus der Vogelperspektive abgebildet. Wo der Nutzer sich befindet, verdeutlicht zudem ein Punkt auf einer Umgebungskarte. "Erst durch Kombination verschiedener Perspektiven kann sich der Nutzer überhaupt orientieren", sagt Clausen. Zusätzlich weist ein Navigationsmodul dem Nutzer mit einem Pfeil ständig den kürzesten Weg zum Ziel. Dieser Richtungspfeil färbt sich von rot zu grün, wenn der Nutzer sich dem Ziel nähert.

Der Zeitplan für die Firmengründung ist ehrgeizig: Bis zum Herbst wollen Clausen und sein Team das System zu einem marktfähigen Wegeleitsystem für den öffentlichen Raum verfeinern und eine Marketingstrategie entwickeln. Sein innovatives und leicht zu bedienendes Touchscreen-System wird hauptsächlich in Eingangsbereichen komplexer Gebäude zu finden sein. Es stellt die Umgebung dreidimensional dar und weist Nutzern verständlich den Weg.

Angezeigt wird dabei nicht der kürzeste Weg, sondern der beste, wie Clausen betont. Berücksichtigt würden auch die Bedürfnisse von Behinderten, etwa durch die Visualisierung von Fahrstühlen.

Auch das Studieren von Gebäudeplänen, die sich in ihrer Darstellung oft über mehrere Etagen erstrecken, soll bald der Vergangenheit angehören: So würden Gebäude vollständig dargestellt, über Kamerafahrten aber auch die Position des Nutzers sowie dessen Weg und Ziel.

Als Kunden im Blick hat der Visualisierungsspezialist Betreiber von Flughäfen, Messen und Kaufhäusern sowie Wohnungsunternehmen, die virtuelle Rundgänge in Immobilien präsentieren wollen.

Auf der Basis von rechnergestützten Konstruktionsmodellen von Gebäuden (CAD) will Clausen maßgeschneiderte Produkte herstellen. Die Pläne der Gebäude werden erfasst, auf einfache Orientierungselemente reduziert, mit fotorealistischen Elementen wiedererkennbar gestaltet und durch seine Navigationsoberfläche gewissermaßen veredelt.

Wettbewerber fürchtet Clausen nicht. Die beiden wichtigsten Fragen an ein Navigations- und Leitsystem - "Wo im virtuellen Raum befinde ich mich?" und "Wie gelange ich an mein Ziel?" - beantworte nur sein System leicht verständlich: "Wir haben einen Innovationsvorsprung."

Von Carsten Wette

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
Dr. Björn D. Clausen
Freie Universität Berlin
Arbeitsbereich TEAS
Univ.-Prof. G. Braun
Malteserstr. 74-100
12249 Berlin-Lankwitz
Telefon: 030 / 838-70216
E-Mail: bjoernclausen@web.de

Carsten Wette | idw
Weitere Informationen:
http://www.3d-berlin.de

Weitere Berichte zu: Kartograf Leitsystem Navigationsoberfläche Wegeleitsystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Erster Modularer Supercomputer weltweit geht am Forschungszentrum Jülich in Betrieb
14.11.2017 | Forschungszentrum Jülich GmbH

nachricht Online-Computerspiele verändern das Gehirn
09.11.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte