Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter lernen selbstständig denken

26.06.2006
Forscher wollen Experimentierfreudigkeit von Maschinen wecken

Auf völlig neuen Pfaden bewegt sich das kürzlich gestartete europäische Forschungsprojekt XPERO. Ziel des Projektes ist es, Roboter mit der Fähigkeit selbstständigen Lernens auszustatten. Im Gegensatz zu den meisten gegenwärtigen Forschungsbemühungen im Bereich künstlicher Intelligenz setzen die XPERO-Forscher allerdings auf das Lernen von Null auf. So sollen Maschinen die gestellten Aufgaben nicht durch quantitative Rechenleistungen oder durch das Abgleichen von gesammelten Daten mit vorgegebenen komplexen Hypothesenmustern lösen. Vielmehr will die Forschergruppe erreichen, dass Roboter zukünftig in der Lage sind, Lernerfolge durch eigenständiges Experimentieren - ähnlich der Mensch- und Tierwelt - zu erzielen.


Auch Sehen will gelernt sein (Foto: tuwien.ac.at)

"Kleinkinder lernen, indem sie experimentieren, beobachten und imitieren - und das schon lange bevor sie sprechen oder laufen lernen", erklärt Projektinitiator Erwin Prassler, Professor an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, im pressetext-Interview. "Die Übertragung derartiger intuitiver Lernmechanismen auf computergesteuerte Maschinen stellt die tatsächliche Herausforderung dar. Die große Frage lautet, wie kann man Roboter beibringen, wissbegierig zu sein oder aus reiner Neugierde heraus eine Tür öffnen zu wollen", meint Prassler.

Im Rahmen des dreijährigen Projektes, das von der EU mit einem Budget von 2,2 Mio. Euro ausgestattet wurde, will man nun erforschen, ob dieses Lernen durch Experimentieren soweit formalisiert und in einem Computerprogramm mechanisiert werden kann, dass zukünftige Robotergenerationen in der Lage sind, sich qualitatives, neues Wissen selbst anzueignen. In einem ersten Experiment will man einen mit Bewegungs- und visuellen Sensoren ausgestatteten Roboter zur Erkenntnis verhelfen, dass sich mit der Fortbewegung in einem Raum auch die Wahrnehmung der Umgebung und darin platzierter Objekte entscheidend verändert.

... mehr zu:
»Experimentieren »Roboter

Bis zum Ende der dreijährigen Projektphase will man erreichen, dass ein Roboter durch beständiges Experimentieren in einem Raum erkennt, dass er sich durch das Beiseite-Räumen von herumstehenden Boxen einen freien Durchgang verschaffen kann. "Dazu muss er freilich zuerst lernen und verstehen, dass es sich bei den Boxen um mehrere einzelne Objekte handelt, die sich bewegen und beiseite räumen lassen", umreißt Prassler die notwendigen Voraussetzungen. "Wir wissen etwa soviel wie Christoph Columbus, als er in See stach und nach Westen segelte. Früher oder später werden wir aber auf Land stoßen", zeigt sich Prassler gegenüber pressetext überzeugt.

Dem XPERO-Team gehören neben der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg das Fraunhofer Institut für Autonome Intelligente System, die Technische Universität Wien sowie die Universitäten Verona, Ljubljana und Skopje an.

Martin Stepanek | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.xpero.org
http://www.fh-bonn-rhein-sieg.de

Weitere Berichte zu: Experimentieren Roboter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise