Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit modernster Informationstechnik länger und besser im eigenen Heim leben

12.10.2006
„Assisted Living Labor“ am Fraunhofer IESE feierlich eröffnet

Im Anschluss an den Festakt zum zehnjährigen Bestehen des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering (IESE) wurde am gestrigen Mittwoch das „Assisted Living Labor“ des Fraunhofer IESE offiziell eröffnet: Auf den ersten Blick sieht es aus wie eine normale Wohnung, mit Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche und Bad.

Doch versteckt sich in der Einrichtung eine ausgetüftelte Sensorik: „Ambient-Intelligence-Technologie kann in Verbindung mit Assisted-Living-Lösungen pflegebedürftigen Menschen ein Stück Autonomie im eigenen Heim verschaffen“, erklärt Projektleiter Thomas Kleinberger: „Im Assisted Living Labor können wir jetzt zeigen, was heute bereits machbar ist.“

So „erfühlt“ beispielsweise eine Tasse, ob sie ausgetrunken wurde, der intelligente Kühlschrank überwacht die Haltbarkeitsgrenze seines Inhalts oder der mitdenkende Gehstock meldet sich aktiv, wenn er zu Boden fällt – denn sein Träger oder seine Trägerin könnte ebenfalls gefallen sein. Dies sind nur einige Beispiele der intelligenten Umgebung. Die Notwendigkeit zur Assisted-Living-Forschung sieht Institutsleiter Dieter Rombach in der demographischen Entwicklung: „Die Menschen leben länger, die Alterspyramide verändert sich.“

... mehr zu:
»Engineering »Labor »Living

Ziel des Projekts ist es, ältere Menschen so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung wohnen zu lassen. Die Informationstechnologie soll den Bewohner in seinem eigenen Haus kennen lernen und im Alltag unterstützten. „Eben ein Projekt mit Herz und Verstand“, so Oberbürgermeister Bernhard Deubig bei der Laboreröffnung.

Mit im Boot ist bei der Ambient-Intelligence-Forschung auch die Technische Universität Kaiserslautern: „Das Projekt stellt eine große wissenschaftliche Herausforderung dar“, so Jürgen Nehmer von der TU. Als „wichtige Andockstelle für die Medizin“ bezeichnete Christian Madler, Chefarzt am Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern, die Assisted-Living-Forschung.

Wichtige Kooperationen konnten bereits geknüpft werden. So bekräftigte Harald Orlamünder von der Alcatel SEL AG die Bedeutung von Assisted Living für die Industrie: „Assistent Living liegt absolut im Trend und ich freue mich auf eine fruchtbare Zukunft.“ „Nach Tests im Wohnlabor und Versuchsphasen in Seniorenheimen könnten in drei bis fünf Jahren bereits erste Prototypen in Zusammenarbeit mit der Industrie auf den Markt kommen“, blickt Projektleiter Thomas Kleinberger in die Zukunft.

Das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE

Das Fraunhofer IESE in Kaiserslautern forscht mit derzeit 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf den Gebieten Software-Entwicklung, Software-Qualitätsmanagement und Software-Kompetenzmanagement. Zusammen mit seinem Schwesterinstitut in den USA bietet das Fraunhofer IESE Prozesse, Methoden und Techniken an, um softwarebasierte Systeme nach ingenieurwissenschaftlichen Prinzipien zu entwickeln. Dabei verfolgt es einen empirischen Ansatz: Durch erprobte innovative Lösungen können Produkte, die auf Software basieren, messbar effizienter zur Marktreife geführt werden.

Die Auftraggeber des Fraunhofer IESE kommen aus Bereichen, in denen die Produkte wesentlich durch Software bestimmt werden: Automobil- und Transportsysteme, Telekommunikation, Telematik und Service-Provider, Medizinsysteme sowie Informationssysteme und Anwendungen im öffentlichen Sektor. Das Institut unterstützt Firmen jeder Größe – vom international tätigen Großkonzern bis hin zu mittleren und kleinen Unternehmen. Zugleich spielt die öffentliche Hand als Projektpartner eine wichtige Rolle.

Das 1996 gegründete Fraunhofer IESE feiert 2006 seinen zehnten Geburtstag. Es steht unter der Leitung von Prof. Dieter Rombach und Prof. Peter Liggesmeyer. Es gehört zu den 57 Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft, die als größte Organisation für angewandte Forschung in Europa zur nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit beiträgt.

Dr. Claudia Duwe | Fraunhofer IESE
Weitere Informationen:
http://www.iese.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Engineering Labor Living

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten