Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Computersimulation sagt Folgen katastrophaler Überschwemmungen voraus

06.07.2006
Das Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen (SCAI) präsentiert ein Projekt zur Berechnung von Hochwasserereignissen auf der Bonner Wissenschaftsnacht (Motto: Wasserfest) am 7. Juli, ab 19 Uhr.

Die Hochwasserkatastrophe von Dresden im August 2002 hat einen Schaden von etwa einer Milliarde Euro verursacht. Tausende Menschen mussten ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Der Grund für solch ein Hochwasser ist nicht nur die Überflutung eines Flusses. Die unterirdische Wasserausbreitung in Kanalsystem und Grundwasser ist ebenfalls mitverantwortlich. Um künftig solche Katastrophen besser abschätzen zu können, arbeiten Forscher des Fraunhofer-Instituts für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen (SCAI) an einem Simulationsprogramm zur Vorhersage der Auswirkungen von Überschwemmungen.

Ziel des Projekts mit dem Namen "3ZM-GRIMEX" ist die Entwicklung eines Computerprogramms, das die wechselseitige Beeinflussung von Oberflächenwasser, Kanalsystem und Grundwasser simulieren kann. SCAI hat dabei die Aufgabe, mehrere Simulationsprogramme mit der Kopplungssoftware MpCCI (Mesh-based parallel Code Coupling Interface) zusammenzuführen. Die am SCAI entwickelte Software ist in der Lage, Simulationscodes verschiedener Hersteller zu koppeln, um damit multidisziplinäre Probleme zu lösen. Das sind Probleme, die aus zwei oder mehr voneinander abhängigen physikalischen Phänomenen bestehen. Beim Hochwasser kommen mit dem Oberflächenwasser, dem Kanalsystem und dem Grundwasser drei verschiedene Ablaufvorgänge zusammen. Jeder dieser Vorgänge wird mit einem bestehenden Programm und feststehenden Bedingungen simuliert. MpCCI sorgt nun für den Datenaustausch und die Interpolation der Daten zwischen den Simulationsprogrammen.

Das Jahrhunderthochwasser von Dresden dient als Testereignis für das Projekt. Die Forscher spielen die Katastrophe am Computer nachträglich durch und können daraus wichtige Erkenntnisse für die Zukunft gewinnen sowie Handlungsstrategien erarbeiten. Insgesamt soll dadurch das Management nach Hochwasserereignissen erleichtert werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das dreijährige Projekt.

Partner im Projekt 3ZM-GRIMEX sind:

o Dresdner Grundwasserforschungszentrum e.V. (Projektkoordinator),
o Landeshauptstadt Dresden, Umweltamt,
o Technische Universität Dresden,
o Umweltforschungszentrum Halle-Leipzig GmbH,
o Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM (Kaiserslautern) und SCAI in Kooperation mit der Stadtentwässerung, dem Regierungspräsidium, den Stadtwerken und dem Landesamt für Umwelt und Geologie (jeweils in Dresden).

Das Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen (SCAI) präsentiert sich auf der 5. Bonner Wissenschaftsnacht im Hauptgebäude der Universität am 7. Juli von 19 bis 1 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Ansprechpartner:
Dipl.-Journ. Michael Krapp
Marketing und Kommunikation
Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen (SCAI)
Schloss Birlinghoven
53754 Sankt Augustin
Tel.: 02241-14-2935, Fax.: -144-2935
E-Mail: michael.krapp@scai.fraunhofer.de

Michael Krapp | idw
Weitere Informationen:
http://www.scai.fraunhofer.de
http://www.hochwasser-dresden.de/
http://www.bonner-wissenschaftsnacht.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Störungsfreie Kommunikation für die Fabriken von morgen
22.03.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen