Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Computer überwindet Sprachbarrieren

28.08.2006
RWTH Aachen forscht an maschineller Simultanübersetzung

Die Länder der Europäischen Union wollen politisch und wirtschaftlich zusammenwachsen. Doch während die Zollgrenzen längst gefallen sind, gibt es eine Barriere, die nicht so einfach zu überwinden ist: die Vielsprachigkeit. In der Europäischen Union gibt es alleine 20 offizielle Sprachen. Die Verständigungsprobleme behindern vor allem die internationale Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen. Während die Politiker meist auf ihre Dolmetscher zurückgreifen können, verzichtet so mancher Geschäftsmann aus Kosten- und Zeitgründen auf die Übersetzung einer ausländischen Internetseite oder scheut den Telefonanruf mit seinem ausländischen Partner.

Damit diese sprachlichen Hindernisse beseitigt werden, arbeiten zwölf internationale Partner gemeinsam an dem europäischen Projekt TC-STAR (Technology and Corpora for Speech to Speech Translation). TC-STAR forscht an der Entwicklung eines maschinellen Simultandolmetschers, der das gesprochene Wort in eine andere Sprache übersetzt. Dazu wird zum Beispiel gesprochenes Spanisch per Spracherkennung verschriftet und maschinell übersetzt, um schließlich als gesprochenes Englisch wieder ausgegeben zu werden. Neben international führenden Technologieunternehmen wie IBM, Siemens, Nokia und Sony sind in Deutschland die RWTH Aachen und die Universität Karlsruhe an dem 18-Millionen-Euro-Projekt, das mit 11 Millionen von der EU gefördert wird, beteiligt. Der Lehrstuhl Informatik 6 der RWTH unter Leitung von Professor Hermann Ney hat sich vor allem auf die Themenfelder der Spracherkennung sowie der maschinellen Übersetzung spezialisiert. Als Ausgangsmaterial für die selbstlernenden Verfahren dienen dem Lehrstuhl englische und spanische Parlamentsdebatten der vergangenen zehn Jahre. Dank deren vielseitigen Themen ist der Simultanübersetzer nicht auf eine bestimmte Domäne beschränkt.

Das Ziel ist nicht die Ersetzung menschlicher Übersetzer, dafür hat der maschinelle Simultandolmetscher derzeit noch eine zu geringe Qualität. Vielmehr soll die Kommunikation über die Sprachgrenzen vor allem schneller und günstiger werden. "Man muss sich klar machen, wie komplex die gesprochene Sprache ist. Die maschinelle Übersetzung ist natürlich noch nicht perfekt, aber TC-STAR hat in den vergangenen zwei Jahren einen großen Schritt vorwärts gemacht", betont Dr. Volker Steinbiß, der kürzlich den Report "Human Language Technologies for Europe" verfasst hat. Der Report, der demnächst außer in Englisch auch noch in deutscher, französischer und italienischer Sprache erscheint, gibt Einblicke in den internationalen Übersetzungsmarkt und verdeutlicht vor allen die wirtschaftlichen und politischen Chancen, die maschinelle Übersetzung ermöglicht.

... mehr zu:
»RWTH »TC-STAR »Übersetzung

Weitere Informationen über das TC-STAR-Projekt gibt es unter www.tc-star.org und www-i6.informatik.rwth-aachen.de sowie bei Volker Steinbiß unter der Telefonnummer 0179-6679918 oder per E-Mail an volker.steinbiss@accipio-consulting.com. Über ihn kann auch die Druckausgabe des Reports "Human Language Technologies for Europe" bestellt werden. Den Report gibt es zum Download unter http://europa.eu/languages/en/document/88.

i. A. M. Lembke

Thomas von Salzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.rwth-aachen.de
http://europa.eu/languages/en/document/88

Weitere Berichte zu: RWTH TC-STAR Übersetzung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Vom Edge- bis zum Cloud-Datacenter - Rittal zeigt in Monaco innovative Lösungen für Datacenter
29.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hält die Klebung?

29.05.2017 | Materialwissenschaften

Vom Edge- bis zum Cloud-Datacenter - Rittal zeigt in Monaco innovative Lösungen für Datacenter

29.05.2017 | Informationstechnologie

„BioFlexRobot“: Weiche Gelenke machen Roboter sicherer

29.05.2017 | Energie und Elektrotechnik