Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Virtueller Assistent macht Kommunikationsdienste beherrschbar

01.02.2007
Ein Telefon ist heute auch Rechner, Terminkalender, Fotoapparat und tragbarer Internetzugang. Um all diesen Komfort auch nutzen zu können, muss allerdings eine dicke Betriebsanleitung durchgearbeitet werden, weshalb viele Nutzer lieber auf die eine oder andere Funktion verzichten.

Wissenschaftler des Fachgebietes Multimedia Kommunikation der TU Darmstadt haben jetzt im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Siemens Enterprise Communications GmbH & Co. KG den Prototypen eines virtuellen Kommunikations-Assistenten geschaffen, der Kommunikationssysteme weitgehend automatisch den Gewohnheiten und Wünschen der Nutzer anpasst. Die hierzu notwendigen Informationen sucht sich der Assistent selbst aus den miteinander vernetzten Endgeräten, beispielsweise aus den auf dem PC gespeicherten Telefonbüchern. Der Assistent erstellt auf Basis dieser Daten ein Verhaltensmodell, das durch Feedback des Nutzers noch weiter verfeinert werden kann.

Telefone bieten heute allen nur denkbaren Komfort. Sie sind Wecker, Rechner, Stoppuhr, Terminkalender, Fotoapparat und tragbarer Internetzugang in einem. Um all diesen Komfort auch nutzen zu können, muss allerdings eine dicke Betriebsanleitung durchgearbeitet werden, weshalb viele Nutzer lieber auf die eine oder andere Funktion verzichten. Wissenschaftler des Fachgebietes Multimedia Kommunikation der TU Darmstadt haben jetzt im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Siemens den Prototypen eines virtuellen Kommunikations-Assistenten schaffen, der Kommunikationssysteme weitgehend automatisch den Gewohnheiten und Wünschen der Nutzer anpasst. Die hierzu notwendigen Informationen sucht sich der Assistent selbst aus den miteinander vernetzten Endgeräten, beispielsweise aus den auf dem PC gespeicherten Adress- und Telefonbüchern. Daraus bildet die Software quasi eigene, auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Verhaltensmodelle, die der Nutzer nur noch durch sein Feedback verfeinern muss.

Erste Erfolge haben die Darmstädter bereits erzielt. In der Startphase des Projektes haben sie ihren Assistenten in die Telefonie-Systeme von Siemens integriert, und mit intelligent gesteuertem Anruf-Management einen Mehrwertdienst geschaffen. Konkret heißt das: Ein Nutzer kann - ohne komplexe Regeln oder Skript-Sprachen verwenden zu müssen - beispielsweise folgende Angaben machen: Für den Kollegen X bin ich ab 15.00 Uhr nicht mehr zu sprechen, Anrufe des Kollegen Y sollen bis 20. 00 Uhr durchgestellt werden. "Denkbar ist zum Beispiel auch das Herausfiltern und Abweisen von Spam-Anrufen", erklärt Johannes Schmitt, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter maßgeblich an dem Siemens-Projekt beteiligt ist. Bereits integriert ist ein Feedback-Agent, eine Art Meta-Instanz, mit dem der Nutzer das System kontrollieren kann. Im Falle des Spam-Filters kann der Feedback-Agent überprüfen, welche Anrufe eingingen und wie das System reagiert hat. Wurde ein Anruf fälschlicherweise als Spam abgewiesen, gibt der Nutzer eine entsprechende Rückmeldung und verfeinert damit die Regeln.

Mit der Verwertung anrufbezogener Daten haben die Darmstädter ihr Ziel aber noch nicht erreicht. "Bis zum kommenden Sommer wollen wir einen Kommunikations-Assistenten schaffen, der ein Maximum an Mehrwert aus den einzelnen Geräten herausholt. Dazu muss er auch personenbezogene Daten mit einbinden", betont Schmitt. Denkbar wäre zum Beispiel folgendes Szenario: Der Nutzer hat seinem Assistenten gemeldet, dass Kollegen ihn nur bis 20 Uhr erreichen sollen, es sei denn, er befindet sich auf einer Konferenz. In diesem Fall soll ihn Kollege Y auch noch später erreichen können. Dass sich der Nutzer auf einer Konferenz befindet, bekommt das beispielsweise über W-LAN mit dem Unternehmensnetz verbundene Handy über den Terminkalender im PC des Geschäftsmannes gemeldet.

Um automatische Regeln aufzustellen, muss der Assistent wissen, welche Informationen aus welchen Quellen relevant sind. "Hierfür müssen wir eine Art Semantik für diese Geräte erstellen", erläutert Schmitt, also dem Assistenten die Möglichkeit geben, die zur Verfügung stehenden Informationsquellen zu identifizieren und zur Auswertung heranzuziehen.

Gerda Kneifel | idw
Weitere Informationen:
http://www.multimedia-communications.net

Weitere Berichte zu: Anruf Assistent Komfort Kommunikations-Assistenten Terminkalender

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Living: VDE-Institut entwickelt Cloud-basierte interoperable Testplattform
15.02.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht Saarbrücker Informatiker machen „Augmented Reality“ fotorealistisch
15.02.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie