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Scanner entlarvt Ersatzteil-Plagiate

19.12.2006
Ein neuer Hochleistungsscanner erkennt blitzschnell falsche oder veraltete Ersatzteile, die in Flugzeugen oder Autos erhebliche Sicherheitsrisiken bergen.

Wie das Forschungsmagazin Pictures of the Future berichtet, hat Siemens ein Lesegerät entwickelt, das so genannte Data-Matrix-Codes (DMC) in weniger als 100 Millisekunden liest, digitalisiert und auswertet. In der Automobil- sowie Luft- und Raumfahrtindustrie soll der Scanner Simatic HawkEye schon bald Ersatzteil-Plagiate entlarven, indem er die Echtheit der zweidimensionalen Barcodes in wenigen Sekunden via Internet direkt beim Produkthersteller überprüft.


Lesegerät Data Matrix Code

Data-Matrix-Codes benötigen im Vergleich zum weiter verbreiteten eindimensionalen Strichcode 100-mal weniger Platz für den gleichen Informationsgehalt. Der DMC kann zudem aus allen Winkeln gescannt und wegen redundanter Daten noch gelesen werden, wenn einzelne Bereiche zerstört sind. Heute verwendet beispielsweise die Deutsche Bahn das kleine Quadrat mit dem Punktmuster auf ihren Online-Tickets. Auch die Deutsche Post frankiert mit dem Code Millionen Briefumschläge. Bei der fälschungssicheren Kennzeichnung in der Industrie steht der 2D-Code hingegen noch am Anfang. Die neue Scannerserie der Siemens-Automatisierungsspezialisten könnte das Wachstum beschleunigen. Mit einer hohen Auflösung und einer leistungsfähigen Software erkennen und digitalisieren die Geräte den Code auch bei störenden Reflexionen oder geringem Kontrast im Bruchteil einer Sekunde. Bis zu 1800 Lesevorgänge pro Minute sind möglich, was das System auch tauglich für maschinelle Überprüfungen macht. Voraussetzung dafür sind jedoch leistungsfähige Kommunikationsnetze und Datenbanken.

Ein Beispiel aus der Praxis: Wechselt eine Fluggesellschaft bei einer Wartung ein Teil aus, wird der Code des Ersatzteils eingelesen und via Internet in einer Datenbank des Herstellers authentifiziert. Die Lufthansa rüstet sich bereits für das System. Bei einer Flugzeugwartung werden die Triebwerke demontiert und einzelne Turbinenschaufeln bei Beschädigung ausgetauscht. Um sicherzugehen, dass jede Schaufel wieder an dieselbe Stelle kommt, wird sie mit einem DMC markiert und mit einem Siemens-Scanner überprüft. (IN 2006.12.5)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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