Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fairer Austausch im Internet

05.01.2007
Tauschen Internetnutzer untereinander Lieder oder Videos aus, sind sie – was die Rechtslage angeht – oft überfragt. Ist der Austausch legal? Oder verletzt er Urheberrechte? Die Software CONFUO©O schützt Anwender und Urheber vor illegaler Verbreitung von Inhalten.

Welches Lied darf über das Internet getauscht werden? Verletzt der Austausch Urheberrechte? Anwender sind hier oft überfragt, Urheber verärgert. Der Austausch von Liedern, Videos oder Podcasts läuft meist über Peer-to-Peer-Netze, P2P, bei denen alle Computer gleichgestellt sind und jeder PC-Nutzer gleichzeitig Inhalte anbieten und herunterladen kann. Diese Netze bieten den Vorteil, dass jeder Computer Speicher- und Rechenkapazität liefert und die Betriebskosten verteilt werden. Das System birgt jedoch auch Nachteile: Haben Künstler oder Radiosender Inhalte in ein P2P-Netz eingestellt, gewinnt die Verteilung eine Eigendynamik und kann nicht mehr gestoppt werden.

Die Software CONFUO©O, die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD entwickelt haben, bereitet diesen Problemen ein Ende. »Will jemand ein Lied tauschen, für das er keine Rechte besitzt, stoppt CONFUO©O den Austausch«, sagt Martin Schmucker, Wissenschaftler am IGD. »Der Benutzer geht somit sicher, dass er jederzeit legal handelt. Gleichzeitig werden auch die Systembetreiber und -entwickler, die für die Sicherheit des Systems verantwortlich sind, vor bösen Überraschungen geschützt.« Ein weiterer Vorteil: Bereits eingestellte Inhalte können jederzeit zurückgezogen werden.

Doch woher weiß die Software, welches Lied und welcher Film getauscht werden darf? »Inhalte, die urheberrechtlich geschützt sind, stehen auf einer schwarzen Liste«, sagt Schmucker. »Über Liedcharakteristika, ähnlich der Melodie, vergleicht CONFUO©O die Inhalte.« Das bietet gegenüber dem Vergleich der Bitmuster den Vorteil, dass Inhalte auch dann erkannt werden, wenn sie komprimiert oder in anderen Dateiformaten gespeichert werden. Die Überwachungsinstanzen liegen auf einem zentralen Server, die Inhalte dagegen auf den Peers.

Mit CONFUO©O ist nachvollziehbar, wie oft Inhalte getauscht wurden. Stellt ein Anwender etwa ein Lied ein, das dem System nicht bekannt ist, so weist ihn ein Warnhinweis darauf hin, dass er für den Inhalt verantwortlich ist. Verletzt er damit Urheberrechte, kann das Ausmaß des Schadens genau festgestellt und der Anwender haftbar gemacht werden. »Zudem erlaubt die Information, wie oft ein Inhalt ausgetauscht wurde, beliebige Geschäftsmodelle«, sagt Schmucker. »Beispielsweise könnte eine Flatrate-Gebühr gerecht an alle Urheber verteilt werden.« Auf der CeBIT, die vom 15. bis 21. März in Hannover stattfindet, wird CONFUO©O auf dem Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 9, Stand B36 vorgestellt.

Martin Schmucker | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.igd.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: CONFUO©O Graphische Datenverarbeitung Urheber Urheberrecht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Datenbrille erleichtert Gehörlosen die Arbeit in der Lagerlogistik
23.02.2018 | Technische Universität München

nachricht Verlässliche Quantencomputer entwickeln
22.02.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics