Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Automat versteht mich

17.03.2006


Das Bedienen von Automaten und Computern erfordert oftmals viel Geduld. Ein virtueller Mensch auf dem Display, der mit dem Nutzer spricht und ihn versteht, soll künfig die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine erleichtern.


Realismus pur: Echtzeitsimulation der Frisuren. © Fraunhofer IGD


Realismus pur: Echtzeitsimulation der Frisuren. © Fraunhofer IGD



Fahrkartenmaschinen, die das Ticket nicht herausrücken, Geldautomaten, die gerade außer Betrieb sind, Kassenapparate, die die Annahme von Scheckkarten verweigern - der Kontakt zwischen Mensch und Maschine entpuppt sich oft als schwierig - bisher zumindest. Doch die bockigen Automaten werden möglicherweise schon bald durch virtuelle Menschen ersetzt, die auf die Wünsche der Kunden eingehen: Ein solcher Roboter würde beispielsweise den Reisenden aus seinem Bildschirm heraus freundlich anblicken. In umgangssprachlichem Ton könnte der Kunde seinen Fahrkartenwunsch schildern - ganz so, als würde er von einem Bahnbeamten bedient. Der virtuelle Verkäufer auf der anderen Seite des Bildschirms würde auch geduldig auf Fragen eingehen und antworten.



Ein solches virtuelles Wesen entwickeln derzeit Forscher verschiedenster Einrichtungen - beteiligt sind unter anderem die Fraunhofer-Institute für Graphische Datenverarbeitung IGD und Medienkommunikation IMK. "Die Idee hinter dem virtuellen Charakter ist, die Mensch-Computer-Schnittstelle möglichst natürlich zu gestalten", erklärt Christian Knöpfle, verantwortlich für den Bereich Virtuelle Realität am IGD. Die Ansprüche an den virtuellen Menschen sind enorm: Er muss sozial interagieren, verbal und non-verbal - also über Sprache, Gestik und Mimik - kommunizieren, ein menschliches, attraktives Aussehen haben und seine Dialoge müssen glaubwürdig sein. Anders als virtuelle Schauspieler, die in Filmproduktionen eingesetzt werden, soll der virtuelle Mensch in Echtzeit reagieren - unmittelbar und ohne eine lenkende mensch-liche Hand. Hierzu entwickeln die Forscher verschiedene Module wie Dialogerzeugung, Sprachverstehen sowie Graphikausgabe und verbinden sie über einen webbasierten Ansatz miteinander.

Die Einsatzgebiete für den virtuellen Menschen sind vielfältig: So kann er etwa als Tutor Studenten bei E-Learning-Kursen unterstützen, ihre Fragen beantworten und Hilfestellung bei Problemen geben - und so das Lernen am und mit dem Computer attraktiver gestalten. Auch bei Themen, die das Training von Sozialverhalten beinhalten, bieten sich menschenähnliche Charaktere an: So kann ein Bahnbeamter mit Hilfe des virtuellen Menschen üben, mit schwierigen Kunden umzugehen. "Der virtuelle Mensch kann etwa einen störrischen Reisenden spielen, auf den der reale Verkäufer reagieren muss", erklärt Knöpfle. "Darüber hinaus kann der Verkäufer sich auch verschiedene Reaktionen zweier virtueller Menschen - etwa Verkäufer und Kunden - anschauen, um aus ihrem Verhalten zu lernen."

Dr. Christian Knöpfle | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.igd.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Lemgoer Forscher entwickeln Intelligente Assistenzsysteme für mobile Anwendungen in der Industrie
25.07.2017 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

nachricht Neue Anwendungsszenarien für Industrie 4.0 entwickelt
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops