Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

GridEcon: Ein neues EU-Projekt

11.10.2006
Die International University in Germany hat die technische Leitung und Koordination in einem neuen EU-Forschungsprojekt zum Thema "Ökonomie von Grid-Computing" übernommen.

Das Projekt GridEcon, das von der EU mit mehreren Millionen Euro gefördert wird, ist Teil des Information Society and Technology Programms (IST) der EU.

Der Begriff Grid-Computing stammt von der englischen Bezeichnung für das Stromnetz, dem Power Grid. Die Idee des Grid-Computings ist dabei, die Rechenleistung - ähnlich wie elektrischen Strom - "aus der Steckdose" vom Grid beziehen zu können.

Das Grid-Computing umfasst alle Methoden, die Rechenleistung vieler Computer innerhalb eines Netzwerks so zusammenzufassen, dass über den reinen Datenaustausch hinaus die Lösung von rechenintensiven Problemen ermöglicht wird. Damit kann, zu deutlich geringeren Kosten, sowohl die Kapazität als auch die Rechenleistung heutiger Supercomputer übertroffen werden.

Statt also zwischen zwei E-Mails im Leerlauf zu dösen, könnte mancher PC bei der Forschung oder bei kommerziellen Problemen helfen. Mit einer Vernetzung von entfernten Rechnern, dem so genannten Grid (Gitter), soll künftig brach liegende Rechenleistung für anspruchsvolle Projekte genutzt werden.

Nach Einschätzung von Fachleuten sind heute nicht nur die heimischen PCs, sondern auch Großrechner chronisch unterausgelastet. Im Schnitt liegen 80 bis 95 Prozent der Rechenleistung brach- wirtschaftlich gesehen eine traurige Bilanz.

Neben der Nutzung für rechenintensive Probleme kann das Grid auch mit Software gebündelt werden. In diesem Fall spricht man von "Software als Service".

Hierbei bezahlt lediglich der einzelne Nutzer nur für die tatsächliche Benutzung des Bündels aus Computer und Software. Mit dieser Technologie könnten auch die Regionen der Welt, denen nur geringe finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, in den Genuss von Technologien kommen, die sonst für sie unerreichbar wären.

"Grid-Computing ist eine Fortentwicklung des Internets, sozusagen die nächste Generation", sagt Prof. Dr. Jörn Altmann, Technische Leiter und Koordinator des GridEcon Projekts an der International University (IU) in Bruchsal. Zusammen mit Partnern wie Imperial College, London, Athens University of Economics and Business und namhaften Firmen wie u. a. Ernst & Young wird die International University speziell die wirtschaftlichen Implikationen der Entwicklung eines solchen "kommerziellen" Grids untersuchen. "Das Grid könnte eine revolutionäre Technologie werden, die unser aller Leben verändert." so Altmann, "Das Grid könnte kleinen Unternehmen eine IT-Arbeitsumgebung zur Verfügung stellen, die auf Grund der sehr hohen Betriebskosten ansonsten nur finanzkräftigen, großen Unternehmen zur Verfügung stünde. Um dies zu erreichen, bedarf es jedoch noch der Überwindung vieler Hemmschwellen. Ökonomische Modelle für das Grid müssen entwickelt werden und existierende Grid-Software muss um Komponenten erweitert werden, die eine ökonomisch-effiziente Ressourcen-Verteilung ermöglichen."

Das Projekt passt sehr gut in das wissenschaftliche Profil der International University. Die Verbindung von Informatik und Ökonomie spiegelt sich auch im interdisziplinärem Aufbau der Studienprogramme wieder. Das Projekt wird eine Dauer von 2,5 Jahren haben.

Die Zukunft hat schon begonnen: An der International University in Germany

Dr. Jens Heise | idw
Weitere Informationen:
http://www.i-u.de/

Weitere Berichte zu: Grid Grid-Computing GridEcon Rechenleistung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Volle Konzentration am Steuer
25.11.2016 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Warum Reibung von der Zahl der Schichten abhängt
24.11.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften