Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

E-Learning für kleine und mittlere Unternehmen - wenig Interesse an zu wenig passenden Angeboten

20.01.2006


Institut Arbeit und Technik untersucht Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien zur Vermittlung von Wissen in europäischen KMU


Kleine und mittlere Unternehmen nutzen die Informations- und Kommunikationstechnologie noch viel zu wenig für die Schulung ihrer Mitarbeiter. Das liegt zum einen daran, dass das das Angebot an passenden E-Learning-Produkten gering ist, obwohl viele Projekte und Anbieter den Anspruch erheben, Anwendungen für KMU anzubieten. Zum anderen gelten Vorteile, die großen Unternehmen durch den Einsatz von E-Learning entstehen, für KMU nur eingeschränkt. Im Rahmen des Projektes ARIEL (Analysing and Reporting on the Implementation of Electronic Learning in Europe) hat das Institut Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen) in Kooperation mit Wissenschaftlern und Praktikern aus Irland, Italien, Ungarn und Rumänien E-Learning-Projekte der EU untersucht und Empfehlungen für die sinnvolle Nutzung in KMU entwickelt.

KMU interessieren sich dann für E-Learning, wenn damit deutlicher und schneller Nutzen für ihre Geschäftsprozesse verbunden ist. Die Standard-Verkaufsargumente für Großbetriebe, wie z. B. die schnelle Verbreitung neuer Lerninhalte oder die Reduzierung von Trainingstagen, gehen an KMU vorbei. Für sie ist es relevanter, ob Angestellte, die sonst aus Zeit- oder Kostengründen kein Seminar besuchen könnten, durch E-Learning dazu die Möglichkeit erhalten. Die Betriebe erwarten eine hohe praktische Verwertbarkeit des Trainings sowie fehlerfreie, benutzer-, kundenorientierte und selbstbeschreibungsfähige Lern-Systeme.


Bei KMU spielt zudem das Vertrauen in die Bildungsanbieter eine große Rolle, das sich entweder durch gute Erfahrungen in der Vergangenheit bildet, durch die Reputation einer anerkannten Institution mit zertifizierten Bildungsabschlüssen oder dadurch "verordnet" ist, dass die Weiterbildung verpflichtend ist, wie z. B. bei Führerscheinen. Die Anbieter von E-Learning sollten die etablierten Bildungsträger darin unterstützen, ihr herkömmliches Bildungsangebot mit E-Learning zu erweitern.

KMU sind stark von einer guten Bildungsinfrastruktur abhängig, wie z. B. Berufsschulen, Bibliotheken oder Datenbanken. Gemeinschaftliche und koordinierte Formen der beruflichen Bildung sind dazu notwendig ebenso wie öffentliche Investitionen in eine Wissensinfrastruktur, die finanziell und organisatorisch zugänglich ist. Die Politik sollte zudem Partnerschaften zwischen Hochschulen und Betrieben unterstützen. Insbesondere dann, wenn Universitäten und Forschungseinrichtungen E-Learning mit öffentlichen Geldern entwickeln, sollte der Inhalt zusammen mit den zukünftigen Nutzern eingerichtet und auf die Arbeitsaufgaben der Lernenden ausgerichtet sein. Die Qualität und die Nachhaltigkeit der geförderten Projekte sollte strenger auf ihren KMU-Nutzen und die Einsetzbarkeit in KMU hin überprüft werden.

Die Innovationen der Informationstechnologie schaffen neue Möglichkeiten, Weiterbildung am Arbeitsplatz zu organisieren. Unternehmen sollten dazu klare Vorstellungen über ihre strategischen Ziele entwickeln und den daraus resultierenden Qualifizierungsbedarf regelmäßig und rechtzeitig erheben. Die Unternehmenskultur bestimmt, ob das Lernen willkommen ist als Möglichkeit, die Dinge kontinuierlich besser zu gestalten oder ob Weiterbildung eher eine Feuerwehrrolle spielt und nur dann nachgefragt wird, wenn es brennt. E-Learning funktioniert am besten in jenen Betrieben, die sowohl das formelle wie auch das informelle Lernen kontinuierlich fördern.

IAT-Report 2006-01: E-Learning in kleinen und mittleren Unternehmen - Der Lange Marsch nach Lissabon http://iat-info.iatge.de/iat-report/2006/report2006-01.html

Für weitere Fragen stehen Ihnen zur Verfügung:

Dr. Ileana Hamburg
Durchwahl: 0209/1707-265
E-Mail: hamburg@iatge.de
Dr. Hansjürgen Paul
Durchwahl: 0209/1707-229
E-Mail: paul@iatge.de

Pressereferentin
Claudia Braczko
Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen
Tel.: +49-209/1707-176
Fax: +49-209/1707-110
E-Mail: braczko@iatge.de
info@iatge.de

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://www.iatge.de
http://iat-info.iatge.de/iat-report/2006/report2006-01.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft
27.04.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie