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Braunschweiger Forscher gründen das Terahertz Communications Lab

05.12.2006
Ein Zentrum für die drahtlose Kommunikation von morgen.

Projiziert man den stetig ansteigenden Bandbreitenbedarf von drahtlosen Kommunikationssystemen kurzer Reichweite in die Zukunft, ist es offensichtlich, dass die Frequenzbereiche heutiger und kommender Systeme (Bluetooth, Wireless-LAN, Ultrabreitband, 60 GHz) bereits in 10 bis 15 Jahren nicht mehr ausreichen werden. Um Datenraten von einigen 10 Gigabit/s zur Verfügung zu stellen, muss man langfristig unweigerlich auf noch höhere Trägerfrequenzen ausweichen.

Dieser Aufgabe widmet sich das kürzlich gegründete Terahertz Communications Lab (tcl), ein Verbund dreier Abteilungen aus den Instituten für Hochfrequenztechnik und für Nachrichtentechnik der TU Braunschweig. An der Spitze der internationalen Forschung wird hier ein umfangreiches Konzept entworfen, mit dem sich die Terahertz-Lücke des elektromagnetischen Spektrums für neuartige Kommunikationssysteme erschließen lässt. Mobile elektronische Assistenten für die Bereiche Arbeit, Verkehr, Medizin und Freizeit sind nur ein Beispiel dafür, dass es in unserer Informationsgesellschaft zukünftig einen Bedarf der schnellen Übertragung großer Datenmengen zu decken gilt.

Der Initiator des Terahertz Communications Labs, Prof. Dr. Martin Koch vom Institut für Hochfrequenztechnik der TU Braunschweig, ist zuversichtlich: "In den nächsten Jahren werden wir innovative Schlüsselkomponenten für die Kommunikation von morgen entwickeln".

Für ein THz-System zur Indoor-Kommunikation wurden bereits erste interdisziplinäre Forschungsprojekte gestartet:

o Der für die Nachrichtenübertragung unerschlossene THz-Frequenzbereich sowie die angestrebte große Bandbreite erfordern eine grundlegende Kanalcharakterisierung, um die zukünftigen Systeme auf eine ausreichende Signalstärke zu optimieren. Ray-Tracing-Simulationen beschreiben, wie sich THz-Wellen im Raum ausbreiten und mit der Atmosphäre sowie Materie wechselwirken (Prof. Kürner, Institut für Nachrichtentechnik). Gestützt werden diese Berechnungen auf die Vermessung von (Bau-)Materialien mittels THz-Spektroskopie (Prof. Koch, Institut für Hochfrequenztechnik).

o Da keinerlei kommerzielle Hardware für die drahtlose Nachrichtenübertragung im THz-Frequenzbereich existiert, entwickeln die Arbeitsgruppen von Prof. Schöbel und Prof. Koch (Institut für Hochfrequenztechnik) Sender, Empfänger, Modulatoren und Reflektoren als Schlüsselkomponenten für die Kommunikation von morgen.

o Derzeit entsteht auf der Grundlage der gemeinsamen Forschungsergebnisse ein Demonstrator für die Signalübertragung bei 60 GHz. Im nächsten Schritt führt das tcl das System dann auf 300 GHz.

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:

Steffen Wietzke
TU Braunschweig, Institut für Hochfrequenztechnik
Schleinitzstr. 22
38106 Braunschweig
Tel.: 0531-391-2010
Fax: 0531-391-2045
Mobil: 0177-4902095
Mail: steffen.wietzke@ihf.tu-bs.de
Das Institut für Hochfrequenztechnik der TU Braunschweig ist Partner im PhotonicNet, eines von neun regional organisierten Kompetenznetzen für Optische Technologien (OT) in Deutschland. Angebote wie bundesweit organisierte Foren und Arbeitskreise zu aktuellen Technologie-Themen, Informationsmanagement, Begleitung von Forschungsanträgen, Beratung von StartUp-Unternehmen und Vermittlung von Know-how sind wichtige Kernaufgaben des Teams um Geschäftsführer Dr. Hans-Jürgen Hartmann. PhotonicNet wird bis 2008 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt. Darüber hinaus fördert das Land Niedersachsen das Netzwerk.

Anja Nieselt-Achilles | idw
Weitere Informationen:
http://www.tcl.tu-bs.de
http://www.photonicnet.de

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