Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Regenmessung mittels Handynetz

08.05.2006


Dämpfung der Funksignale lässt auf Niederschlag schließen



Meteorologen der Universität Tel Aviv haben eine Technik entwickelt, mit der sie Handynetze zur Wetterbeobachtung nutzen können. "Mobilfunknetze sind ideale Instrumente zur Messung von Niederschlägen, denn Regen dämpft die von den einzelnen Sendemasten ausgehenden Funksignale", meint die israelische Forscherin Hagit Messer. Aus der Abschwächung der Signale lasse sich Stärke des Regens ableiten. Dies berichtet das Wissenschaftsmagazin Science.



Das System eigne sich besonders in Städten, da dort die Dichte an Sendemasten sehr hoch ist. Daraus ergibt sich ein engmaschiges Messnetz, das sehr präzise Messungen ermöglicht, so die Wissenschafter. Diese können durchaus mit der Niederschlagsmessung mit Regenmessern oder mit einem Wetterradar mithalten. Die Forscher testeten ihren Ansatz am Beispiel eines Regentages in Israel bereits im Januar 2005. Sie erhoben die Werte in einem 21 Quadratkilometer großen Gebiet und verglichen sie mit den Ergebnissen, die herkömmliche Wetterstationen lieferten. Die Messinformationen stimmten laut den Forschern sehr gut überein. Die Genauigkeit sei sogar noch deutlich höher gewesen als die Vergleichsmessungen mit einem Wetterradar.

Von der Genauigkeit der Handynetz-Methode ist Veronika Zwatz-Meise, Leiterin der Abteilung synaptische Meteorologie an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien im Gespräch mit pressetext nicht überzeugt, dennoch bestätigt sie den Einfluss von Regen auf die Funksignale. "Wir nutzen die Tatsache in umgekehrter Weise. Wir stellen unsere Wetterinformationen den Betreibern von Telekommunikationsinfrastruktur zur Verfügung. Probleme und Störungen im Funknetz können dadurch auf das Wetter zurückgeführt und technische Gebrechen ausgeschlossen werden", erläutert die Expertin.

Das Wetterradar ist für Zwatz-Meise überaus verlässlich. "Ein Niederschlagsradar sendet 500 Mal pro Sekunde Mikrowellen in Form von elektromagnetischer Strahlung. Wolken stellen für diese kein Hindernis dar, wogegen Regentropfen die Strahlung zurückwerfen. Von der Quantität der reflektierten Wellen kann auf die Größe und Dichte der Tropfen geschlossen werden. Dies ist in Verbindung mit anderen Quellen eine sehr zuverlässige Methode der Niederschlagsmessung", erklärt Zwatz-Meise.

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.tau.ac.il
http://www.zamg.ac.at

Weitere Berichte zu: Funksignal Handynetz Niederschlagsmessung Wetterradar

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Sicheres Bezahlen ohne Datenspur
17.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

ASEAN Member States discuss the future role of renewable energy

17.10.2017 | Event News

World Health Summit 2017: International experts set the course for the future of Global Health

10.10.2017 | Event News

Climate Engineering Conference 2017 Opens in Berlin

10.10.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise