Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Haute Couture per Computer

06.11.2006
Ein Simulationsprogramm wandelt Schnittmuster sekundenschnell in digitale Kleidungsstücke um. Das erspart der Bekleidungsindustrie das aufwändige Schneidern von Prototypen. Neue Kollektionen können damit schneller kreiert werden.

Bekleidungshersteller setzen schon lange auf die Hilfe von Computern.

Schnittbilder entstehen heute am Rechner. Mit CAD-Programmen - Computer-Aided Design - wandeln Fachleute neue Kollektionen in Schnittmuster um und schicken die Informationen auf Cutter-Maschinen, die die Teile automatisch ausschneiden.

Dann aber geht es meist in Handarbeit weiter. Erst wenn Schneider die Einzelteile vernäht haben, stellt sich heraus, ob der Entwurf tatsächlich gut am Körper sitzt. Bis das Modell perfekt ist, sind oft mehrere Verbesserungen des CAD-Entwurfs nötig: eine zeitraubende Methode, da für jede Änderung ein neuer Prototyp genäht werden muss.

Entwickler vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Darmstadt können den Entwurfsprozess deutlich beschleunigen: In Zusammenarbeit mit dem größten deutschen CAD/CAM-Hersteller der Branche, Assyst-Bullmer aus Mehrstetten, haben die Forscher eine Software entwickelt, die zweidimensionale digitale Schnittteile auf Knopfdruck dreidimensional darstellt. Am Bildschirm entstehen Kleidungsstücke. "Es gibt zwar schon lange Programme, mit denen man Kleidung in 3-D betrachten kann", räumt IGD-Abteilungsleiter Dr.-Ing. Jörn Kohlhammer ein. "Ob neue Entwürfe die ideale Passform haben, verraten diese jedoch nur durch zeitaufwändige Vorberechnungen." Die neue Software aus dem IGD aber ist interaktiv. Per Cursor kann das Kleidungsstück am Körper einer virtuellen Person zurechtgezupft werden, ganz so, wie es der Schneider bei einer realen Anprobe macht. Und noch etwas ist neu: Änderungen am zweidimensionalen Schnittmuster können direkt im 3-D-Bild dargestellt werden. Die Anzahl der tatsächlich genähten Prototypen lässt sich so deutlich reduzieren.

Teil der neuen Simulationssoftware ist eine Materialdatenbank. An-hand vieler Parameter werden die Stoffe physikalisch beschrieben - beispielsweise, wie stark das Material am Körper reibt, wie sich die Schwerkraft auswirkt oder wie leicht sich der Stoff deformiert. Die Software visualisiert, wie sich die verwendeten Parameter auf das Verhalten des Stoffes am Körper auswirken. Die Simulation zeigt sogar, wo das Kleidungsstück zwickt und ob es eng oder locker am Körper liegt. Assyst-Bullmer wird seine etablierten zweidimensionalen CAD-Programme jetzt um die neue 3-D-Funktionalität erweitern. Kohlhammer geht davon aus, dass dadurch die Position der Firma im harten Wettbewerb der internationalen Bekleidungsindustrie gestärkt wird.

Marion Horn | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2006/11/Mediendienst112006Thema5.jsp

Weitere Berichte zu: Graphische Datenverarbeitung IGD Schnittmuster

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Schnelle Time-to-Market durch standardisierte Datacenter-Container
28.03.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Modellfabrik Industrie 4.0: Forschungs- und Trainingsplattform für Wissenschaft und Wirtschaft
28.03.2017 | Hochschule Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit