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DynAMITE - Teamwork für Geräte

10.02.2006


Ambient Intelligence ist eine der wichtigsten Zukunftstechnologien Europas. Dabei kommunizieren und kooperieren die Geräte miteinander und bilden so eine intelligente Umgebung, die die Wünsche des Nutzers erkennt und ihn dabei unterstützt, seine Ziele zu erreichen. Die dafür notwendige technologische Grundlage schafft das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt DynAMITE. Im Rahmen dieses Projekts entwickeln die Forscher eine Software-Infrastruktur, die Geräte miteinander vernetzt und es ihnen ermöglicht, spontan miteinander zu kooperieren. Die Projektfortschritte werden bei der CeBIT 2006 auf dem Mensch-Maschine-Interaktion Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vorgestellt.



Kopfzerbrechen darüber, wie sich der neue Fernseher mit PC und DVD-Rekorder sinnvoll verbinden lässt, Kabelsalat im Wohnzimmerschrank und regelmäßige Frustration, weil die Stereoanlage einfach nicht so will, wie man selbst - dies sind nur einige der Nebenerscheinungen unseres zunehmend technologisierten Alltags. "Immer weniger Menschen sind wirklich in der Lage, all Ihre Geräte zu bedienen und kennen sämtliche Funktionen, die ihnen zur Verfügung stehen. Und je mehr Geräte dazu kommen, desto schwieriger wird es, den Überblick zu behalten", beschreibt Michael Hellenschmidt, Wissenschaftler im Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung, die Ausgangssituation für das DynAMITE Projekt. Intelligente Produkte, die miteinander kommunizieren und kooperieren, sollen die Benutzer hier unterstützen. Anstatt sich durch endlose und unverständliche Anleitungen zu quälen und sich in die Bedienung jedes Geräts einzuarbeiten, übergibt der Nutzer die Koordination und Durchführung der Aufgaben an den Geräteverbund. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung Darmstadt arbeiten gemeinsam mit der European Media Laboratory GmbH Heidelberg und dem Loewe Kompetenzzentrum in Hannover an einer Software-Infrastruktur, die dies ermöglicht.



Anders als bei herkömmlichen Lösungen wird in DynAMITE sowohl eine dezentrale Geräteverwaltung als auch eine verteilt angewandte Konfliktlösungsstrategie umgesetzt. "Diese Eigenschaften von DynAMITE sorgen dafür, dass jedes Gerät auch einzeln einsetzbar bleibt, dass der Verbund auch funktioniert, wenn eines der Geräte entfernt wird und dass jedes Gerät für sich in der Lage ist, Aufgaben zu koordinieren und an andere Geräte zu delegieren", so Michael Hellenschmidt, Leiter des Projekts am Fraunhofer IGD.

Das System sucht sich automatisch die günstigste Lösung und delegiert die Aufgabe an das am besten geeignete Gerät. Wird eines der Geräte entfernt, so übernimmt ein anderes die Aufgabe. "Der Anwender gibt im Idealfall nur noch die Anweisung: ’Nimm mir den Tatort heute Abend auf’. Die Geräte wählen daraufhin automatisch das Videogerät als die dafür passende Anwendung aus. Das Videogerät ermittelt dann die Sendezeit und zeichnet den Krimi selbstständig auf. Will sich der Anwender die Aufzeichnung später ansehen, wählt der Geräteverbund das optimale Darstellungsmedium - abhängig von den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, der Anzahl der Zuschauer, den Lichtverhältnissen und den Präferenzen des Nutzers", erklärt Hellenschmidt die Vorteile von DynAMITE für die Verbraucher.

Hauptzielgruppe für die Ergebnisse des Projekts sind Hersteller von Unterhaltungs- und Haushaltselektronik. Durch die Integration der DynAMITE Software-Infrastruktur wird ihnen zum einen die Entwicklung von Geräten erleichtert und zum anderen können sie ihren Kunden die Bedienung der Geräte wesentlich vereinfachen und dadurch einen klaren Wettbewerbsvorteil erreichen.

Vorgestellt werden die bisherigen Ergebnisse des Projekts auf der CeBIT 2006 vom 9. bis 15. März 2006 auf dem Mensch-Maschine-Interaktion Stand des Bundesministerium für Bildung und Forschung in Halle 9, Stand B40.

Wie DynAMITE Ihnen dabei hilft, endlich alle Geräte problemlos zu bedienen, erfahren Sie außerdem am Freitag, den 10. März, von 10:35 bis 10:55 Uhr beim Fraunhofer-Forum auf dem Fraunhofer Gemeinschaftsstand in Halle 9, Stand B36. Hier hält Michael Hellenschmidt einen Vortrag zum Thema "Teamwork für Geräte - unsere Rettung aus dem Technikchaos?".

Gerne können Sie einen Messetermin vereinbaren.

Ansprechpartner:
Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung
Abteilung Interaktive Multimedia Appliances
Michael Hellenschmidt
Fraunhoferstraße 5
64283 Darmstadt

Telefon: 06151/155-565
E-Mail: michael.hellenschmidt@igd.fraunhofer.de

Kurzprofil INI-GraphicsNet:

Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung ZGDV e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt sowie weiteren acht Institutionen in sechs Ländern: dem Centre for Advanced Media Technology (CAMTech), dem Centre for Graphics and Media Technology (CGMT), beide in Singapur, dem Centro de Computação Gráfica (CCG) in Guimarães und Coimbra (Portugal), The IMEDIA Academy in Providence, Rhode Island (USA), dem Omaha Graphics and Media Laboratory (OGM) in Nebraska (USA), dem Centre for Visual Interaction and Communication Technologies (VICOMTech) in San Sebastian (Spanien), dem Institute for Graphic Interfaces (IGI) in Seoul (Süd-Korea) und dem Center for Advanced Computer Graphics Technologies (GraphiTech) in Trento (Italien).

Diese Institutionen bilden das weltweit größte und leistungsfähigste Forschungs-Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung. Ihre Kernkompetenz ist die Visualisierung und interaktive Verarbeitung von Daten, Informationen und Wissen. Sie erforschen und entwickeln neue Interaktions- und Dialogformen für digitale Medien und realisieren innovative Systeme zur Kommunikation und graphisch-interaktiven Kooperation über Rechnernetzwerke. Innerhalb des Forschungsverbundes sind an den zehn Standorten 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehr als 500 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Der Etat betrug 2005 rund 38 Millionen EURO.

Bernad Lukacin | idw
Weitere Informationen:
http://www.dynamite-project.org
http://www.igd.fraunhofer.de/igd-a1
http://www.inigraphics.net

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