Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit neuen Technologien den Schutz vor Terror und Verbrechen verbessern

04.07.2006
Fragen der inneren und äußeren Sicherheit bewegen die Bürger in Europa nicht erst seit dem 11. September 2001. Ab 2007 wird die EU-Kommission mit erheblichen finanziellen Mitteln die Sicherheitsforschung in Europa unterstützen. In Deutschland haben sich mehrere Ministerien unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF abgestimmt, auch auf nationaler Ebene die Forschung für die Sicherheit voranzutreiben und die dafür nötigen Mittel bereit zu stellen.

Der Fraunhofer-Verbund Verteidigungs- und Sicherheitsforschung hat unter dem Motto "FUTURE SECURITY" die 1. Sicherheitsforschungskonferenz organisiert, die Plattform und Treffpunkt für alle ist, die zukünftig in der Sicherheitstechnik und Sicherheitsforschung mitwirken wollen. Auf der Tagung, die am 4. und 5. Juli in Karlsruhe stattfindet, erläuterte die Bundesministerin für Bildung und Forschung Annette Schavan in einem Grundsatzreferat, was die Ziele der Sicherheitsforschung sein sollen und welche Themenschwerpunkte angegangen werden müssen.

Die Gesellschaften und Staaten der westlichen Welt erleben seit einigen Jahren eine neue, komplexe Bedrohung ihrer Sicherheit. Ihnen wird bewusst, dass sie auf vielfältige Weise angreifbar sind. Ein wichtiger Grund dafür sind der hohe Technisierungsgrad sowie die zunehmende Komplexität und Vernetzung in der Informationsgesellschaft. Oberstes Ziel ist der Schutz des Bürgers - gleichgültig ob er durch Terrorismus, organisierte Kriminalität oder Vandalismus bedroht wird. Maßnahmen werden auf vielen Ebenen und mit hoher Priorität ergriffen. Sie müssen breit ansetzen und betreffen den Schutz von Gesundheit und Leben sowie die Sicherung von Eigentum, Infrastrukturen und Informationen gegen unbefugte Ein- und Angriffe.

Der neue Forschungs-Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft Dr. Ulrich Buller stellte eine Fülle von neuen technischen Ansätzen vor mit denen die Fraunhofer-Institute die Sicherheitsforschung voranbringen können. "Eine wesentliche Voraussetzung für Sicherheit ist es, Gefährdungsquellen frühzeitig zu entdecken und zu analysieren. Überwachungs- und Identifikationstechnologien sind dafür der Schlüssel", sagte Dr. Buller. "Die Verfahren reichen von der weltweiten und langfristigen Überwachung kritischer Gebiete mit satellitengestützter Fernerkundung bis zur Kontrolle an Grenzübergängen oder des Zutritts zu Räumen wie Bankgebäuden und Abfertigungshallen in Flughäfen". Ein Kernfeld ist beispielsweise die Detektion und Überwachung von Sprengstoffen, chemischen, biologischen und nuklearen Agenzien. Aber auch die IT-Sicherheit ist in den Mittelpunkt des Interesses gerückt, weil viele sicherheitskritische Infrastrukturen wie die Steuerungen ganzer Kraftwerke oder Produktionsanlagen über Datennetze angegriffen werden können. Beim direkten Schutz sollen Verletzungen und Schäden vermieden oder minimiert werden. Fraunhofer-Forscher entwickeln neue Werkstoffe wie schusssichere Gläser, stoßabsorbierende Metallschäume und reißfeste Fasern, die der Gewalteinwirkung besser widerstehen.

Zum ersten Mal diskutieren auf diesem Symposium drei Ministerien (BMBF, BMI und BMVg) zusammen mit den Forschern und der Industrie über die zukünftige Ausrichtung der Sicherheitsforschung in Deutschland. In der abschließenden Podiumsdiskussion werden drei Staatssekretäre die ressortübergreifende Strategie der zukünftigen Sicherheitsforschung präzisieren. Die Überwindung des Ressortdenkens und die Verknüpfung von innerer und äußerer Sicherheit ist ein wichtiger Meilenstein in der Sicherheitsforschung. Die EU will die Sicherheitsforschung ab dem nächsten Jahr massiv ausbauen und fördern. Wenn es Deutschland als eines der Schlüsselländer in der EU gelingt auf nationaler Ebene die Sicherheitsforschung zusammenzuführen und neu auszurichten, wird dies Auswirkungen auf die EU-Forschungspolitik haben.

Ohne Zweifel trägt das Fraunhofer-Symposium "FUTURE SECURITY" zu einer Profilierung der Technologieregion Karlsruhe bei: Karlsruhe ist ein High-Tech-Standort. Dort sind die obersten Gerichte und der Generalbundesanwalt ansässig. Die vereinte Kompetenz der Forschungseinrichtungen und einschlägiger Unternehmen der Region wird sicher auch in der zukünftigen Sicherheitsforschung eine große Rolle spielen.

Ansprechpartner:
Dr. Peter Elsner / Yvonne Hofmann
Telefon: 07 21 / 46 40-2 01
yvonne.hofmann@ict.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für
Chemische Technologie ICT
Joseph-von-Fraunhofer-Straße 7
76327 Pfinztal-Berghausen

Isolde Rötzer | idw
Weitere Informationen:
http://www.ict.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: BMBF Future Infrastruktur Sicherheitsforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht TU Ilmenau entwickelt Chiptechnologie von morgen
20.04.2017 | Technische Universität Ilmenau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Projekt CeGlaFlex: Hauchdünne, bruchsichere und biegsame Keramik und Gläser

24.04.2017 | Verfahrenstechnologie

Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.

24.04.2017 | Förderungen Preise

Konfetti im Gehirn: Steuerung wichtiger Immunzellen bei Hirnkrankheiten geklärt

24.04.2017 | Medizin Gesundheit