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Sicherheitscheck für Wasserstraßen

18.08.2006
In dieser Woche weilten zwei hochrangige Vertreter der International Association for Aids to Navigation and Lighthouse Authorities (IALA), der internationale Vereinigung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltungen, im Maritimen Simulationszentrum in Warnemünde.

Mit Fachleuten des Fachbereiches Seefahrt der Hochschule Wismar diskutierten sie vor Ort über ein von der IALA im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit neu entwickeltes Werkzeug zur Einschätzung des Risikos auf Seewasserstraßen.

Es besteht weltweit eine große Nachfrage zur Abschätzung der Sicherheit von Seewasserstraßen auf denen beispielsweise die immer größer werdenden Containerschiffe zu den Häfen und Terminals fahren, um ihre Ladungen zu löschen. Risikobewertungen werden benötigt, um unter anderem abschätzen zu können, ob und mit welchen Maßnahmen das bestehende Risiko von Schiffskollisionen oder Grundberührungen reduziert werden kann. Ähnlich wie im Straßenverkehr werden Risikobewertungen u. a. auf der Basis von Verkehrszahlen und -prognosen sowie auf der Basis der Schiffsgrößen im Verhältnis zu Fahrwasserbreiten vorgenommen. Bei Seewasserstraßen wird das Risiko aber auch durch verschiedene Faktoren, wie zum Beispiel der Markierung der Fahrwasser mit Tonnen und Leuchtfeuern oder das Aussenden von Verkehrs- und Positionsinformationen von landseitigen Verkehrszentralen aus an die Schiffsführer beeinflusst.

Solche Maßnahmen zur Kompensierung erhöhter Risiken sind in der Regel mit hohem finanziellem Aufwand verbunden, der im Verhältnis zum erwarteten Nutzen betrachtet werden muss. Unter Schirmherrschaft der IALA hat eine internationale Arbeitsgruppe u. a. mit Vertretern der kanadischen und amerikanischen Küstenwache, der englischen Schifffahrtsverwaltung sowie Wissenschaftlern aus Dänemark und Deutschland (auf Einladung der IALA ist Prof. Dr. Knud Benedict Mitglied der Gruppe) eine Software entwickelt, die es ermöglicht solche Risikobewertungen für beliebige Seestraßen auf der Basis eigener Daten durchzuführen. So sollen zum Beispiel nationale Behörden in die Lage versetzt werden, die Sicherheit ihrer Verkehrswege in Relation zu anderen Wasserstraßen zu bewerten, besonders risikoreiche Abschnitte besser zu identifizieren und mögliche, das Risiko reduzierende Maßnahmen vorher abschätzen zu können.

Dem Fachbereich Seefahrt der Hochschule Wismar wurde bereits zum zweiten Mal die Ehre zu Teil, Gastgeber für die Tagung der Arbeitsgruppe unter Leitung des Generalsekretärs Thorsten Kruuse zu sein. Bei dem Treffen am vergangenen Montag und Dienstag in Warnemünde wurde der entwickelte Prototyp u.a. von Prof. Dr. Knud Benedict und Dr. Michael Baldauf ersten Funktionstests unterzogen, um die Entwicklungsarbeiten für das neuartige Software-Werkzeug bis zum Ende des Jahres zu vervollständigen.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an Prof. Dr. Knud Benedict, Tel.: (0381) 498 58 91 bzw. E-Mail: k.benedict@sf.hs-wismar.de.

Kerstin Baldauf | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-wismar.de

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