Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TU Wien-Forschergruppe schafft Weltrekord im Supercomputing

04.12.2006
Forscher der Technischen Universität (TU) Wien konnten einen neuen Weltrekord bei der Rechenleistung auf ultraschnellen Computern aufstellen. Mit 207 Billionen (!) Rechenschritten pro Sekunde verdreifachten die Wissenschafter ihr Ergebnis vom Vorjahr und wurden dafür bei der internationalen Supercomputing-Konferenz in Tampa/Florida am 16. November 2006 mit dem Gordon-Bell-Preis ausgezeichnet.

"Die enorme Leistung von 207 Teraflop/s (207 x 10 hoch 12 floating-point operations per second) konnten wir nur erzielen, weil wir alle 128.000 Prozessoren des größten und schnellsten Computers der Welt, optimal zum Einsatz gebracht haben. Selbst wenn man alle Computer von ganz Wien über eine schnelle Internet-Verbindung zu einem Riesen-Computer zusammenschalten würde, könnte man diese Leistung nicht erreichen!" erläutert Christoph Überhuber, Professor am Institut für Analysis und Scientific Computing der Technischen Universität (TU) Wien. Für die am besten entwickelte Software wurde er zusammen mit Stefan Kral, Jürgen Lorenz und einem Team von amerikanischen Wissenschaftlern mit dem Gordon-Bell-Preis 2006 ausgezeichnet.

Die Arbeiten führte das Team auf dem IBM-Supercomputer BlueGene/L, der an einem Forschungslabor der Universität von Kalifornien installiert ist, durch. Mit Hilfe des materialwissenschaftlichen Simulationsprogramms "QBOX" war es möglich, spektakuläre Leistungen am schnellsten Parallel-Computer der Welt zu realisieren. Das Simulationsprogramm beruht auf dem Prinzip der Ab-initio-Molekulardynamik (first-principles molecular dynamics = FPMD). Die sich daraus ableitenden Codes werden für komplexe Simulationen auf atomarer Ebene in der Metallurgie, Festkörperphysik, Chemie, Biologie und Nano-Technologie eingesetzt. Mit dem Simulationsprogramm lassen sich speziell Eigenschaften von Metallen unter extremen Temperatur- und Druckbedingungen vorhersagen.

Der Gordon-Bell-Preis wird seit 1987 jedes Jahr bei der Supercomputing-Konferenz in den USA von der ACM (Association for Computing Machinery) und dem IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) verliehen. Er würdigt herausragende Leistungen auf dem Gebiet des Hochleistungsrechnens sowie seiner Anwendungen und dient der Bewertung und Wertschätzung internationaler Fortschritte auf dem Gebiet des Parallelrechnens. Initiator und Namensgeber des Preises ist Gordon Bell, einer der Gründerväter des Hochleistungsrechnens und Pionier des Computerzeitalters.

Die internationale Anerkennung und Wertschätzung der unter der Leitung von Professor Christoph Überhuber stehenden Forschergruppe erreichte durch die Auszeichnung mit dem Gordon-Bell-Preis einen Höhepunkt. Bereits letztes Jahr belegten Überhuber und sein Projektteam den hervorragenden zweiten Platz beim Gordon-Bell-Award. Heuer gelang ihnen der Sprung an die internationale Spitze.

Mag. Werner F. Sommer | idw
Weitere Informationen:
http://www.math.tuwien.ac.at/ascot/
http://sc06.supercomputing.org/news/press_release.php?id=14

Weitere Berichte zu: Gordon-Bell-Preis Simulationsprogramm Weltrekord

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Störungsfreie Kommunikation für die Fabriken von morgen
22.03.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie