Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alles Wissen auf eine Karte setzen

27.01.2006


Für größere Unternehmen ist es überlebenswichtig, dass verschiedene Kreise von Mitarbeitern Inhalte des kollektiven Wissens schnell und intuitiv finden. Hierfür wurde die "Wissenskarte" programmiert - eine Software, die Forscher auf der LEARNTEC in Karlsruhe präsentieren.



"Der Student muss es wissen. Der Doktorand muss wissen, wo das Buch steht. Der Professor muss wissen, wo der Doktorand ist." So alt dieser Kalauer auch sein mag, illustriert er doch die Erfahrung, dass Menschen mit fortschreitendem Alter ihr Wissen zunehmend anhand von Personen strukturieren. Darüber hinaus beinhaltet der Witz eine Art "Gelbe-Seiten-Effekt": Im Branchenverzeichnis sucht man in der Regel nach einem Klempner und weniger eine Anleitung, wie man möglichst schnell und einfach die Toilette entstopft. Sehr handfest und von existentieller Bedeutung werden solche Überlegungen, wenn man an den kollektiven Wissensschatz eines Unternehmens denkt. Sein Transfer sollte nicht nur nach der Methode funktionieren "Das weiß Gabriele Musterfrau von der Buchhaltung", sondern sollte durch eine intuitive und logische Strukturierung aller Inhalte im Intranet und anderen IT-Strukturen implementiert sein. Anderenfalls wird in verschiedenen Bereichen des Unternehmens das Rad in leichten Varianten oder mit kleinen Neuerungen immer wieder neu erfunden.



Genau hierfür ist die "Wissenskarte" vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD vorgesehen. Mit vollem Namen heißt das Programm, das im Auftrag der SAP AG umgesetzt wurde, "Flash-TM-Viewer - Wissenskarte für die Visualisierung von Businessmodellen". Die graphische Darstellung der Inhalte ist eine Hilfe, da die meisten Menschen leichter in Bildern denken. Ähnliche Inhalte fasst das Programm also zu Inseln zusammen, die über Linien semantisch miteinander verbunden sind. "Die Strukturierung erfolgt horizontal und vertikal", erläutert Christoph Hornung, Leiter der IGD-Abteilung e-Learning & Knowledge Management. "Am einfachsten kann man sich dies durch Verwandtschaftsbeziehungen vergegenwärtigen: ’Wie heißt der Bruder von Herrn Bullinger’, entspricht den Linien. ’Das ist der Sohn vom Vater’, führt dagegen zu vertiefenden Erklärungen."

Natürlich kann die Wissenskarte nur so gut sein wie das Material, mit dem sie gefüttert wurde. Der Standard XTM funktioniert ähnlich wie die Sprache XML (Extensible Markup Language) im Internet. Metatags entsprechen Etiketten: Auf roten dürfen etwa nur Personen notiert werden, auf gelben nur Gerichtsurteile, auf grünen nur Adressen und so weiter. Daraus erstellt das Programm automatisch seine Karte in einer Flash-Darstellung. Sie ist von der verwendeten Computerplattform so gut wie unabhängig. Gezeigt wird die Wissenskarte auf der Messe LEARNTEC, die vom 14. bis 16. Februar in Karlsruhe stattfindet (Gartenhalle, Stand 306).

Ansprechpartner:
Nadeem Bhatti
Telefon: 0 61 51 / 1 55-5 51, Fax: -5 69
nadeem.bhatti@igd.fraunhofer.de

Dr. Christoph Hornung
Telefon: 0 61 51 / 1 55-2 34
christoph.hornung@igd.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.igd.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/fhg/fair/2006/LEARNTEC2006.jsp
http://www.wissen.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Doktorand Graphische Datenverarbeitung LEARNTEC Wissenskarte

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Erster Modularer Supercomputer weltweit geht am Forschungszentrum Jülich in Betrieb
14.11.2017 | Forschungszentrum Jülich GmbH

nachricht Online-Computerspiele verändern das Gehirn
09.11.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte