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Fraunhofer IGD startet Vermarktung des 3-D-Geoinformationssystems CityServer3D

26.04.2006


Dreidimensionale Geodaten, wie etwa Stadtmodelle, auf einfache Art zu speichern, zu bearbeiten und anzuzeigen war das Ziel des Forschungsprojekts CityServer3D am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung. Jetzt ist aus dem Projekt ein marktfähiges Produkt entstanden, das vielseitig einsetzbar ist und beispielsweise Stadtplanern die Arbeit wesentlich erleichtert.



Dreidimensionale virtuelle Modelle bieten zahlreiche Vorteile gegenüber herkömmlichen zweidimensionalen Plänen. Sie liefern ein realistisches Bild und werden besser verstanden, da wir den Umgang mit drei Dimensionen gewohnt sind. Besonders für Stadtplaner und Architekten ist die Nutzung von 3-D-Modellen interessant. Anhand dieser Modelle können sie zum Beispiel in Planungsverfahren ihren Kunden realitätsnah zeigen, wie sich ein neues Gebäude in die Nachbarschaft einfügt. Umgebungsmodelle mit CAD-Programmen zu erstellen ist zwar bereits möglich, aber für die Planer mit großem Aufwand verbunden. Zudem werden die Modelle häufig für jedes Projekt neu erstellt. Hier schafft der CityServer3D Abhilfe.



Der von den Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD entwickelte 3-D-Geodatenserver setzt bei der vorhandenen Vielzahl von Datenformaten an, die Informationen für solche Anwendungen beinhalten. Der CityServer3D ermöglicht es, dreidimensionale Geodaten aus unterschiedlichen Quellen wie CAD-Systemen oder aus dem Katasterwesen automatisiert einzulesen, in einer Datenbank abzulegen, miteinander zu kombinieren und zu verarbeiten. Dies gestattet zum Beispiel einen Abgleich zwischen vorhandenen 2-D-Daten und neu hinzukommenden 3-D-Daten, die bisher in verschiedenen Systemen vorgehalten wurden und nicht verknüpfbar waren. Aus diesen kombinierten Daten können die Planer dann automatisch räumliche Stadt- oder Gebäudemodelle generieren, realistische Schattenwürfe simulieren und Lärmanalysen durchführen. Zudem können sie interaktiv durch die Modelle navigieren.

Dazu sind keine aufwändigen Systemanpassungen notwendig. Der CityServer3D lässt sich problemlos in beliebige vorhandene CAD-Systeme oder Software-Umgebungen einbetten. Die entsprechenden Daten werden automatisch an den CityServer3D übertragen. Die Visualisierung erfolgt über Standard-Internet-Browser. "Egal ob per Laptop auf der Baustelle oder bei der Präsentation während eines Planungsverfahrens. Selbst auf einem internetfähigen Mobiltelefon können die dreidimensionalen Modelle weltweit verfügbar gemacht werden. Einzige Voraussetzung ist ein Plugin Java 3-D." erklärt Jörg Haist, Leiter des Projekts am Fraunhofer IGD. Neben der problemlosen Integration in bestehende Software-Infrastrukturen sieht der Wissenschaftler hier das größte Potenzial für das System. "Die interaktive Visualisierung auf mobilen Endgeräten macht den CityServer3D auch für die Tourismusbranche interessant. So können beispielsweise individuelle Städtetouren auf dem Mobiltelefon realisiert werden."

Studie offenbart Marktpotenzial

Dass Systeme zur Verwaltung und Verarbeitung sowie zur vielfältigen Visualisierung von 3-D-Geoinformationen ein großes Marktpotenzial haben, zeigte eine im Vorfeld der Vermarktung erstellte Studie der Abteilung Graphische Informationssysteme des Fraunhofer IGD. "In diesem Bereich wird sich in den nächsten fünf Jahren ein Markt etablieren." fasst Haist das Ergebnis der Studie zusammen.

Basierend auf den Ergebnissen der Studie haben die Wissenschaftler das Forschungsprojekt nun zu einem marktfähigen Produkt weiterentwickelt. Seit April 2006 können Unternehmen die Verwertungsrechte für den 3-D-Geodatenserver erwerben und das System nutzen.

Für weitere Informationen zum CityServer3D, seinen Einsatzmöglichkeiten und den Verwertungsrechten wenden Sie sich bitte an:

Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Abteilung Graphische Informationssysteme
Jörg Haist
Telefon: 06151/155-415
E-Mail: joerg.haist@igd.fraunhofer.de

Kurzprofil INI-GraphicsNet:

Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung ZGDV e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt sowie weiteren acht Institutionen in sechs Ländern: dem Centre for Advanced Media Technology (CAMTech), dem Centre for Graphics and Media Technology (CGMT), beide in Singapur, dem Centro de Computação Gráfica (CCG) in Guimarães und Coimbra (Portugal), The IMEDIA Academy in Providence, Rhode Island (USA), dem Omaha Graphics and Media Laboratory (OGM) in Nebraska (USA), dem Centre for Visual Interaction and Communication Technologies (VICOMTech) in San Sebastian (Spanien), dem Institute for Graphic Interfaces (IGI) in Seoul (Süd-Korea) und dem Center for Advanced Computer Graphics Technologies (GraphiTech) in Trento (Italien).

Diese Institutionen bilden das weltweit größte und leistungsfähigste Forschungs-Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung. Ihre Kernkompetenz ist die Visualisierung und interaktive Verarbeitung von Daten, Informationen und Wissen. Sie erforschen und entwickeln neue Interaktions- und Dialogformen für digitale Medien und realisieren innovative Systeme zur Kommunikation und graphisch-interaktiven Kooperation über Rechnernetzwerke. Innerhalb des Forschungsverbundes sind an den zehn Standorten über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehr als 500 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Der Etat betrug 2005 über 38 Millionen EURO.

Bernad Lukacin | idw
Weitere Informationen:
http://www.igd.fraunhofer.de/igd-a5/index.html
http://www.inigraphics.net

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