Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn RFDI-Chip auf biologische Proben übergreifen

23.12.2005


Die Bank für biologisches Gewebe des Instituts Paoli-Calmettes nutzt die RFDI Technologie. Sie ermöglicht die Identifikation und die Kontrolle der Proben, die bei sehr niedrigen Temperaturen gelagert werden.



Mit monatlich 1.300 neuen registrierten Proben benötigt die "Tumordatenbank" des regionalen Zentrums für Krebsbekämpfung von Marseille ein verlässliches, genaues und sicheres Rückverfolgbarkeitssystem. Die Standardetiketten sind unzuverlässig, da sie bei der Lagerung der Proben in Tiefkühltruhen bei - 80 °C oder in flüssigem Stickstoff bei - 196 °C unleserlich werden oder sich ablösen. Diese Methode erforderte außerdem eine manuelle Verbindung zur Datenbank, um Informationen über die Proben zu erhalten.



Die Abteilung von Dr. Chabannon arbeitet an einem Projekt zur Identifizierung durch RFID, mit dem Namen „Cryotag“. Anfang 2004 haben Spezialisten der RFID Tagsys in Partnerschaft mit der Gesellschaft Cybernétix eine Anwendung entwickelt, die die Einführung winziger elektronischer Etiketten in die Deckel der Röhren ermöglicht.

Mit einer Speicherkapazität von 2.000 Zeichen, wird mit dem RFID-Cryotag nicht nur eine Benutzeridentifizierung erfasst, sondern auch das Abgabedatum, der aufbewahrte Stofftyp (Klassifizierung CIM-10), Informationen zum Auftauen/Wiedereinfrieren, der Name des Benutzers und seiner Abteilung und zahlreiche andere Daten (Antwort auf die Behandlung, Rückfall, Alter, Geschlecht...). Dank der Antikollisionsfunktion kann die Fernablesung einer zellenförmigen Kiste mit 96 Röhrchen in weniger als drei Sekunden durchgeführt werden und ermittelt die Probe mit einer beträchtlichen Zeiteinsparung.

Nach einer 18monatigen Testphase erwiesen sich die RFDI-Etiketten als 100% zuverlässig und dies trotz einer Erwärmung um 125 °C bei jedem Herausnehmen aus dem Stickstoffbad für die Probenkontrollen. Die "Tumordatenbank" wird in den kommenden zwei Jahren die Chipnutzung allgemein einführen.

Die Strichcodes werden jedoch trotzdem aufbewahrt, für den Fall das sich die RFDI-Etiketten nicht für eine Langzeitlagerung eignen (manchmal über zwanzig Jahre für einige Proben).

Das Institut Paoli-Calmettes wird damit als erste Einrichtung diese zukunftsweisende Leistung anbieten. Die Abteilung hofft ihre Pilotrolle auch in der PACA Region übernehmen zu können (Provence-Alpes-Côte d’Azur in Südfrankreich) - Region des Wettbewerbspols „sichere Kommunikationslösungen“ (Solutions communicantes sécurisées). Die Abteilung hofft auch eines Tages die Plattform für den Datenaustausch zwischen europäischen Biobanken zu werden.

Kontakt: Boris Mathieux
@ commentaires@01net.fr
Quelle: 01 Informatique, 15.12.2005
Redakteurin: Marina Pajak, marina.pajak@diplomatie.gouv.fr

Wissenschaft Frankreich Nr. 90 vom 22. Dezember 2005

Boris Mathieux | Wissenschaft Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de/allemand

Weitere Berichte zu: Paoli-Calmettes Probe RFDI-Chip RFDI-Etikett RFID

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Erster Modularer Supercomputer weltweit geht am Forschungszentrum Jülich in Betrieb
14.11.2017 | Forschungszentrum Jülich GmbH

nachricht Online-Computerspiele verändern das Gehirn
09.11.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte