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Feuertaufe während des Hochwassers

14.07.2006
Hochwasser verhindern können die Wissenschaftler kaum, sie können jedoch aktuelle Daten aus Schadensgebieten für den Katastrophenstab optimal aufbereiten. Systeme wie MobiKat erleichtern die Arbeit der Einsatzkräfte.

Heftige Regenfälle lassen in vielen Teilen Deutschlands immer wieder Flüsse über die Ufer treten. Vor allem den Sachsen sitzt das extreme Hochwasser von 2002 noch tief in den Knochen. Sie beobachten seither die Elbe mit Argusaugen - und seit 2006 auch mit MobiKat, einem Projekt des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI in Dresden und des Landkreises Sächsische Schweiz.

Das System soll grenzüberschreitend die Lage in Katastrophensituationen überwachen und die Mobilität in Schadensgebieten sichern. "Mit dem Projekt haben wir erst vor einigen Monaten begonnen. Als kurzfristig der Katastrophenalarm an der Elbe ausgerufen wurde, konnten wir bereits mehrere Komponenten des Systems einsetzen, um die Hochwasserschäden zu minimieren", berichtet Dr. Kamen Danowski, Projektleiter von MobiKat. Mit Erfolg, bestätigt das Landratsamt Pirna: Innerhalb kürzester Zeit installierte ein Projektteam vom IVI an strategisch wichtigen Punkten mobile Kameras, die Wasserstand und Entwicklung der Überflutung überwachten. Die Live-Bilder wurden im Minutentakt über Funk an den Katastrophenschutzstab übertragen.

Das IT-System gab darüber hinaus Auskunft zur Infrastruktur und lieferte wertvolle Informationen über wichtige Gebäude im Gefahrenraum wie Schulen, Krankenhäuser und Kindertagesstätten. Aus allen Daten erstellte die Software digitale Lage- und Prognosekarten, die im Katastrophenschutzstab schnell und übersichtlich auf eine Leinwand projiziert und für die Einsatzkräfte vor Ort ausgedruckt wurden. Damit konnte der Landkreis Sächsische Schweiz wichtige Entscheidungen über Evakuierungen und Verkehrssteuerung treffen. "Unsere MobiKat-Komponenten waren während der Hochwasserkatastrophe permanent im Einsatz und haben trotz des frühen Entwicklungsstands korrekt und ausfallfrei funktioniert", so Danowski.

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Die jetzt gesammelten Erfahrungen fließen in den weiteren Ausbau von MobiKat ein. Neben der Unterstützung während und nach Katastrophen soll das System in Zukunft dazu beitragen, bereits im Vorfeld entsprechende Abwehrmaßnahmen zu planen.

Marion Horn | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2006/07/Mediendienst72006Thema4.jsp

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