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Das Aus für Papierstapel

24.02.2006


Am virtuellen Modell können Monteure Informationen anfordern und die Bedienung der Maschine lernen. © Fraunhofer IFF


Wer etwas über Maschinen und Anlagen wissen will, muss sich meist durch dicke Handbücher oder Dokumentationen wühlen. Das ist zeitaufwändig. Künftig soll archiviertes Wissen leicht unf unkompliziert "on demand" abrufbar sein.

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Papierwust, der sich in Ordnern stapelt - jeder kennt die Sucherei nach dem richtigen Zettel, der passenden Information. Auch Dokumentationen, die Hersteller ihren Kunden mit Anlagen und Maschinen liefern, sind meist unübersichtliche Papierberge - oft werden sie in zahlreichen Sprachen und für mehrere Modelle zusammen geliefert. Mitarbeiter können sich mit selbst erstellten Excel-Tabellen behelfen oder Dokumenten-Management-Systeme verwenden, doch dafür müssen sie wissen, an welcher Stelle in welchem Dokument sich die gesuchte Information verbirgt. Das kostet Zeit und Nerven - achtzig Prozent der Papierstapel verstauben daher ungenutzt in den Regalen.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg haben gemeinsam mit ihren Kollegen der Enigma Information Retrieval GmbH eine Informationsverwaltung entwickelt, die dem Kampf mit den Ordnern ein Ende setzt: Plant Maintenance and Operation Services, kurz PMO. Ob man nun ein technisches Dokument sucht, nach dem richtigen Ersatzteil fahndet oder Wartungszyklen überprüfen will, PMO macht die gewünschte Information durch eine Volltextsuche schnell greifbar: 25 000 Seiten einer Dokumentation durchsucht PMO in etwa einer Sekunde, die Papierausdrucke sind dabei einheitlichen Dateiformaten gewichen. "Die Technologien für ein solches Informations-Suchsystem sind seit längerer Zeit vorhanden", weiß Martin Endig, Leiter der Abteilung Daten- und Informationsmanagement am IFF, "man muss sie nur in der richtigen Weise kombinieren." Dazu haben die Forscher ein Framework erstellt. Dieses bildet die Basis für das Suchsystem und wird für jeden Kunden individuell aufgefüllt. Hat der Monteur die benötigten Teile der Dokumentation gefunden, kann er sie auf einem PDA oder auch als Papierausdruck direkt in die Werkhalle mitnehmen.


Was PMO kann, haben die Forscher in mehreren Praxistests gezeigt. So verwendeten die Forscher für den Anlagenhersteller CIMBRIA SKET GmbH unter anderem virtuelle Modelle aus der Entwicklungs-Phase, um ein visuell-interaktives 3-D-Modell einer Flockierwalzenmühle für die Dokumentation zu erstellen. Monteure können das Modell virtuell durchlaufen, einzelne Informationen durch Selektion anfordern und übersichtlich in einem Browserfenster ansehen. Mit PMO können Mitarbeiter lernen, die Maschine zu bedienen, ohne die laufende Produktion zu unterbrechen - oder auch, bevor die Maschine im Werk aufgestellt wird.

Marion Horn | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2006/02/Mediendienst22006Thema5.jsp

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