Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Funketiketten bringen Briefe sicher ans Ziel

11.10.2006
Briefmarke drauf, ab in den Briefkasten und am nächsten Tag ist der Brief meist da - nach einer langen Reise durch ein komplexes Logistiksystem. Neuartige RFID-Tags mit Display können das System künftig noch schneller und zuverlässiger machen.

Die Papierflut ist gewaltig: Rund 70 Millionen Briefe durchlaufen täglich die 84 Verteilzentren der Deutschen Post AG. Einsortiert in sechs Millionen gelbe Transportbehälter finden sie schnell und sicher ans Ziel. Jeder Behälter ist mit einem Infoträger versehen, der über den Bearbeitungsstand des Behälters, seinen Inhalt und sein Ziel Auskunft gibt - in Klarschrift lesbar für die Postangestellten und in einem Barcode verschlüsselt für die automatischen Förderanlagen.

Mehr als 500 Millionen solcher Infoträger benötigt die Deutsche Post AG pro Jahr. Doch die Ära der Papierstreifen könnte schon bald zu Ende sein. Ein interdisziplinäres Forscherteam untersucht jetzt, wie sich mit RFID-Tags Zeit und Geld sparen lässt: durch verbessere Logistik und geringere

Fehlerquoten.

... mehr zu:
»Display »Funketikett »IZM »RFID-Tag

Radio-Frequency-Identity-Tags, kurz RFID-Tags, sind Funketiketten. Die Automobilindustrie und andere logistikintensive Branchen setzen sie bereits ein, allerdings nur in elektronisch lesbarer Form. Bei der Deutschen Post AG sollen die Tags zusätzlich mit einem extrem flachen Display ausgestattet werden, damit auch die Angestellten alle wichtigen Informationen weiterhin ablesen können. Diese neuen Tags mit einem bistabilen Display, D-RFID genannt, werden derzeit in dem vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt PARIFLEX entwickelt.

Hier arbeiten Ingenieure der Deutschen Post AG und des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Paderborn vom Fachgebiet Sensorik, beteiligt sind an dem Projekt auch die Unternehmen Vossloh IT GmbH, INSPIRE AG und Spree Hybrid & Kommunikationstechnik GmbH.

Das Projekt läuft bis Ende September 2008, die Anforderungen der Deutschen Post AG sind dabei hoch: Aus Kostengründen sollen die Tags vier bis fünf Jahre zuverlässig funktionieren. "Die Tags sind auf der einen Seite harschen Umwelteinflüssen ausgesetzt und müssen auf der anderen Seite extremen Kostenkonditionen genügen", sagt Werner John vom IZM. "Die D-RFID-Etiketten sind fest mit den Transportbehältern verbunden und so denselben Belastungen ausgesetzt."

Behälter und Tag fahren durch Waschanlagen, holpern auf Lkws über die Landstraße und stehen in Sonne und Regen. "Die Label müssen außerdem ohne Batterien oder Akkus auskommen", erklärt John. Das Problem der Stromversorgung haben die Forscher mittlerweile gelöst: Beim Scannen werden die Tags nicht nur gelesen, sondern gleichzeitig mit dem Strom versorgt, der dann beispielsweise zum Beschriften oder Auffrischen der Displays verwendet werden kann.

Marion Horn | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2006/10/Mediendienst102006Thema4.jsp

Weitere Berichte zu: Display Funketikett IZM RFID-Tag

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ein stabiles magnetisches Bit aus drei Atomen
21.09.2017 | Sonderforschungsbereich 668

nachricht Drohnen sehen auch im Dunkeln
20.09.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie