Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie im richtigen Leben

05.04.2006


Flugzeuge, Autos oder Gebäude – komplexe technische Systeme sind aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Ein neues Werkzeug kann komplizierte technische Abläufe simulieren. Anwendungen sind auf der Hannover Messe Halle 16, Stand 16 zu sehen.



Sanft lenkt der Pilot das Flugzeug zur Startbahn, nach einem kurzen Stopp heulen die Turbinen auf und die Maschine legt rasch an Geschwindigkeit zu. Bei ca. 350 km/h hebt sie ab und zieht steil nach oben. Kurz darauf klappt das Fahrwerk ein und das Flugzeug dreht in einer Linkskurve ab. Will man den Startvorgang eines Flugzeugs simulieren, spielen verschiedenste physikalische Vorgänge eine Rolle. Bisher musste jeder Faktor getrennt simuliert werden. Jetzt haben Forscher aus sechs Fraunhofer-Instituten das Simulationswerkzeug MOSILAB – Modeling and Simulation Laboratory – entwickelt, mit dem sich komplexe und komplizierte technische Systeme in einem geschlossenen Modell darstellen lassen. Das Geheimnis: Es werden nur die jeweils gefragten Größen gerechnet. »In der Luft kann die Fahrwerkssimulation abgeschaltet werden, während beim Start beispielsweise die detaillierte Physik der Tragflügel und das Fahrwerk relevant sind«, erklärt Christoph Nytsch-Geusen, Projektleiter am Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FIRST in Berlin, die Vorgehensweise.



Für das Projekt haben die Wissenschaftler die Standardsprache Modelica erweitert. Die Simulationsmodelle können nicht nur rechnerisch, sondern auch grafisch dargestellt werden – nach dem Motto: »Ein Bild sagt mehr als 1 000 Worte«. »Ein weiterer Vorteil ist, dass wir Schnittstellen zu den gängigen Standardprogrammen und Finite-Elemente-Simulationsrechnungen anbieten«, erläutert Nytsch-Geusen. Im Projekt GENSIM – Entwicklung eines generischen Simulationswerkzeugs für heterogene technische Systeme mit Modellstrukturdynamik – beschäftigt sich der Forscher mit der Simulation komplexer Systeme in verschiedenen Anwendungsbereichen: Energie- und Feuchtebilanzen von Gebäuden, Regelungsentwürfe für Brennstoffzellensysteme oder Fertigungsprozesse im Werkzeugmaschinenbau.

Für Unternehmen hat MOSILAB einen enormen Vorteil: Sie behalten ihre Programme. Damit entfallen große Investitionen in neue Software und zusätzliche Schulungen für Mitarbeiter. »GENSIM unterstützt den Trend der Toolharmonisierung«, resümiert der Projektleiter. »Nur ein Programm, eine Schulung, und auch neue Mitarbeiter kennen sich sofort aus.«

Dr. Christoph Nytsch-Geusen | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.first.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: MOSILAB Schulung Simulation Simulationswerkzeug

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Verbesserung des mobilen Internetzugangs der Zukunft
21.07.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

nachricht Affen aus dem Weltraum zählen? Neue Methoden helfen die Artenvielfalt zu erfassen
21.07.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten