Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit dem Handy auf Schnitzeljagd

05.09.2006
UMTS macht's möglich: Mit dem Handy kann man sich durch fremde Städte führen lassen oder aufbrechen zur lustigen Schnitzeljagd. Grundlage der neuen Anwendungen ist die Kombination verschiedener mobiler Technologien in einer Spiele-Plattform.

Wer kennt sie nicht aus Kindertagen - die Schnitzeljagd: Eine Gruppe Spieler läuft durch die Stadt und markiert ihren Weg an Kreuzungen mit Pfeilen aus Kreidestrichen. Wenig später nimmt eine Verfolgergruppe die Fährte auf. Die gute alte Schitzeljagd feiert jetzt ihr Comeback: Im Zeitalter der Elektronik werden allerdings keine Kreidestriche mehr gemalt. Forscher am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Darmstadt haben das Verfolgungsspiel aufs Handy übertragen. "Die erste Gruppe macht an markanten Stellen ein Photo, das über GPS geokodiert und an einen Server verschickt wird", erklärt Markus Etz, Projektleiter am IGD. Das Verfolgerteam kann die "Markierung" per GPS überprüfen. Wenn sich die Verfolger an der richtigen Stelle befinden, übermittelt der Server das nächste Bild, das auf dem Handydisplay lagerichtig auf einem dreidimensionalen Spielfeld eingeblendet wird. Ist das erste Team schließlich in Sichtweite, kann die Verfolgergruppe es über Bluetooth "einfangen".

Um dieses Spiel zu realisieren, haben die Forscher verschiedene mobile Technologien in einer Spiele-Plattform kombiniert - angefangen von Positionierungstechnologien wie GPS und Bluetooth-Erkennung über den Datenaustausch mittels Web Services bis hin zur 3-D-Darstellung des Spielfelds auf dem Handy. Der Prototyp für die Schnitzeljagd "Mobile Chase" ist bereits fertig, Spieleentwickler und Telekommunikationsunternehmen können damit in Zukunft ortsbasierte Spielkonzepte rasch und einfach umsetzen. "Wir möchten durch solche Spiele die Nutzung verschiedener mobiler Technologien vorantreiben, wie etwa UMTS", sagt Etz. Zwar läuft die Schnitzeljagd auch ohne UMTS, die Handys brauchen aber wesentlich länger, um mit den großen Datenmengen zurechtzukommen.

Die Möglichkeiten der Plattform sind damit aber längst nicht ausgeschöpft: Mit der neuen Software können sich Touristen in einer fremden Stadt Sehenswürdigkeiten anzeigen und - wie bei einer Stadtführung - von einem Punkt zum nächsten leiten lassen. "Und Schulen könnten Lehrpfade einrichten", überlegt Etz. "Schüler würden beispielsweise für jede besuchte historische Stätte eine gewisse Punktzahl bekommen, die später honoriert wird".

Ansprechpartner:
Markus Etz
Telefon: 0 61 51 / 1 55-4 08
Fax: 0 61 51 / 1 55-4 44
markus.etz@igd.fraunhofer.de
Daniel Holweg
Telefon: 0 61 51 / 1 55-4 12
Fax: 0 61 51 / 1 55-4 44
daniel.holweg@igd.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Fraunhoferstraße 5
64283 Darmstadt

Beate Koch | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.igd.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Etz GPS Graphische Datenverarbeitung Handy Schnitzeljagd

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Clevere Folien voller Quantenpunkte

27.03.2017 | Materialwissenschaften

In einem Quantenrennen ist jeder Gewinner und Verlierer zugleich

27.03.2017 | Physik Astronomie