Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fehlerkontrolle bei Computern, die über Leben und Tod entscheiden

12.07.2006
Dresdner Informatiker entwickelt Software, die Programmausfälle frühzeitig erkennt

Ob in Flugzeugen, im Auto oder während medizinischer Operationen - schon seit einiger Zeit werden viele Prozesse, bei denen Gesundheit und Leben von Menschen potentiell gefährdet sind, mit Computern gesteuert. Doch computergesteuerte Technik funktioniert nicht immer ohne Fehler, was lebensbedrohliche Folgen haben kann. Christof Fetzer, Professor für Systems Engineering an der Technischen Universität Dresden, arbeitet zurzeit an der Entwicklung einer Software, um solche Fehler frühest möglich zu erkennen.

Moderne Prozessoren in Computern haben mittlerweile mehrere Millionen Transistoren. Diese können durch Produktions- oder Entwurfsfehler, Erhitzen oder andere Einflüsse auch beschädigt werden, so dass ihr Funktionieren nicht mehr 100-prozentig gewährleistet ist. Doch genau das ist vor allem beim Einsatz in so genannten "kritischen Systemen" (wenn Menschenleben davon abhängen) sehr wichtig.

Programme sollen sich in Zukunft selbst prüfen, ob sie auch entsprechend ihrer Aufgabe funktionieren. Ziel ist es, dass kritische Systeme niemals unerkannt Fehler machen, damit auf Funktionsstörungen immer entsprechend schnell reagiert werden kann. Ausfällen in Kraftwerken oder Flugzeugen beispielsweise will man so vorbeugen. Arbeitet die Bremse eines Autos nicht oder nur eingeschränkt, dann sollte der Fahrer dies nicht erst bei einem Bremsversuch bemerken, sondern vom System schon vorher informiert werden. Die Programme müssen sich daher durchgängig selbst kontrollieren, um so jede Möglichkeit eines folgenschweren Fehlers ausschließen zu können.

... mehr zu:
»Fehlerkontrolle

Das Geheimnis der Dresdner Informatiker liegt darin, das gesamte Spektrum von möglichen Programmabläufen in die Entwicklung der Software einzubeziehen. Bereits vor 20 Jahren konnte man dies bei sehr kleinen Programmen berechnen, weil deren Varianz begrenzt war. Heute ist die Software sehr komplex. Es ergeben sich unzählige Möglichkeiten und Kombinationen, wie Programme arbeiten und ausgeführt werden. Daher ist es sehr schwierig, Komplexität und Menge möglicher Outputs im Vorfeld einzubeziehen. Die Mitarbeiter um Professor Fetzer haben dafür jetzt ein Verfahren entwickelt. Programme können dann in Zukunft selbst eventuelle Abweichungen frühzeitig erkennen und anzeigen.

Informationen für Journalisten: Prof. Dr. Christof Fetzer, Tel. 0351 463-39709, E-Mail: christof.fetzer@inf.tu-dresden.de

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/
http://web.inf.tu-dresden.de/SyA/

Weitere Berichte zu: Fehlerkontrolle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise