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Erfolgreiche Forschungsleistungen für mobile Informationssysteme

13.12.2005


Prototyp für Interaktives Fernsehen auf Mobiltelefonen. OFFIS, Oldenburg


Das Kompetenzzentrum Niccimon feierte am 12. Dezember 2005 fünfjähriges Bestehen. Anlass genug um in Anwesenheit des Wissenschaftsministers Stratmann einige innovative Technologien und Kooperationen mit Unternehmen vorzustellen, die in fünf Jahren Forschung entstanden sind.


Mobile Geräte, leistungsstarke Funknetze oder intelligent gesteuerte Autos sind angewandte Technologien, die aus dem privaten und beruflichen Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Immer mehr Funktionen, die bisher nur stationär nutzbar waren, sind zunehmend mobil und fast überall verfügbar. So haben Informationssysteme für die mobile Nutzung eine immer größere Bedeutung für die transferorientierte Forschung und innovative Unternehmen.

Bereits im Jahr 2000 haben das Institut für Nachrichtentechnik der TU Braunschweig, das Laboratorium für Informationstechnologie der Universität Hannover und das Informatik-Institut OFFIS an der Universität Oldenburg, die Initiative für das standortübergreifende und interdisziplinäre "Niedersächsische Kompetenzzentrum Informationssysteme für die mobile Nutzung" - kurz "Niccimon" ergriffen.


Das Niedersächsische Wissenschaftsministerium hat die Chancen dieser Kompetenzbündelung erkannt und in drei Phasen mit insgesamt 2,5 Mio. Euro die beteiligten Institute über fast fünf Jahre bis Ende 2005 gefördert. Erfreulicherweise haben die Braunschweiger, Hannoveraner und Oldenburger Informatiker und Nachrichtentechniker schrittweise selbst Mittel aus Kooperationen eingeworben, so dass Niccimon auch über das Ende der Förderung in den kommenden Jahren erhalten bleibt.

Eine wachsende Anzahl von Unternehmen, die mit Niccimon kooperieren, nutzt bereits dessen Know-how. Weitere Kooperationen stehen in konkreten Verhandlungen, wie der Sprecher des Niccimon-Verbundes Prof. Dr. Hans-Jürgen Appelrath vom Institut OFFIS bestätigt. Hierzu gehört auch der Aufbau einer gemeinsamen Forschergruppe mit VW, die voraussichtlich auch vom Land Niedersachsen unterstützt werde.

Er und seine Kollegen hatten mit Niccimon-Projektkoordinator Henning Scheibner und den insgesamt rund 15 Mitarbeitern aus den drei Standorten anlässlich des fünfjährigen Bestehens zu einer Präsentation am 12. Dezember, 12.30 Uhr ins OFFIS eingeladen. Nach einem Grußwort des Niedersächsischen Wissenschaftsministers Lutz Stratmann wurden in drei Vorträgen aktuelle Forschungsthemen und erfolgreiche Unternehmens-Kooperationen vorgestellt.

Den Anfang machte das Oldenburger Unternehmen CeWe Color, einer der größten europäischen Fotofinisher, der beim Umbruch von der analogen zur digitalen Fotografie mit Unterstützung von OFFIS innovative Technologien entwickelt. Zusammen mit Prof. Dr. Susanne Boll hat CeWe Color z.B. die Mediengalerie geschaffen, ein persönliches Fotoalbum für den Fernseher. Aktuell erforscht und entwickelt CeWe Color mit Niccimon neue, intelligente Fotodienste, wie Vorstand Wulf Schmidt-Sacht zeigte.

So wie die Zahl der Fotohandys bereits die Zahl der sonstigen Kameras überschritten hat, so wird zukünftig auch interaktives Fernsehen mit mobilen Geräten und Handys große Bedeutung gewinnen. Dies wird durch den neuen Standard DVB-H ermöglicht, der unter anderem im Braunschweiger Institut von Prof. Dr. Ulrich Reimers entwickelt wurde und der eines der Fokusthemen der Niccimon-Forschung ist.

Die norddeutschen Landesmedienanstalten haben sehr erfolgreich DVB-T eingeführt und unterstützen die Einführung von DVB-H, die ohne die medienrechtliche Betreuung durch die Landesmedienanstalten nicht möglich wäre. Einer der Vorreiter ist dabei die Niedersächsische Landesmedienanstalt, deren Direktor Reinhold Albert den aktuellen Stand von DVB-T und die Perspektiven von DVB-H erläuterte.

Als weitere erfolgreiche Kooperation mit niedersächsischen Firmen stellte das Hannoveraner Institut von Prof. Dr. Klaus Jobmann zusammen mit dem Unternehmen Sennheiser gemeinsame Projekte zu einer neue Funktechnologie vor. Diese, "Ultra-Wide-Band" kurz UWB genannte, Funktechnologie eignet sich unter anderem besonders gut zur sehr genauen Ortung, die für viele mobile Anwendungen interessant ist.

In einer anschließenden Live-Demonstration wurden weitere von Niccimon entwickelte Anwendungen präsentiert.

Mit der Präsentation konnte Niccimon auf die bisher erzielten Erfolge hinweisen. Die interessanten Vorträge machten dabei generell die Wichtigkeit eines raschen Wissenstransfers von der anwendungsnahen Forschung in die Unternehmen deutlich.

Britta Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.niccimon.de

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