Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fenster ins Internet von morgen: BMBF Forschungsprojekt "Internetökonomie" auf der CeBIT

03.03.2006


Wie es eine magische Karte ermöglicht, sich per Laptop, PDA oder Handy präzise orten zu lassen oder wie die Musiktauschbörse der Zukunft aussehen könnte, das wird vom 9. bis 15. März 2006 auf der CeBIT am Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) (Halle 9, Stand B40) im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme "Internetökonomie" präsentiert.



Am Beispiel von acht Exponaten soll demonstriert werden, welche Möglichkeiten das Internet von morgen bietet:



Ein navigierbares Netzwerk aus Menschen und ihren Fähigkeiten kann zum Beispiel durch eine so genante "skillMap" (http://ioe-skillmap.hu-berlin.de) aufspannt und visualisiert werden. Dieses von der Humboldt-Universität zu Berlin entwickelte Netzwerk erlaubt Firmen, unnötige Parallelarbeiten zu vermeiden und dadurch einen vereinfachten Wissensaustausch in Organisationen zu erzielen.

Durch ein Visualisierungstool namens "MagicMap" (www.informatik.hu-berlin.de/rok/MagicMap) - ebenfalls von der Humboldt-Universität zu Berlin entwickelt - wird es künftig möglich sein, sich mit portablen Geräten wie Laptops, PDAs oder Handys präzise orten zu lassen, und zwar nur mit Hilfe einer konventionellen WLAN-Ausstattung und ohne zusätzliche Hardware.

Eine Musiktauschbörse der Zukunft, in welcher der Nutzer gleichzeitig Kunde und Anbieter ist, wird von der Universität München demonstriert. Inhalte können vom Kunden neu zusammengestellt werden, wodurch der Kunde selbst zum Händler wird. "Hinzu kommt ein ganz neues Anreizsystem, das auch die Künstler entlohnt.", erläutert Matthias Kempf die Besonderheiten des von ihm entwickelten Systems, welches schon bald kommerziellen Anbietern Konkurrenz machen soll. Sein Kollege Nicolas Liebau von der TU Darmstadt forscht in eine ähnliche Richtung: An seinem Projekt "Effizienzsteigerung von P2P-Netzen" wird ein Peer-to-Peer-Client entwickelt, der die Schwächen von Napster und Co. nicht mehr aufweist: Künstler können hier für getauschte Musik eine Vergütung erhalten.

An der Universität Karlsruhe ist man der Frage auf den Grund gegangen, ob das Internet einen Beitrag zur Liberalisierung und Globalisierung von Märkten leisten kann. Dazu ist am Messestand des BMBF eine ganze Modellwelt aufgebaut. Messebesucher können ausprobieren, wie eine dezentrale Stromerzeugung durch Solarenergie und Brennstoffzellen in einem kleinen Dorf aussehen kann, wenn sich Stromerzeuger und -Verbraucher über das Internet koordinieren.

Mit dezentraler Servicebereitstellung beschäftigt sich auch die Universität Göttingen. Die hier entwickelte Architektur kann automatisch Endgeräte in der Nähe eines Senders erkennen und anhand von individuellen Merkmalen eines Anwenders, die auf dem Endgerät hinterlegt sind, bestimmte Funktionen oder Inhalte bereitstellen. Denkbare Anwendungen bilden etwa virtuelle Führer für Museen oder Werbeanwendungen, die in Plakatwänden integriert sind.

Auf der CeBIT wird als Beispielanwendung eine Bibliothek gezeigt, die Besucher anhand des Entleih- oder Interessenprofils erkennt. Neuerwerbungen aus dem Interessensgebiet des Besuchers können angeboten und ggf. der Weg zum Standort ausgewählter Bibliotheksbestände anzeigt werden.

Abgerundet werden die Beispiele aus dem Bereich der Internetökonomie durch die Präsentation eines industriegetriebenen Projektes das zeigt, welche Anstrengungen unternommen werden, um auch zukünftig sichere und innovative Dienste im Internet anbieten zu können. Vorgestellt wird das Grundkonzept einer modularen, flexiblen und skalierbaren Plattform für Netzzugangsknoten am Beispiel eines künftigen DSLAMs (Digital Subscriber Line Access Multiplexer) mit Quality-of-Service und Traffic Management Funktionen.

Die Unterschiedlichkeit der Ausstellungsstücke verdeutlicht den interdisziplinären Ansatz des Forschungsclusters ebenso wie die Synergien und ist gleichzeitig ein gutes Beispiel für verteilte kreative Forschung an deutschen Hochschulen mit engem Praxisbezug.

Seit 2002 werden im Rahmen der BMBF Fördermaßnahme Internetökonomie an sieben deutschen Universitäten in einem interdisziplinären Forschungsverbund von über 200 Wissenschaftlern Konzepte und Technologien für die vernetzte Wirtschaft von morgen entwickelt.

Ansprechpartner:
Matthias Kuom / Dirk Franke
Projektträger im DLR, Internet - Grundlagen und Dienste
Tel.: 030 67055 - 729 / - 755.
E-Mail: Matthias.Kuom@dlr.de / Dirk.Franke@dlr.de

Birgit Bott | idw
Weitere Informationen:
http://www.internetoekonomie.net
http://www.informatik.hu-berlin.de/rok/MagicMap
http://ioe-skillmap.hu-berlin.de

Weitere Berichte zu: BMBF CeBIT Handy Internetökonomie Musiktauschbörse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten
22.08.2017 | Fraunhofer IPM

nachricht Kieler Wissenschaft entwickelt exzellentes Forschungsdatenmanagement
21.08.2017 | ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie