Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Autofahrt im Virtual Reality Labor

22.01.2007
TU Dresden präsentiert neuartige 3D-Projektionstechnik

Die Fakultät für Maschinenwesen der Technische Universität Dresden hat gestern, Freitag, eine neuartige 3D-Projektsionstechnik vorgestellt. In einem "Virtual Reality Labor" werden Bewegungen innerhalb eines dreidimensionalen Objektes, Simulationen von Fabrikhallen oder Studien über das Verhalten im Straßenverkehr ermöglicht. Das zentrale Stück des Labors ist der Cave Automatic Virtual Environment (Cave), ein dunkler Raum in dem die dreidimensionalen Bilder entstehen.

Bisher entwickelte Caves werden als Visualisierungselement vor allem für den Fahrzeug-, Schiff- oder Flugzeugbau eingesetzt, um Modelle zu beurteilen und verändern zu können. Ralph Stelzer, Professor für Konstruktionstechnik an der TU Dresden, sieht im Gespräch mit pressetext aber weit reichende Einsatzmöglichkeiten für die dreidimensionale Projektionstechnik. "Überall wo Interaktion zwischen Maschine und Mensch gefordert ist, kann der Einsatz einer Cave hilfreich sein", so Stelzer.

"Das ist schon der Bereich, wo der Einsatz derzeit sehr wichtig ist", so Stelzer zum Einsatz im Transportmittelbereich. Darüber hinaus wird Cave aber auch für Objekte eingesetzt, die man sonst nicht testen könne wie Satelliten, bei deren Test man Schwerelosigkeit simulieren muss. Auch in der Medizin ist der Einsatz von Caves von Vorteil. So können Organe modelliert oder Implantate geplant werden. "Gerade Mediziner nutzen Cave, um ihre Studenten zu schulen", erklärt Stelzer. Aber auch Trickfilme würden in Caves vorbereitet werden. Während die jeweilige Szene auf die Wände der Caves projiziert wird, bewegt sich ein Mensch darin, der später durch eine animierte Figur ersetzt wird. Dieses Motion-capturing soll möglichst realistische Bewegungen in einem Trickfilm sicherstellen.

... mehr zu:
»Autofahrt »Cave »Labor »Reality

Neben neuen Technologien hebe vor allem die Kombination mehrer Features das Virtual Reality Labor von bereits bestehenden 3D-Projektionstechniken ab. Gegenüber bereits eingesetzten zumeist quadratischen Caves, unterscheidet sich jene der TU Dresden durch ihre quaderförmige Figur. Bilder werden von fünf Seiten in den Raum projiziert, durch die längliche Form wird die gesamte Bildfläche benutzt. Die Seitenwände des Raumes bestehen aus Acrylscheiben, der Boden aus einer Glasplatte. Hinter jeder Fläche befinden sich jeweils zwei Projektoren, die so von außen über einen Spiegel Bilder in den Raum projizieren. Bei einer Höhe von 2,40 Metern und einer Länge von 3,60 Metern können sowohl Menschen als auch größere Gegenstände problemlos in der Cave untergebracht werden. Mit einer Spezialbrille, die der Betrachter im Cave trägt, werden die verschiedenen Projektionen zu einem dreidimensionalen Bild vereint. Der Betrachter kann das entstehende dreidimensionale Objekt nicht nur von verschiedenen Seiten betrachten, sondern sich sogar hineinbegeben. Über im Raum installierte Kameras werden die Kopfbewegungen des Betrachters erfasst und an das Computersystem weitergegeben. Durch dieses Tracking-System wird das projizierte Bild stets an die veränderte Perspektive angepasst. Zusätzlich kann der Betrachter mittels eines Flysticks, ähnlich einer Computermaus, einzelne Objekte innerhalb des 3D-Modelles bewegen. "Wir arbeiten daran, dass man das Objekt mit der Hand anfassen kann", ergänzt Stelzer. Dies soll durch den Einsatz eines Handschuhs möglich gemacht werden, dessen Sensoren die Berührungen an den Computer übertragen.

Ein weiterer Vorteil des neuen Caves ist das Infitec-Systems, durch dessen Einsatz Stereobilder erzeugt werden können. Dadurch werde es beispielsweise möglich, mehrere Benutzer innerhalb des Caves mit verschiedenen Modellen zu versorgen, erläutert Stelzer. Dieses erst einige Jahre alte System treffe man heute noch sehr selten in Caves an. Neben dem Einsatz von LCD-Projektoren anstelle von Röhrenprojektoren, gilt der Einsatz von Tönen als weiteres Feature des Caves. So könne beispielsweise geprüft werden, wie eine Fabrikhalle möglichst ökonomisch genutzt werden kann, welcher Lärm Arbeitern zumutbar ist und wodurch deren Aufmerksamkeit gestört wird. Auch das Verhalten von Menschen im Straßenverkehr kann in dem Cave anhand der Simulation einer Autofahrt untersucht werden. Das Modell sei dabei so realistisch, dass man sich bei einem nähernden Ast ducken müsse.

Die Investitionsmittel für die Entwicklung einer Cave, wie jener der TU Dresden liegen bei mindestens einer Mio. Euro, sagt Stelzer. Andere Virtual Reality-Technologien, die zumindest räumliches Sehen ermöglichen seien aber bereits wesentlich preiswerter zu haben. Von der Integration dieser Technologien in den betrieblichen Alltag sei man jedoch heute nicht mehr allzu weit entfernt, so Stelzer abschließend gegenüber pressetext.

Victoria Schubert | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://tu-dresden.de

Weitere Berichte zu: Autofahrt Cave Labor Reality

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze
25.05.2018 | Universität Ulm

nachricht Diagnose per Computer: Gefährliche Krankheitserreger mithilfe maschinellen Lernens erkennen
23.05.2018 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics