Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

e/home: Eine für alles

11.10.2006
Noch benötigt der Durchschnittsbürger Dutzende von Knöpfen, Schaltern und Betriebsanleitungen, wenn er heizen oder lüften, Kaffee kochen, sich durch Fernsehprogramme zappen, Radio oder CDs hören will. Zu umständlich, meinen die Fraunhofer-Forscher. Auf der e/home in Berlin zeigen sie eine komplett neue Art Geräte zu bedienen.

Ein Knopfdruck - und schon geht alles schief. Das Bedienen von Technik hat seine Tücken: In einem durchschnittlichen Haushalt stapeln sich die Fernbedienungen, und jede ist anders. Die unterschiedlichen Menüführungen bringen selbst Technikfreaks zur Verzweiflung.

Doch das Verwirrspiel hat jetzt ein Ende. Auf der e/home zeigen die Forscher am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand eine neue und simple Art der Gerätebedienung. "Wir präsentieren eine bedienerfreundliche, sehr einfache Lösung am Beispiel einer typischen Wohnsituation", erklärt Klaus Scherer, Abteilungsleiter am Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS und Leiter des Innovationszentrums in Duisburg. Tatsächlich sieht es auf dem Messestand - fast - aus wie zu Hause: Bücherwand, Sessel, Multimediafernseher, nebenan die Küche mit Backofen und Geschirrspüler. "All diese Geräte lassen sich mit einer einzigen Steuerung - zum Beispiel einem Personal Digital Assistent, kurz PDA - ansteuern", sagt Scherer. Über ein Menü auf dem Fernsehbildschirm kann der Besucher verschiedene Funktionen anwählen: Fenster öffnen, Backofen ausschalten, Geschirrspüler starten, Fernsehprogramm wählen, alles funktioniert nach demselben Prinzip. Sämtliche Geräte lassen sich über Touchscreen ansteuern, ein- oder ausschalten, gleichzeitig liefern sie ihrerseits Informationen. Der Nutzer erfährt, wenn das Geschirr gewaschen und der Braten gar ist.

"Die integrierte Systembedienung - bestehend aus Software und Steuerung - wurde im inHaus-Entwicklungslabor erarbeitet und erprobt", berichtet Scherer. Die neue Generation des Bedienkonzepts ist seiner Ansicht nach ein Zukunftsmarkt: Die Software "Media Center" zur Steuerung von Multimediarechnern wurde in Deutschland bereits über vier Millionen Mal verkauft. Diese ersetzen zunehmend die traditionelle Geräteausstattung - bestehend aus Fernseher, Video- und DVD-Player, Stereoanlage und PC. "Wir haben diesen Trend weiterentwickelt. Das Ergebnis ist eine einheitliche Bedienoberfläche, die kompatibel ist mit unterschiedlichen Systemen - von der Unterhaltungselektronik über Küchengeräte bis zur Haustechnik."

Die Voraussetzung für eine einheitliche Bedienung ist eine gemeinsame Sprache für den Datenaustausch. Damit Küchenherd, Fensteröffner und Fernseher die Botschaften verstehen, haben die Fraunhofer-Forscher eine neuartige Software entwickelt. "Diese "Middleware". macht das System offen für alle Hauhalts- und Hifi-Geräte", so Scherer. "Sie alle lassen sich zu Hause über den zentralen PDA anwählen oder von unterwegs übers Internet." Die Geschirrspüler, Küchenherde, Heizungen und Lüftungssysteme, die mit dem neuen Steuerungssystem kompatibel sind, stehen kurz vor der Markteinführung. Auf der e/home präsentierten vier Fraunhofer-Institute ihre Lösungen gemeinsam mit ihren Wirtschaftspartnern Wilo AG, Miele & Cie. KG, Hager Tehalit Vertriebs GmbH, SIEGENIA-AUBI KG, Berker GmbH & Co. KG, Vodafone D2 GmbH sowie Siemens Home and Office communication Devices GmbH & Co.KG.

Servicekonzepte für morgen

Neue Informations- und Kommunikationstechnologien können auch die Grenze zwischen den eigenen vier Wänden und der Außenwelt problemlos überwinden. Auf der e/home präsentieren Forscher vom Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST den "Smart Living Manager SLiM". Über diesen können Bewohner intelligenter Wohnungen Bestellungen bei der Apotheke oder im Supermarkt aufgeben, Friseurtermine vereinbaren oder einen externen Sicherheitsservice für die Urlaubszeit bestellen - der Smart Living Manager überwindet also die "Grenzen" der Wohnung und stellt die Verbindung zur Außenwelt dar. "Den Bewohnern steht eine Vielzahl an Dienstleistungen zur Auswahl - sie können individuell auswählen, welche sie nutzen wollen", so Lothar Schöpe vom ISST. Für die Bedienung des SLiM benötigt man nicht mehr als eine handelsübliche Fernbedienung und einen Fernseher.

Marion Horn | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2006/10/Presseinformation11102006.jsp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Roboter-Navigation über die Cloud
11.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Neuer Kaba Zylinder mit Service-Funktion: Zeitlich begrenzter Zutritt für Servicepersonal
07.12.2017 | dormakaba Deutschland GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Brände die Tundra langfristig verändern

12.12.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen

12.12.2017 | Medizin Gesundheit