Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Intelligente Suchmaschinen für das Web der Zukunft

01.02.2007
Täglich wächst die Anzahl der im Internet zur Verfügung stehenden Informationen. Daher sind Datenbanken und Suchmaschinen für die Recherche im World Wide Web unerlässlich.

Sie sollen vielfältige Unterstützung beim Auffinden und bei der Analyse von Informationen bieten - doch leider sind die Resultate nicht immer zufriedenstellend. Bei der zufälligen Wahl bestimmter Schlüsselwörter spielt Glück häufig eine große Rolle oder aber die Suche führt den Anwender nur in die Nähe einer gesuchten Seite, und bis zur gewünschten Information sind weitere Seiten anzusteuern.

Damit die Informationsgewinnung im Internet schneller und effizienter wird, sind intelligente Suchmaschinen notwendig, die auch bei komplexen Anfragen bzw. bei der Suche nach Spezialwissen Antworten liefern, die mit denen eines menschlichen Experten vergleichbar sind. Professor Gerhard Weikum und sein Team vom Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken arbeitet an der Weiterentwicklung von intelligenten Internet-Suchmaschinen, die statt Einzelinformationen vernetztes Wissen liefern sollen.

Dabei verfolgen die Wissenschaftler zwei Ansätze. Einerseits benötigen Suchmaschinen mehr Kontext bzw. mehr Hintergrundwissen, was sich dem Computer durch die Analyse von Texten, Bildern und Links beibringen lässt. Hierfür werden Methoden verschiedener Teilgebiete der Informatik, insbesondere effiziente Suchalgorithmen aus dem Datenbankbereich, Techniken zur Textähnlichkeitssuche aus dem Information Retrieval, Methoden des statistischen Lernens, etwa zur automatischen Klassifikation von Dokumenten, und Wissensrepräsentationsformen aus der Künstlichen Intelligenz miteinander kombiniert.

Andererseits liefert auch der Fragesteller selbst durch sein Verhalten während des Suchvorgangs nützliche Hinweise, wie die Anzahl bzw. die Auswahl der Treffer optimiert werden kann. Denn neben dem Formulieren der Anfrage lässt auch die Reihenfolge der angeklickten Treffer Rückschlüsse auf die Relevanz der Information zu. Auf diese Weise lassen sich Suchmaschinen entwickeln, die ihre Ergebnisse dem Hintergrund des Fragestellers anpassen.

Denkbar ist sogar, dass für verschiedene Interessengruppen, wie zum Beispiel für Wissenschaftler, eigene Suchmaschinen entwickelt werden. Analysiert man beispielsweise die weltweit gestellten Suchanfragen und die Auswahl der bevorzugten Treffer im Ranking, kann das System den Wissenshintergrund einzelner Benutzer sowie deren bevorzugte Themen berücksichtigen. Eine derart personalisierte Suche, die sich den spezifischen Suchbedürfnissen und dem Wissenshintergrund des Benutzers anpasst, kann viel bessere Ergebnisse liefern.

Kontakt:
Prof. Dr. Gerhard Weikum
Max-Planck-Institut für Informatik MPII
Stuhlsatzenhausweg 85
66123 Saarbrücken
Tel. (06 81) 93 25-5 00
E-Mail: weikum@mpi-sb.mpg.de

Helga Hansen | Innovationseinblicke Saarland
Weitere Informationen:
http://www.mpi-inf.mpg.de
http://www.innovation.saarland.de

Weitere Berichte zu: Fragesteller Intelligent Suchmaschine Wissenshintergrund

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ein stabiles magnetisches Bit aus drei Atomen
21.09.2017 | Sonderforschungsbereich 668

nachricht Drohnen sehen auch im Dunkeln
20.09.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie