Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit dem SmartRunner durch die CeBIT joggen

03.03.2006


Mit fünf interessanten Projekten auf den Gebieten Freizeitsport, Telematik und Informationssysteme präsentiert sich die Universität Leipzig auf der diesjährigen CeBIT (9. bis 15. März 2006), der weltgrößten Computermesse, in Hannover. Vertreten wird sie durch das Institut für Wirtschaftsinformatik der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und das Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie der Medizinischen Fakultät.


Im Mittelpunkt der Projekte der Wirtschaftsinformatik steht der SmartRunner, eine Software, die es jedem Freizeitsportler ermöglicht, auch in der freien Natur Trainingserfolge zu messen, auszuwerten und zu vergleichen. Der Sportler benötigt lediglich ein Smartphone, das in jede Tasche passt, oder einen PocketPC, auf dem die Daten gespeichert werden. Bereits während des Trainings kann der Sportler Informationen, wie Geschwindigkeit, Kalorienverbrauch, zurückgelegte Strecke und benötigte Zeit abrufen. Nach dem Training kann man zu Hause am Computer die Daten analysieren und auswerten oder sich auf einer speziellen Community-Internetseite mit anderen Sportlern austauschen.

Mithilfe von GPS (Globales Positionierungssystem) ist es möglich, den Sportler während seines Trainings zu orten. Um dies zu demonstrieren, wird während der CeBIT ein Läufer über das CeBit-Gelände joggen und Interessierte können sich am Stand der Wirtschaftsinformatik (Stand D04/Halle 9) seine Position und aktuelle Laufdaten anschauen.


Das Projekt SmartRunner, das von Studenten des Instituts für Wirtschaftsinformatik entwickelt wurde, belegte 2005 einen der vorderen Plätze beim internationalem Microsoft Imagine Cup in Yokohama. Zuvor hatte es sich im nationalen Vorentscheid gegen 40 Projekte durchgesetzt.

Neben diesem Projekt stellt die Wirtschaftsinformatik aktuelle Drittmittelprojekte vor. Das Projekt ASG (Adaptive Services Grid) erstellt ein System, dass die Realisierung von komplexen Services (Anwendungen) ermöglicht. Nutzer können Anfragen an das System stellen, das diese dann eigenständig verarbeitet und dem Nutzer als Ergebnis zur Verfügung stellt. Sollte eine Anwendung, die der Nutzer sucht, nicht verfügbar sein, kann das System diese selbstständig entwickeln. Dienstanbieter (provider) haben außerdem die Möglichkeit, ihre Dienste beim System zu registrieren, sodass diese bei der Bearbeitung komplexer Anfragen genutzt werden können.

Ziel des Verbundprojekts PESOA (Process-family-engineering and service-oriented applications) sind der Entwurf und die Umsetzung einer Plattform zur Wiederverwendung von Prozessabläufen. Sie kann in den Bereichen e-Business und Telematikdienste eingesetzt werden.

Im einem weiteren Projekt werden Methoden und Techniken mit der Firma FKK Datensysteme AG entwickelt, die Prozessstrukturen in ERP-Systemen (Enterprise Resource Planning-Systeme) beschreiben. Dazu müssen eine Domänen-spezifische Sprache (DSL) sowie Werkzeuge zur Prozessanalyse, zum Softwaredesign und zur Automatisierung der Programmerstellung entwickelt werden. Die Werkzeuge sollen im Anschluss an das Projekt in kleinen und mittleren Unternehmen eingesetzt werden.

Der elektronische Krankenhaus-Manager

Patienten behandeln, radiologische Bilder zwischen Stationen austauschen, Dienstpläne erstellen - das sind nur einige Aufgaben, die in einem Krankenhaus erledigt werden müssen. Heutzutage wird das Personal dabei durch Computer und spezielle Software-Programme unterstützt. Durch die Vielzahl von Aufgaben entsteht ein komplexes Informationssystem, das zum Beispiel an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig mehr als 3000 Arbeitsplatz-Computer, eine Vielzahl von Servern und über 60 größere Softwareprodukte umfasst. Ein solches komplexes System systematisch zu planen, zu steuern und zu überwachen, ist die herausfordernde Aufgabe des Informationsmanagers.

Das Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie hat ein Programm entwickelt, mit dem der Informationsmanager dieses Informationssystem in einem Modell darstellen kann. Mithilfe des 3LGM²-Baukastens(3layer graph based metera-modell) ist es möglich auf drei Ebenen die Aufgaben, die innerhalb des Krankenhauses anfallen, und die dafür benötigte Hard- und Software sowie die Beziehungen zwischen den Ebenen darzustellen. Somit kann das Informationssystem nicht nur mit Soft- und Hardware-"Karten" visualisiert, sondern auch dokumentiert und analysiert werden. Der Informationsmanager erhält damit ein Werkzeug, mit dem die informationstechnologische Infrastruktur optimiert werden kann.

Der 3GLM²-Baukasten wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Alfred Winter, Stellvertretender Leiter des Instituts für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie, entwickelt. Inzwischen wurde der Prototyp nicht nur an der Universität Leipzig getestet, sondern auch in Krankenhäusern in Stuttgart, Zwickau und Tirol. Die Erfahrungen zeigen, dass dieses ursprünglich für das Informationsmanagement im Krankenhaus entwickelte Werkzeug auch für andere Branchen hilfreich sein kann. Jenifer Hochhaus

Weitere Informationen:
Dr. Wilfried Röder
Telefon: 0341 97-33734
E-Mail: roeder@wifa.uni-leipzig.de

Prof. Dr. Alfred Winter
Telefon: 0341 97-16107
E-Mail: alfred.winter@imise.uni-leipzig.de

Volker Schulte | Uni Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.iss.uni-leipzig.de
http://www.imise.uni-leipzig.de

Weitere Berichte zu: CeBIT Informationssystem SmartRunner Werkzeug Wirtschaftsinformatik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Kieler Wissenschaft entwickelt exzellentes Forschungsdatenmanagement
21.08.2017 | ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft

nachricht Computer mit Köpfchen
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher entwickeln zweidimensionalen Kristall mit hoher Leitfähigkeit

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein neuer Indikator für marine Ökosystem-Veränderungen - der Dia/Dino-Index

21.08.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Kieler Wissenschaft entwickelt exzellentes Forschungsdatenmanagement

21.08.2017 | Informationstechnologie