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Drittschnellster Supercomputer Deutschlands am Rechenzentrum installiert

09.11.2006
Neuer Landeshöchstleistungsrechner läuft

Am Universitätsrechenzentrum ist die zweite Ausbaustufe des Landeshöchstleistungsrechners installiert worden. Dabei handelt es sich um ein Parallelrechnersystem mit mehr als 3000 Prozessoren und einer Spitzenleistung von über 15 TeraFlop pro Sekunde (1 TeraFlop/s = 1 Billion Rechenoperationen pro Sekunde). Damit reiht sich das System als derzeit drittschnellster Rechner in Deutschland hinter den Höchstleistungssystemen in Jülich und München/Garching ein.

Zusammen mit dem bereits installierten nationalen Höchstleistungsrechner in Stuttgart realisiert das Land Baden-Württemberg damit eine herausragende Infrastruktur für Wissenschaft und Forschung im Land.

Nach dem jetzt erfolgten Abschluss der Hardwareinstallation testet das Rechenzentrum den neuen Supercomputer in den kommenden Wochen ausgiebig und integriert ihn in die Betriebsumgebung. Danach steht das System im Höchstleistungsrechner-Kompetenzzentrum Baden-Württemberg (hkz-bw) sowohl Anwendern aus den Universitäten des Landes als auch Nutzern aus der Wirtschaft zur Verfügung.

Der Parallelrechner HP XC4000 der Firma Hewlett Packard besteht aus 750 Rechenknoten mit je zwei Doppelkernprozessoren des Typs AMD Opteron und einem Hauptspeicher von je 16 GigaByte (109 Byte). Der gesamte Hauptspeicher umfasst zwölf TeraByte (1012 Byte). Professor Dr. Wilfried Juling, der Leiter des Universitätsrechenzentrums, erläutert: „Der große Hauptspeicher des Landeshöchstleistungsrechners ermöglicht es den Wissenschaftlern im Land, natürliche Vorgänge mit einer deutlich höheren Auflösung als bisher numerisch zu simulieren und damit in Bereiche vorzustoßen, die mit früheren Rechnergenerationen nicht zugänglich waren.“

In vielen Bereichen wie beispielsweise in der Materialforschung, der Strömungsforschung, der Elementarteilchenphysik, der Klima- und Umweltforschung oder in den Lebenswissenschaften können nun Probleme gelöst werden, die zuvor im Hinblick auf Komplexität und Genauigkeit als unlösbar galten. Auch das Rechenzentrum koordiniert eine Reihe von Forschungsprojekten, in deren Mittelpunkt die Simulation hoch komplexer physikalischer Phänomene steht und die eine Optimierung der damit verbundenen Probleme zum Ziel haben, so zum Beispiel im Bereich der Biotechnologie, Meteorologie oder Strukturanalyse.

Das Herzstück des neuen Supercomputers bildet das schnelle Kommunikationsnetz (InfiniBand DDR). Allein hierfür wurden 1550 Kabel mit einer Gesamtlänge von mehr als zehn Kilometern verlegt. Über dieses Netzwerk können Daten mit einer Geschwindigkeit von zwei GigaByte pro Sekunde zwischen den einzelnen Rechenknoten übertragen werden. „Dies entspricht der Leistung von circa 16.000 DSL-Anschlüssen und ist die Voraussetzung dafür, dass Hunderte von Rechenknoten gemeinsam an der Lösung eines Problems arbeiten können“, erklärt Professor Juling weiter. Ergänzt wird das System um zusätzliche Login-Knoten für interaktives Arbeiten und ein paralleles Dateisystem für die Datenhaltung mit einer Speicherkapazität von 56 TeraByte.

Nähere Informationen
Professor Dr. Wilfried Juling
Rechenzentrum der Universität Karlsruhe (TH)
Tel. 0721/608-3754
E-Mail: juling@rz.uni-karlsruhe.de

| Universität Karlsruhe (TH)
Weitere Informationen:
http://www.uni-karlsruhe.de

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