Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Intelligente Technik für Radprofis

14.07.2006
Im Radrennsport zählen tausendstel Sekunden. Wer unter die Ersten kommen will, muss hart trainieren. Ambient Intelligence - eine intelligente Umgebung aus Sensoren und Computern - hilft Sportlern, ihre Leistungsfähigkeit zu verbessern.

Es geht bergauf. Die Fahrer treten kräftig in die Pedale. Noch liegt das Team gut im Rennen. Doch bald wird es zurückfallen. Der Puls des Teamführers steigt bei nachlassender Tretleistung. Das ist der Punkt, an dem die Muskelübersäuerung beginnt und der Leistungseinbruch folgt. Noch bevor der Fahrer die Schwäche bemerkt, bekommt er über Funk Anweisung, die Führung abzugeben. Ein Kollege übernimmt, bis sich der Spitzenmann erholt hat. "Mit Ambient Intelligence, zu deutsch Intelligenter Umgebung, lässt sich die Leistungsfähigkeit von Einzelfahrern und ganzen Teams permanent überprüfen und verbessern." Davon ist Dr. Martin Becker vom Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE in Kaiserslautern überzeugt.


Ein Prozessor am Fahrrad sammelt alle Messwerte und schickt diese per Funk an eine zentrale Recheneinheit. © Fraunhofer IESE

Im Labor hat sich das neue intelligente Trainingssystem bereits bewährt: Zusammen mit Wissenschaftlern vom Forschungsschwerpunkt Ambient Intelligence der Universität Kaiserslautern hat Becker im Deutsch-Ungarischen-Forschungsprojekt BelAmi ein Netzwerk von Sensoren, Computern und Aktoren entwickelt, mit dem Radrennfahrer ihre Leistungen optimieren können. Mehr als zehn Fahrer können gleichzeitig trainieren: Jedes Fahrrad ist so ausgestattet, dass es permanent die Kräfte erfasst, die auf die beiden Tretkurbeln wirken. Zusätzlich spielen Puls, Tretfrequenz, Geschwindigkeit und Steigung eine Rolle. All diese Messwerte werden in einem Prozessor am Fahrrad gesammelt, über Funk an eine zentrale Recheneinheit geschickt und dort ausgewertet. Der Computer liefert jedem Fahrer individuelle Trainingsempfehlungen: Er kann diese auf einem Display an der Lenkstange sehen oder über Kopfhörer empfangen. Damit die Radprofis die Informationen bei Bedarf auch während der Fahrt abfragen können, entwickelt das ungarische Forscherteam derzeit eine adaptive Komponente, die Sprache selbst dann erkennt, wenn sie durch die körperliche Anstrengung verzerrt klingt. Becker: "Unser Ziel ist es, das System so nutzerfreundlich zu machen, dass Radsportler es bedienen können, ohne dabei abgelenkt zu werden."

In den nächsten Monaten soll die intelligente Umgebung mobil werden: "Das ist der Härtetest für die Ambient Intelligence. Der Radsport ist eine besondere Herausforderung, da sich die Position der Akteure ständig verändert, es können sich sogar Untergruppen bilden, die räumlich voneinander getrennt sind", erläutert der Forscher. Noch experimentieren die Wissenschaftler mit Sportstudenten. Doch schon nächstes Jahr sollen sich Profis in den Sattel schwingen, um das System zu testen.

Marion Horn | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de
http://tristage.bi.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2006/07/Mediendienst62006Thema1.jsp

Weitere Berichte zu: Ambient Fahrrad Intelligence Leistungsfähigkeit Radprofi

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

nachricht Big Data: Flächendeckendes Messnetz für Feinstaub
09.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise